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Erster Band.
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GalläpfeUack 530 Gallipoli

Spitze meist einen stumpfen Stachel und große Bohr-löcher ; die besten heißen Kronengallen, Galle dieorona, und sind unter den europäischen die gehalt-reichsten. 2) Italienische, von denen man wiederunterscheidet: Puglieser oder Apulische, grau-grün oder graubraun, glatt oder runzelig, zuweilenmit einem kleinen Höcker und in der Größe meist wiedie aleppischen, doch auch kleiner; Abruzzische,schrumpflich, gleichsam netzaderig, bis höchstensV 2 Zoll im Durchmesser, die kleinen etwas höckerigund graugrün, die größeren bräunlich oder gelbgrünvon Farbe; ferner Romagneser und noch emigeandere seltener vorkommende Sorten. Man nenntin Italien die zuerst eingesammelten, als die besten,Prevatelle oder Marmorine.; dann folgen Agostine,Mittelreife; 'Verinne, späte; die ganz kleinen grün-lichen und schweren werden Yerdoline genannt.3) Jstrianer, sind den Abruzzischen ziemlich gleich,aber mehr durchlöchert und etwas leichter, daherauch in der Regel etwas geringer; sie werden imLande hauptsächlich zur Bereitung des Saffians ge-braucht. 4) Dalmatische stud etwas besser, kom-men aber selten zur Ausfuhr. 5) Ungarische sindweiß, gelblich, bräunlich oder gelbgrau von Farbe,aber von geringem Werth. Auch im südlichen Frank-reich gibt es Galläpfel, die aber ebenfalls nicht inden größeren Handel kommen. — Die Farbe istübrigens kein sicheres Kennzeichen für die verschie-denen Sorten, da sie nicht allein von der Zeit derEinsammlnng, sondern auch von der Trockenheitoder Nässe der Witterung abhängt. — Seit einigenJahren sind auch chinesische Gallapfel nachEuropa gekommen, die von einer Art 8olamim stam-men und von Blattläusen erzeugt werden sollen,auch von den Eichengalläpfeln im Aeußern sehr ab-weichen. Es sind hohle Körper von verschiedener,sehr unregelmäßiger Form, etwa 1—2 Zoll langund aus einer dünnen, schmutzig gelbbraunen, horn-artigen, zerbrechlichen Schale bestehend, in der sichmeist ein wenig schmutziges Pulver befindet, dashauptsächlich aus Ueberresten von Insekten besteht.Sie enthalten aber mehr Gerbstoff als alle anderenbekannten Arten und kosten überdies nur etwa 2 / 3 soviel als gute Aleppische, scheinen aber demohngeachtetnoch nicht häufig in Gebrauch gekommen zu fein.

Galläpfellack ist eine schwarze Malerfarbe, welchebereitet wird, indem man ein Galläpfeldecoct miteiner Auslösung von Eisenvitriol vermischt und denNiederschlag, nachdem man die Flüssigkeit davon ab-gegossen, auslaugt und trocknet.

Galle, s. Ochsengalle.

Gallen, s. Gallapfel und Sanct-Gallen.

Gallenfarbstoffe, s. Bilifnlvin.

Gallensteine sind ziemlich harte glänzende Kör-per von grünlichgelber Farbe, die sich besonders imWinter bei anhaltendem Mangel an frischem Futterin der Gallenblase des Rindviehes bilden und diemit Gummiwasser abgerieben eine gelbliche oderbräunliche Malerfarbe geben. Man verfertigt sieauch künstlich aus getrockneter Ochsen-, Karpfen-,Hecht- oder Aalgalle.

Gallerte, Gelatina, nennt man überhaupteinen durchsichtigen, vegetabilischen oder thierischenSäst, der durch Abdampfen so weit eingedickt ist,daß er nach dem Erkalten entweder eine weiche,zitternde oder auch harte Masse bildet. Als vege-tabilische Gallerte werden besonders die Säfteschleimiger und saurer Früchte, z. B. der Johannis-beeren, Himbeeren rc., niit Zusatz von Zucker, be-

reitet, welche man dann Gelse benennt; seiner dieAbkochungen von isländischem und Caraghenmooseund dgl. Thierische Gallerte wird entweder durchEinkochen von geraspeltem Hirschhorn mit Zusatzvon Zucker, Citronensaft, Gewürzen rc. bereitet,welche erkaltet eine zitternde Masse gibt, die alsSpeise benutzt und gewöhnlich ebenfalls Hirschehorngelöe (s. d.) genannt wird; oder es ist eineArt Leim, der durch Auskochen von Knochen, Sehnenund anderen thierischen Theilen gewonnen und derbeim Erkalten völlig hart wird. Er kommt gewöhn-lich unter dem Namen Gelatine oder auch C o n -somm« in den Handel, und zwar entweder in ca.1 h Zoll dicken, undurchsichtigen Tafeln von brauner

f ärbe, oder auch in dünnen, hellen und durchsichtigenaseln, ganz von der Gestalt des Leimes, die ent-weder weiß bis gelb oder auch gefärbt, besondersgrün oder roth von Farbe sind. Man verfertigtdiese hauptsächlich in Frankreich in mehreren Sortenund zu verschiedenen, ziemlich hohen Preisen, fernerin Berlin, Köln rc. und benutzt sie wie die Hausen-blase znm Klären des Weines und anderer Flüsstg-leiten, znm Appretiren von Seidenzeugen, Stroh-hüten und dgl., zur Verfertigung kleiner durchsich-tiger Bildchen, gepreßter Oblaten und Kapseln znmEinnehmen übelschmeckender Arzeneien, zur Berei-tung von Geleöes und zu anderem Küchengebranch-Sie muß sich im Wasser völlig auflösen, darf nichtnach Chlor riechen und keinen üblen Geschmackhaben. Sie wird auch in den Apotheken geführt undzuweilen mit niedizinischen Stoffen versetzt. Diefeinste und reinste Gelatine wirb zum Ueberzuge überLichtbilder, besonders solcher aus Arrowroot-Papnrgebraucht. Man wählt dazu meist die französisch^— Wenn inan Fleischbrühe niit Gelatine vermischtund stark einkochen läßt, so daß sie in Tafeln gegossenerhärtet, so erhält man Tafelbouillon oderBouillontafeln, welche in warmem Wasftraufgelöst, eine gewöhnliche Fleischbrühe gibt und be-sonders in Frankreich und England, sowie auch aneinigen Orten in Deutschland znr Verproviantirungauf weiten Reisen verfertigt und benutzt wird.

Gallglas heißen die runden, für Laternen ver-fertigten Glasscheiben, die in der Mitte eine starkeErhöhung haben.

Gallipoli, sehr bedeutende und befestigte See-und Handelsstadt in der neapolitanischen ProvinzApulien, im Königreich Italien, am Meerbusen vv"Tarent, ■ auf einer Felseninsel, die durch eine Brückemit dem festen Lande in Verbindung steht, mit w-10,000 Einw., Fabriken von Musselin, baumwollenen

Strümpfen, Tuch rc. und ausgedehnter ThunfifcherenEs ist der wichtigste Platz Süditaliens für Versendungvon Olivenöl, und es haben sich dessen Handelsver-hältnisfe seit dem Falle des bourbonischen KöMmsHauses gedeihlich entwickelt. Gallipoli ist nicht Wwohl ein Hafen für Einfuhren, vielmehr hat es sewBedeutung durch den Exporthandel erlangt. ÄOlivenöl wurden verschifft:

Tonnen

Werth

1859

6208

272,591 Pfd.

1860

9739

497,692 „

tt

1861

8337

437,744 „

tt

1862

15,476

762,432 „

tt

Die nächst wichtigen Exportartikel sind Krapp'Rohseide, Lakritzen, Mandeln, Cremor tartari U»Leinsamen. Ausgeführt wurden in wJahren: