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Erster Band.
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Guinea

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Guinea

durch welche sie diesen säst alle ihre Rechte um einenSpottpreis abkaufen und sich die möglichste Handels-sreiheit ausbedingen. In Niederguinea haben sichschon seit 3—400 Jahren die Portugiesen sestgesetzt,welche ties im Innern des Landes Niederlassungenhaben und bis an die Ostküste Handel treiben, dessenHauptartikel srüher Sklaven waren. Die wichtigstenAusfuhrartikel find Gold, Baumwolle, Indigo,Elfenbein, Gummi, Ebenholz, Pfeffer, Palmöl,Wachs, Salz rc., die der Einfuhr Waffen, Schieß-pulver, Werkzeuge, Glasperlen und andere Putz-sachen, verschiedene Gewebe, Branntwein rc. Dersrüher lebhaft betriebene Sklavenhandel hat jetztgrößtentheils aufgehört und überhaupt haben mehreredieser rohen, aber von Natur meist gutmüthigenVölker in Folge ihres Verkehrs mit den Europäernschon die ersten Schritte in der Kultur gethan. DerHandel geschieht in der Regel durch Tausch und alsGeld dienen meist nur die Kanris. Indessen bedientman sich auch in mehreren Gegenden verschiedenerGegenstände, denen man einen gewissen bestimmtenWerth beilegt, als einer Art Geld, z. B. Eisenstangen,Pagnes oder Stücken Zeug von Leinen, Baumwolleoder L-eide zu einem Kleidungsstück, ferner kleinerMatten aus Bambusfasern, Goldstaub rc. Durchdie Engländer, Franzosen und Portugiesen sind aberauch schon europäische Münzen hier bekannt wordenund die Kaufleute dieser Nationen rechnen in ihremauswärtigen Verkehr meist nach D v l l a r s oder s p a-nischen Piastern zu 100 Cents. Wir werdennachstehend bei Aufzählnngder einzelnen Staaten nochdas Nöthige deshalb erwähnen. Die Europäer be-dienen sich auch in der Regel der Maße und Ge-wichte ihres Vaterlandes. Wenn die Eingeborenenein Längenmaß brauchen, so ist es derPik oder Covid(Covado, Eobido), welcher mit dem ägyptischen PikBeledi übereinstimmt, der im größten Theile vonAfrika gültig und — 0,57,5 Meter ist. Auch habendie Neger zum Messen von Geweben ein Maß, Jac-tam genannt, welches = 3, 6 5 sb Meter ist, oder einanderes von der Länge eines englischen Iard, Gubkagenannt. Im größeren Handelsverkehr werden dieGewebe nach dem Stück verkauft. Als Getreidemaßund besonders zum Verkauf von Mais an die Euro-päer hat man eine Art Kiste, die ohngefähr 4 dänischeKorntonnen faßt; an einigen Orten aber bedientman sich dazu des Lakus, eines aus Binsen gefloch-tenen Sackes, der ein altes englisches Winchester-Bushel oder 35,2g, Liter hält, und auf der Prinzen-insel hat man ein Maß von ca. 3>/» Liter. Palmölwird theils nach dem alten engl. Puncheon, theilsnach dem Tub oder Crue von 10 alten engl. Wein-gallons, Salz nach dem Tub von 36 engl. Psd. adp.gekauft. Für das Gummi, das besonders durch mau-rische Karavanen aus der Sahara an die Küste ge-bracht wird, hat man eine Art große Bütte oder Kufe,Kantar genannt, welche früher nur etwa 500 altePariser Pfd. enthielt, von den Europäern aber, dieimmer einen Kantar auf ihren Schiffen mit sichführen, nach und nach so vergrößert worden ist, daßsein Inhalt jetzt 2000 solcher Pfd., -- 979 Kilo-grammen, und selbst noch mehr beträgt. Der Kautarwird in 5 Gamellen getheilt. Die Neger haben einGewicht, Benda genannt, dessen Größe zu 64„,gGrammen angegeben wird, nach Anderen beim Goldenur 45,g!» Grammen. Die eigentliche Einheit desGoldgewichts ist jedoch die Unze, die in 16 Ake oderM getheilt wird und = 20, 3 oe Grammen ist. DasBenda ist — 2Vi Unzen, das Periguia — 2 1 / 2 Unzen;

auf das Ake rechnet man 8 Tokoo (eine kleine Beere,obgleich es eigentlich nur 7 wiegt. — Die Küste vonOberguin ea, an der sich die meisten europäischenNiederlassungen befinden, wird gewöhnlich in ver-schierene Theile mit besonderen Benennungen, aberohne feste Grenzen getheilt, welche jedoch den Gebietender Negervölker nicht entsprechen und von denen jedemehrere solcher Gebiete in sich schließt. Sie sind vonNorden nach Süden (oder von Westen nach Osten)solgende:

1> die Küste Sierra Leone, von 10" nördlicherBreite bis zum Cap Mesurado, 70—80 Meilen, ander Küste fruchtbar, aber besonders für Europäersehr ungesund, weiter nach dem Innern stark be-waldet und mit milderem gesünderem Klima. DfiEngländer haben hier schon im I. 1787 eine Coloiuefür befreite Negersklaven angelegt, die zwar bald da-raus von den benachbarten Völkern zerstört, aber1791 von der sogenannten Sierra-Leone-Compagruewieder erneuert und 1808 von der Regierung über-nommen wurde. Trotz des ungesunden Klimas hsfisich die Anzahl der Bewohner doch vermehrt und siebeträgt gegen 36,000, darunter 100 Weiße, die t"17 Ortschaften wohnen. Die Hauptstadt ist Free-town am Flusse Sierra-Leone, der an seiner Mün-düng auch für große Schiffe fahrbar ist, niit 6060Einwohnern, schön gebaut, mit Kirchen, Kasernen,Schulen rc. Ferner Regentstown, 3000EinM jWellington ,1600Einw.; Kissey, 1200 Eint».!Bathurst, Hafen, 800 Einw.; Leiceste*M 0 n n tain, 1200 Einw., u. a. Außerdem habestdie Engländer eine Niederlassung, Kingston, vetder Negerstadt Mesurado ani gleichnamigen Flusstund Cap, und in, Innern liegen noch mehrere Ncges^städte, unter denen Conseca oder Consua umangeblich 20,000 Einw. — Der Handel mit de«Eingeborenen geschieht meist durch Tausch;Innern bedienen sie sich auch eiserner Stangen oderBarren von ca. 12 Psd. an Gewicht und ohugesäh'3 Schill. Sterl. werth. In den englischen Nieder-lassungen rechnet man, besonders im größeren astsswärtigen Verkehr, nach Dollars zu 100 Cents,Handel mit dem Innern nach Macuten (eine Silbe^münze = 3% Sgr. im 30 Thlr.-F. = 4,57s Pe»^engl. Währung), welche in Stücken zu 1, 2, 5 u<[ D10 Macuten in England wirklich geprägt sind. 3»Lande wird sie -- 2600 Kauris oder Zembis fl e 'rechnet.

2) Die Pfeffer-, Körner- oder Malag^

hettaküste, vom Cap Mesurado bis zum CapPalmas, 50—60 Meilen, von Negerstämmen ve-wohnt, ohne europäische Niederlassungen und be-sonders im Innern, noch wenig bekannt.merkcnswerth ist die von den Nordamerikanern >stI. 1820 angelegte Colouie Liberia (s. d.) sürsteNeger, auf einem 36 Meilen langen Küstenstr«^vom Cap Gallinas bis zum Negerreiche Kruh, welstldie Colonisationsgesellschaft in Washington von.peBassanegern ankauste. ,

3) Die Zahnküste, Elfenbein-, ,,phanten- oder Ouaquaküste, vom Capmas bis zum Cap Tres Puntas, 50—60 Meilen,^noch wenig bekannt und hat keine europäüchNiederlassungen. Die Bewohner bauen Re -Pfeffer rc. und treiben meist lebhaften Handel nElfenbein, Gold, Palmöl, Gummi, Gewürzen •Negerstädte sind: Cavally, 10.000 EinwohM''Druiu,Lahou,Bassam, 3000 Einw-,

oder Soko, 1200 Einw. u. a.