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Hans
Hans
hechelt Je. Die weiblichen Pflanzen geben gröbereund stärkere Fasern als die männliche», und derHanf von den ersteren eignet sich daher besonders zuSeilerarbeitcn und zu grober Leinwand, während dervon den niännlichen zu feiner Leinwand und anderenGeweben verarbeitet werden kann. Die Hanffaserist ohngefähr um die Hälfte stärker als die Flachs-faser und unterscheidet sich von ihr besonders durchdie gelbliche Farbe. In 100 Gewichtstheilen frischerStengel sind 5 bis 8 Theile gereinigter Faser ent-halten. — Bei dem starken Verbrauch des Hanfes zuTauwerk und allerhand anderen Seilerwaaren, zuSegeltuch, zu feiner Leinwand und zu verschiedenen,besonders mit Wolle gemischten Geweben ist er einwichtiger Handelsartikel und wird daher in manchenLändern in großer Menge erbaut, am meisten inden Ostseeländern Rußlands fKur-, Lief-, Estb- undSüdfinnland), auch in Nowogorod, Twer, Pleskow,Witebsk, in der Ukraine rc., ferner in Polen, Ost-preußen, Galizien, am Odcrrhcin im Großherzog-thum Bade» und im Elsaß; außerdem in Ungarn,Käruthen, Kraiu, im nordischen Italien, in denmeisten Gegenden Frankreichs, in Belgien und Nord-amerika. Im Allgemeinen unterscheidet man imHandel Basthäns, auch zuweilen Paßhanf ge-nannt, der noch nicht gereinigt, sondern in demZustande ist, wie er ans der Breche kommt, undgehechelten oder Reinhaus, der wieder nach seinergrößeren oder geringeren Reinheit, nach Länge undFeinheit in mehrere Arten getheilt wird. Die kurzenverworrenen Fasern, die beim Hecheln zurückbleiben,heißen Heede, Torfe oder Hanfwerg. Der besteHans den eS gibt, wenigstens von den in größerenQuantitäten erzeugten Sorten, wird am Oberrhein,im Badifchcn, besonders im ehemaligen Breisgau,und im Elsaß erbaut und r hei ni scher oder Rhein-hans genannt. Die erste Sorte desselben, welcherganz rein gehechelt, fast ganz weiß, fest und fein vonFaden ist, heißt Schusterhanf; dann folgt derSpinn Hans, der besonders nicht so weiß ist, undder Schleißhanf, der ans diesem aussortirt wird.Die Hauptbeziehungsorte desselben sind Straßburg,Freiburg, Mannheim, Mainz und Frankfurt a. M.,und er wird »ach allen Gegenden Deutschlands, derSchweiz, Frankreichs rc. verschickt. Den meisten Hanf,der sich wegen seiner Stärke und Festigkeit ganz be-sonders zur Verfertigung von Seil- und Tauwerkeignet, liefert das nördliche Rußland, Polen, Gali-zien, Ost- und Westpreußen, und es wird damit vonden Ostseehäfen und auch von Archangel aus einbedeutender Handel nach England, Holland, Däne-mark, dem nördlichen Deutschland. Frankreich rc.getrieben. In Königsberg unterscheidet man Rein-hanf oder Rein band, welcher laug, ganz rein,aber von etwas stärkerem Faden als der rheinischeist. Er kommt hauptsächlich aus Polen, wo er ausdem Schnitthanf aussortirt, dann noch ganz reingehechelt und so verschickt wird, oder diese Sonirungund Reinigung geschieht in Königsberg, woraus ermit großer Sorgfalt gebrakt wird. Er geht beson-ders nach Holland, Schottland und Frankreich. Diezweite Sorte heißt S ch n i t t h a n s; sie ist in Qua-lität und Preis von der ersteren nur wenig verschie-den, aber nicht ganz so rein , und unterscheidet sichim Acußeren von ihr durch einen glatten Spiegel ander laugen Seite der Bunde. Schocken- oderSchuckenHans nennt man eine Gattung, die inkleine Docken oder Bündel (Schucken) gebunden istund von der man mehrere Sorten nach der Herkunft
unterscheidet; der beste ist der russische mohi-lewer, dann gibt es ordinaireu russischen undlitthaucr. Der Paßhanf ist unrein, schwachund von gemischter Farbe, Länge und Güte. DieKLuigsberger Hansheede ist in lose Stränge zu-sainmei,gedreht und eigentlich ei» ordiuairer Hanszu nennen; die Kratzheede aber ist bedeutend ge-ringer und besteht aus verworrenen Fasern. 3 11Danzig hat man ohngefähr die nämlichen Sortenund an beiden Plätzen verkauft man Hanf und Heedenach dem großen Stein von 31 Psd. In Petersburgbat man Reinhanf, Halb- oder Mittelrein-hanf und Ausschußhanf; der letztere ist nichtganz frei von Heede. In Riga heißen die SortenReinhanf, Ausschuß, Paßhanf und Torfe;vom ersteren sind die Packen mit 10, voin Ausschußmit 8, vom polnischen Pasthanf mit 7, vom licflän-dischen mit ü, die Torfe mit 5 Bändern und einemGarnseil (Kabelgarn) gebunden. Drujaner heißteine Art Reinhanf, welcher dem gewöhnlichen anGüte gleichsteht und der auch nach Königsberg kommt.Auch werden hier die Sorten noch mit einem ange-bundenen Bretchen bezeichnet, auf welches beim Rein-hanf ein K, beim Pasthanf ein P gebrannt ist undauf dem außerdem noch der Name des Verkäufers,des Brokers und der beiden Binder steht. Der Torsist nur mit einem Schlüssel bezeichnet. Die Preisewerden in Rußland für den Berkowez oder dasSchiffpfund von 10 Pud oder 400 Pfd. gestellt undman versendet ihn in großen Packen oder Ballen,die beim Reinhanf 50—60, beim Ausschuß 40—50,beim halbreinen 30—40, bei der Heede 20—25 Pudwiegen. — In Ungarn wird der meiste und besteHanf im Bacser Comitat erbaut, dessen Productionin guten Jahren jährlich 108,000 Clr. beträgt. Derbeste ist der Apathiner, aus der Umgegend desMarktfleckens Apathin. Er ist Perlgrau von Farbe,weich, lang, fein und fest und läßt sich wie Flachszurichten; auch werden die besten Sorten zu Schuh-machergaru und zu Leinwand verarbeitet. Der so-genannte slowakische, besonders ausdemNeitraerComiiat, nördlich von Pesth, ist ebenfalls eine schöntlange und feine Sorte; der beste, welcher B öslinggenannt wird und von der ersten Einsammlung, vonmännlichen Pflanzen kommt, läßt sich schön und sei"zurichten; der von der zweiten Einsammlung, Säm-ling genannt, ist rauher und gröber und nur;NSeilerarbeiten brauchbar. In Galizien wird oerbeste in der Gegend von Grodek im Lemberger Kreisterbaut, der zum Theil zu guter Hansleinwand ver-arbeitet wird; im Lande selbst wird viel Tanwerd
Segeltuch und Packlcinwand daraus verfertigt. ~..illyrische Hanf, besonders aus dem Görzer Krennach der venetianischen Grenze zu, fällt inS Silber-grane und zeichnet sich durch außerordentliche Längund große Festigkeit aus; er wird unter dem Ram?italienischer selbst bis nach Wien gesandt. Unter veitalienischen Sorten ist der Bolo gneser amsten geschätzt, indem er sich durch Reinheit, Fest'g^und einen schönen seinen und weichen Faden anzeichnet. Man verarbeitet ihn zu seiner uud geringLeinwand, sowie zu Stricken und Tauwerk undwird davon viel nach den östcizceichifcheiinach Frankreich, England rc. gesandt. Außerdcwird auch in der Gegend von Ferrara, Ravenn-Ceiena, Ancona, Cento, Lugv rc. im Kirchemtaguter Hanf erbaut. Im Venetianischen wird beiders in der Gegend von Montagnana schöner lang ^Hanf gebaut; in der Lombardei hauptsächltch in