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Erster Band.
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Judasohr

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Jute

soll der von I. Bayer in Hermannstadt dem russi-schen ganz gleichkommen.

Jüdasohr, s. Fliederschwamm.

Judendorn, Christendorn oder Brustbee-renbanm, Rhamnus Zizyphus oder Zizy-phus vulgaris, ein im südlichen Europa unddem mittler! Asien wachsender, 18—20 Fuß hoherBaum, welcher die Brustbeeren (s. d.) liefert unddessen Hol; zu Drechslerarbeiten und anderen kleinenGegenständen benutzt wird.

Judendvrn, geflügelter, s. Stechdorn.

Judenkirschen, Blasenkirschen oder S ch lü t-ten, Baccae Alkekenghi, sind die Früchtevon Physalis Alkekenghi, eines in südlichen Ländernwildwachsenden, bei uns häufig in Gärten gezogenenbaumartigen Strauches, welcher der Form nach demNachtschatten gleicht, aber höher und grader ist. Siesind von der Größe einer kleinen Kirsche, scharlach-roth und von dem geschlossenen, blasenförmigenKelche umgeben, der inwendig einen bitteren Staubhat, weshalb man die Kirsche, wenn man sie frischessen will, nicht damit berühren darf. Sie sindschwer zu trocknen wegen ihrer dicken und festenSchale, wehhalb man Einstiche in sie macht, habeneinen säuerlich süßen Geschmack, enthalten viele nie-renförmige Samenkörner und werden getrocknet inden Apotheken geführt, indem man sie zuweilen gegenNieren- und Blasenkrankheiten, und auf glühendenKohlen verbrannt, den Rauch gegen Zahnschmerzenanwendet. Aus den Blättern der Pflanze wird dasPhysalin gewonnen, ein leichtes, gelblich-weißesPulver.

Judenkraut, s. Schafgarbe.

Judenmaßglaser, s. Spiegel.

Judenpalmen nennt man die in dem ArtikelAdamsäpjel erwähnten Palmenzweige, welche dieJuden bei ihrem Laubhüttenfeste brauchen. Siekommen von der Zwergpalme, Chamaerops hu-milis, und werden meist aus Italien bezogen.

Judenpech, Iudenharz, Judenleim, s.Asphalt.

Judenpechholz, ein schwarzes, hartes, harziges,bräunlichgrüncs Holz, das einen starken, dem Juden-pech ähnlichen Geruch hat und vom grünenEben Holzbau me, Aspatatn» Ebenus, kommensoll. Es nimmt eine schöne Politur an und wirddeshalb zu seinen Tischler- und eingelegten Arbeitenverwendet. Man erhält es aus Aegypten und derLevante.

Judenwechsel nennt man zuweilen, namentlichin Leipzig, Solawechsel, die mit einer Menge, beson-ders auf ausländische Gesetze gegründeter Klauselnversehen sind und die ursprünglich von jüdischenMeßeinkäusern für die auf Kredit gekauften Waarenausgestellt wurden. Daß man sich ihrer auch im ge-wöhnlichen Leben zuweilen bedient, ist ganz unnütz,da jene Klauseln jetzt theils überflüssig, theils wir-kungslos sind. (S. W e ch s e l.)

Judenweihrauch, s. Storax.

Jüdischer Balsam, s. Mekkabalsam.

Jusfers nennt man in Holland eine Art kurzerSchifssmasten aus den Ostseehäfen; in Norwegenaber versteht man darunter dünnes Dachsparrenholzvon 18—24 Fuß Länge.

Juften, s. Juchten.

Juilie heißt ein guter rother französischer Weinaus der Gegend von Beaujen im Rhvnedepartement,der zu den Burgunderweinen 3. Classe gerechnet wird.

Juillenasweine sind sehr starke, geistige rothe

Weine von ziemlich dunkler Farbe, aus der uämlichenGegend wie der vorige, die ebenfalls zu den Burgun-derweinen 3. Classe gehören.

Jujubae, s. Brustbeeren.

Julibalirinde, s. Trichilienrinde.

Jumelin, ein rother Wein aus dem HerzogthumParma, der in der Qualität den Oberburguuder-weiuen 3. Classe gleichgesetzt werden kann.

Junayweine sind rothe und weihe Burgunder-weine aus der Gegend von Tonnerre im Departe-ment Uonne, von denen die rothen, welche eine schöneFarbe und guten Geschmack haben und sehr dauer-haft sind, zur 4. Classe, die weißen aber, welcheKörper und besonders viel Geist und Woblgeruchhaben, zu den vorzüglichen Sorten der 2. Classe ge-hören.

Jungfernglas wird das Mari englas zu-weilen genannt.

Jungfernheringe, s. Heringe.

Jungfernholz, s. Gelb holz.

Jungfernmilch, s. Benzoe.

Jungsernöl, s. Olivenöl.

Jungfernschwamm, s. H e i d e n m o u s s e r o n.

Jungmaß heißt in Frankfurt a. M. das bei demcinzelucn Verkauf anzuwendende Flüfsigkeitsmaß;s. Frankfurt a. M.

Juranoons sind rothe, blaßrothe und weißeWeine aus der Gegend von Pari im franz. Depart.der niederen Pyrenäen. Die rothen und die blaß-rothen sind besonders geschätzt; die ersteren habenschöne Farbe, Körper, Geist und Würze; die letzteren,zu denen rothe und weiße Trauben zusammen ge-keltert werden, sind leicht, fein, zart und von ange-nehmem Geschmack. Die weißen haben einen trüffel-artigen Geruch und Geschmack, sind haltbar und ge-winnen durch das Alter.

Jusclam, ein geistreicher, angenehm schmeckenderrother Wein aus der Gegend von Avignon im franz.Depart. Laucluse.

Jussyweine sind rothe Burgunderweine 3. und4. Klasse aus dem Bezirk Auxerre im DepartementNonne. Am besten sind die von der Höhe Bellefille,welche zu den beliebtesten französischen Weinen ge-hören.

Justiren oder adjustiren heißt im Allgemeineneiner Dache die nöthige Genauigkeit geben, nament-lich auch sie durch Abmessen oder Abwägen genauberichtigen. In diesem Sinne wird das Wort be-sonders von den Münzen und von den beim Ver-kauf angewendeten Maßen und Gewichten gebraucht,und man nennt justirte Münzen solche, vondenen jede einzeln gewogen worden ist. Maße undGewichte werden justirt, indem die dazu bestelltenBeamten sie mit den Normalmaßen und Gewichten(Etalon s) vergleichen, und wenn sie sie richtig be-finden, mit einem Stempel versehen.

Justirseilen nennt man Feilen mit ganz feinem,kaum sichtbarem Hiebe, fürUhrmacher, Mechaniker re.

Jute oder Chinahanf, auch arrakanischerHanf, und in Ostindien Gh enallapaat, Ghs-naltapaat oder Natta-Jute genannt, ist einvon der Kapselmußpflanze, Corchorus capsu-laris, die in Ostindien und besonders in Bengalenhäufig angebaut wird, gewonnener Faserstoff. Erläßt sich wie Flachs sehr fein kämmen, wie Baum-wolle kardätschen und völlig weiß bleichen und hatdann einen schönen, seidenartigen Glanz; auch läßter sich gut mit Seide, Flachs und Baumwolle ver-mischt verarbeiten, ist jedoch weniger haltbar als der