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Zweiter Band.
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Lamp eil

sie sind jedoch nicht lange im Gebrauch geblieben, dadie Flamme selten ganz ruhig brennt, und sie auchsehr viel Oel verzehren, und man findet sie jetzt nurnoch zuweilen als Billardlampen im Gebrauch. Umdas Licht nach nuten zu werfen und es besonders beiden Stndirlampen von den Augen abzuhalten, bedecktman die Lampen mit einem an der unteren Seiteweiß angestrichenen Blechschirme; durch eine Glockevon Milchglas wird ebenfalls das nach unten fallendeLicht vermehrt, und zugleich verbreitet die Flammeauch über sich und seitwärts ein sanftes Licht, ohnedaß sie selbst sichtbar und dem Auge beschwerlich ist.Anstatt der Glocke wendet man auch bei einigen neuenArten von Säulenlampen, sowie bei Wand- undKronlenchterlampen eine Kugel von Milchglas an.Um bei den Tischlampen dem Oelbehälter eine zweck-mäßigere Form und Stelle zu geben, umgab mandie Lampe in gleicher Höhe mit der Flamme mit einemhohlen Kranze, welcher das Oel aufnimmt und ausdem es durch Röhren dem Dochte zugeführt wird,und eine ähnliche Einrichtung wurde dann auch beimanchen Hängelampen eingeführt. Damit dieserKranz bei den ersteren so wenig als möglich Schattenwarf, machte man ihn mehrere Zoll breit und nachmnen ziemlich dünn, nach außen aber etwas stärker,gab auch der Glasglocke eine besondere Form, underreichte dadurch den Zweck, daß ein kaum bemerk-barer Schatten entstand, weshalb man diese Art derLampen Sinombrc- oder Sinumbralampenschattenlose) nennt. Eine andere Form des Oelbe-hälters ist die, daß er eine Art Flasche mit engemHalse bildet, welche umgestürzt wird und nur so vielOel ausfliesten läßt, alö nach und nach verbrennt.Diese Einrichtung wird bei Wandlampen, Studir-lampen und auch bei mehrarmigen Hängelampenangewendet. Ferner gibt es Tischlampen, welcheden Oelbehälter tief unter dem Dochte im Fuße habenund in denen das Oel durch den Druck der Luft odereines Gewichts emporgetrieben oder auch gepumptwird. Dieser Art sind die sehr zweckmäßigen Re-gn l a t e u r l a m P e n, welche so eingerichtet sind, daßman den Zufluß des Ocls zum Dochte beliebig regu-nrenkann, wobei es am besten ist, wenn nur einwenig mehr Oel zufließt, als verbrennt, indem danndas brennende Ende des Dochts nicht verkohlt; dasüberflüssige Oel aber fließt außen am Brennrohreherab in den Oelbehälter. Bei diesen Lampen kannjedoch durch das öfters nothwendige Zupumpen vonOel eine gleichmäßige Helligkeit nicht bewirkt werden.Ferner gehören hierher die Pakersche aerostati-sche Lampe, die Tiloriersche hydrostatischeund die Carcelsche Uhrlampe, und einige ähn-liche. In der zuletzt erwähnten, die besonders inFrankreich sehr im Gebrauch ist, wird das Oel durchein Uhrwerk in die Höhe gepumpt, wodurch sie aberziemlich kostspielig wird, auch leicht Reparaturen er-fordert, weshalb ihnen die Regulatenrlampen vor-zuziehen sind. — Zum Brennen von ätheri-schem Oel sind die in Birmingham erfunde-nen, jetzt aber auch in Deutschland verfertigtenC a m p h i n- oder B e st a l a m p e n die vorzüglichsten,in denen Camphin oder gereinigtes Terpentinöl ge-brannt wird. Die Einrichtung derselben hat beson-ders den Zweck, einen sehr starken Luftzutritt zu derFlamme zu erzeugen, denn ohne diesen würde sie zusehr rauchen und rußen; sie geben aber, wenn siestets sorgfältig behandelt und in Ordnung gehaltenwerden, ein weißeres und helleres Licht als jede Oel-lampe. Die Lüdersdorfscheu Dampf-, Gas-

oder Gasätherlampen-verbrennen den Dampfvon Leuchtspiritus, einer Mischung von Weingeistund gereinigtem Terpentinöl, welcher aus mehrerenkleinen Oeffnungen hervordringt und daher ebensoviel kleine Flämmchen bildet, die sich zu einer größe-ren Flamme vereinigen. Die Verdampfung desLeuchtspiritus wird durch die Wärme der Flammeselbst erzeugt; in den ersten Augenblicken aber ge-schieht es durch die Flamme eines Dochtes, welchenman anzündet und der dann wieder verlöscht. Siegeben ein schönes, Helles, aber ziemlich kostspieligesLicht. Die Benutzung des Schiefer- oder Miue-röllas als Brennmaterial ist erst seit kurzem ein-geführt worden. Es gibt eine ausgezeichnet schöneFlamme, wird jetzt auch sehr billig erzeugt und hat über-dies den Vorzug vor dem Camphin, daß es wenigerstark raucht und daher weniger Luftzug zu der Flammenöthig ist. Man hat besondere Lampen dazu construirt,doch kann es auch in Camphinlampen gebrannt wer-den; dagegen verbreitet es einen unangenehmen Ge-ruch, weshalb es sich zum Brennen in Zimmern nichteignet. Das Steinkohlenöl, welches aus Stein-kohlentheer bereitet wird, kann ebenfalls in Camphin-und in Schieferlampen gebrannt werden; doch benutztman es bis jetzt nur hin und wieder zur Straßen-beleuchtung. Unter diesen Arten von Lampen zeich-net sich die Gaslampe, (Dampflampe, Aethergas-lampe) von Lüdersdorf, in welcher nichtOele, sonderndie aus dem erwärmten Leuchtspiritus aufsteigendenGase brennen, durch ein reines, Helles und gleich-mäßiges Licht aus; doch ist sie nicht sehr verbreitet.Für die Kohlenbergwerke ist die von Davy erfundeneSicherheitslampe, welche die Flamme in ein seinesDrahtgeflecht eingeschlossen, wodurch der Zutritt derGase zu der Flamme, mithin Explosionen unmög-lich werden, für die Grubenarbeiter von größterWichrigkeit geworden. Vor etwa 2 Jahren kamdurch das vorerst vielseitig in Amerika und späterauch an einigen Orten in Europa aus der Erde ge-wonnene Erdöl oder Petroleum wieder eine neue Artvon Lampen in den Handel, welche ebenso wie vieleandere Lampen, durch ihre eigene nur zum Brennenvon Erdöl nützliche Construction, und bis jetzt jedesonstige Lampe, sogar die kurz vor derselben sehr ver-breitete Schieferöllampe (s. o.) vermöge ihres Brenn-materials, an Leuchtkraft, als auch durch ihre Spar-samkeit an Material weit übertrosien haben. DieEinrichtung derselben ist, obgleich solche anfangs vonVielen für sehr complicirt gehalten wurde, sehr ein-fach, und bei deren Behandlung, wenn das jederLampe bestimmte Licht erzielt werden will, blos großeAccurateste und Reinlichkeit zu beobachten. DerDocht bei den Petrol.-Lampen brennt nicht wie beiden meisten Fettöllampen oben am Brenner bemerk-lich, sondern unten unsichtbar in der Dochtscheide,und ist derselbe also gleichsam nur ein Sauger undnicht wie es bei den anderen Lampen der Fall ist. einBrennkörper. Ueber denjenigen Theil des Dochtes,welcher vom Oelgefäß in den Brenner läuft, ist diesogenannte Doch'tscheide gesetzt, welche etwa 4—5"'unter der Kappe aufhört. Unter dieser Kappe sam-melt sich der nöthige Sauerstoff, um mit dem eben-falls dort gebildeten Luftzug, der Flamme oberhalbdes Brenners die richtige gasartige Klarheit zu geben.In Folge der durch das Petroleumbrennen ausströ-menden großen Hitze, welche eine auch noch so kleineFlamme gibt, werden wieder größere sehr weit-bauchige Cylinder nothwendig. Endlich ist zu be-merken, daß es in Petroleumlampen sehr verschiedene