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Zweiter Band.
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Lampenschwarz

Arten von Brennern gibt, wobei besonders die Flach-brenner , in manchen Gegenden auch die Rundbren-ner — beide jedoch mit Cylinder versehen — denVorrang vor den übrigen haben. Erdöl-Lampenohne Cylinder kommen seit neuester Zeit ebenfallsvor, zeigen sich aber wegen unzweckmäßiger Con-struction als weniger dienlich, indem sie nicht nurnicht mehr Oel als eine mit Cylinder verseheneLampe verzehren, sondern auch, da die Flammewegen Mangels an einem Cylinder dem Luftzug aus-gesetzt ist, sehr stark rauchen. —Die Lampen zumBrennen von Leuchtgas kommen in der Regel nichtin den Handel, da die Gasbereitungsanstalten siegewöhnlich entweder selbst anfertigen oder anfertigenlassen. Sie haben das Eigenthümliche, daß dasGas, welches angezündet wird, durch eine odermehrere sehr enge Oeffnungen ausströmt, und dieForm und Anordnung dieser Oeffnungen bestimmtdie Form der Flamme. Aus einer oder aus dreinahe bei einander befindlichen Oeffnungen entstehteine schmale und spitzige Flamme; ist die Oeffnungein enger Schnitt, so wird die Flamme breit undfledermauSflügel- oder fischschwanzförmig; sind meh-rere kleine Löcher um ein Zugrohr, wie in einer ar-gandischen Lampe angebracht, so entsteht auch wiebei dieser eine runde Flamme. — Die äußere Formder Lampen ist natürlich ebenso verschieden, als dieArt der Anwendung, zu denen sie bestimmt sind,und ebenso auch das dazu verwendete Metall. Dieam meisten gebrauchten Tisch-, Studir- und Hänge-lampen werden von lackirtem Blech oder auch vonMessingblech meist von den Klempnern verfertigt,doch gibt es auch eigene Lampenfabriken in mehrerengroßen Städten, wie in Berlin, Wien, Prag, Mainz,Koblenz, Köln und an vielen anderen Orten. Mangibt ihnen zum Tbeil die elegantesten Formen mitMalereien, Vergoldungen rc., und noch reichere ver-fertigt man von vergoldeter Bronze. Auch kommendergleichen zuweilen von Paris, London und Bir-mingham. Noch sind zu erwähnen die Lampen,welche zur Erwärmung und zum Kochen dienen.Man brennt in ihnen fast nur Spiritus und ge-braucht sie sowohl in Häusern, als in chemischenLaboratorien.

Lampenschwarz ist eine aus dem Lampenrußsich ansetzende sehr schwarze Masse, aus der eine sehrfeine, schwarze Malerfarbe bereitet wird. ' Man ge=taucht es auch zur Bereitung der Buchdrucker- und

Kupferdruckerschwärze.

Lnmpertsnüsse, s. Haselnüsse.

Lampreten, s. Neunaugen.

Lancrrte Waaren , s. Broschirte Zeuge.

Landen heißt, mit einem Schiffe an das Landoder Ufer fahren.

Landesprodukte nennt man die rohen oder halbverarbeiteten Erzeugnisse des eigenen Landes, beson-ders die des Pflanzenreichs, wie Getreide, Hülsen-früchte, Samen von Oel- und Futterpflanzen, ausersteren geschlagenes Oel, Hanf, Flachs, Hopfen,getrocknete Früchte, Pflaumenmuß, Möhrensaft,Graupen, Färber- und Arzneikräuter und Wur-zeln rc.; auch gehört eigentlich Wein und Tabak dazu,obgleich man diese und meist auch das Getreide, nichtunter jenem Namen begreift.

Landgummi wird das Gummi genannt, wel-ches von den einheimischen Obstbäumen, wie Kirsch-,Pflaumen-, Aepfelbäumen ausschwitzt. Es wirdhauptsächlich von den Hntmachern gebraucht.

Landirac oder Landiras ist eine Gattung wei-

Lnndivirthschaft

ßer Bordeauxweine aus dem DeparN Gironde, vondenen der beste zu den Weinim dritter, die geringenzur vierten Classe gehören.

Landmünze nennt man zuweilen die Scheide-münzen, da sie nur zur Circulation im eigenenLande bestimmt sind, und früher auch verschiedenegrößere Münzen, die in einigen deutschen Staatenvon geringerem Gehalt als die eigentlichen Conrant-münzrn geprägt wurden.

Laudsberg an der Warte und an der königlichPreußischen Ostbahn, in der Provinz Brandenburg,mit 17,000 Ciuw., einer Kreis-Bank-Comniandite,Eisengießereien und Maschinenfabriken, Leder- undPapierfabriken, Brauereien und Kalkbrennereien^Schifffahrt, wichtigen Wollmärkten, starkem Ge-treide-, Woll- und Spiritushandel. In der Nähesind Eisenhammer und große Eisenhütten.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Landseide snennt man zuweilen die in einigenGegenden des inneren Deutschlands, wo Seidenbaugetrieben wird, gewonnene Seide.

Landtücher nannte man besonders sonst inDeutschland die im eigenen Lande verfertigten Tücher,zum Unterschiede von besseren ausländischen, die aberjetzt von den inländischen vollkommen erreicht undzum Theil selbst übextroffen werden.

Landweine neunt man besonders im mittlenDeutschland, an der Elbe, Saale, in Schlesien rc.,die im eigenen Lande erbauten Weine.

Landwirthschaft. Dieselbe hat zum Zweck, diedem Menschen nothwendigen und nützlichen Pflanzenund Thiere hervorzubringen und zu kultivireu, da-neben aber auch die dazu erforderlichen Bedingungenam zweckmäßigsten und gewinnreichsten herzustellenurid zu benutzen. Die Kunst der Landwirthschaft be-steht demnach in der Aufgabe, durch Erfahrung undTheorie einestheils der Natur das abzugewinnen,was sie verweigert, anderntheilö, dem schädlichenEinfluß derselben vorzubeugen oder die erlittenenNachtheile auf das einfachste und billigste auszuglei-chen und endlich dasjenige, was die Natur bietet,so vollständig wie möglich und mit dem größten Ge-winn auSzubenten. — Die Landwirthschaft zerfälltin P f l a n z e n b a u und Viehzucht; beides ergänztsich und muß, wenn nur einige Vollkommenheit er-zielt werden soll, eng verbunden werden. ZudemPflanzenbau gehören als die wichtigsten Zweigederselben: der Getreidebau, Handels-Gewächsebau(Oel-, Färb-, Hopfen-, Tabak-Pflanzungen), Wiesen-wirthschaft, die Obstbaumzucht, der Gartenbau. —Die Viehzucht beschäftigt sich mit der Zucht, War-tung und Pflege der landwirthlichen Hansthiere. DieNothwendigkeit der Düngung macht dieselbe für denPflanzenbau unentbehrlich. Die landwirthschaftlicheArbeit ist als vollendet anzusehen, wenn das beab-sichtigte rohe Erzeugniß gewonnen ist, z. B. das er-baute Getreide gedroschen, der Hanf und Flachs ge-zogen, die Milch gemolken. Bei mehreren Erzeug-nissen ist jedoch der Landwirth genöthigt, sich einerweiteren Bearbeitung zu unterziehen; Flachs undHanf verkauft sich nur gebrochen, die Milch muß inButter oder Käse verwandelt werden. Ist nun derLandwirth indem Falle, daß er seine Erzeugnisseweiter zurichtet oder verwerthet, so vereinigt er an-dere Gewerbe mit seinigem, und kann ihm dies,wenn dadurch die auf die Landwirthschaft berechnetenKräfte dieser nicht entzogen werden , nur Vortheil-haft sein. Die Landwirthschaft ist in einem wohl-