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Leder
schweren Häuten geschieht, so heißen sie lackirtesLeder, das zu sehr vielen Arbeiten verwendet wird.DaS feine französische und Erlanger Häudschuhlederwird meist mit einer Glaskugel oder einer Glattwalzegeglättet und heißt dann glacirtes Leder. Aehn-lich ist auch das englische sogenannte Atlasleder,das besonders zu feinen Damenschuhen verarbeitetwird, das sogenannte Hühnerleder ss. d.), unddas Brüsseler Leder, ebenfalls ein feines Hand-schuhleder mit seidenartiger Oberfläche und schönenlebhaften Farben. Gepreßtes Leder, auf welchesmit gravirten Metallplatten oderWalzen verschiedeneMuster und Zeichnungen gepreßt sind, wird beson-ders zu Büchereinbänden, Brieftaschen u. drgl. be-nutzt und ist oft eine Nachahmung des Marokinsund Saffians. — In neueren Zeiten benutzt manauch die Haut von Fischen und Reptilien mit günsti-gen Resultaten zur Lederbereitung. So hat man inAmerika die Haut der Boa Constrictor, des Kaimansdazu verwendet. Die erstere behält ihre Zeichnungund liefert ein völlig wasserdichtes Schuhwerk vonbesonderer Weichheit und Feinheit. Die letztere stehtdem Juchtenleder ganz nahe. In Schweden undNorwegen nimmt man dazu öfter die Haut des Sal-men. Um diese Häute gar zu machen , werden sieeiner ganz ähnlichen Bearbeitung, wie die der Schafeund Rinder unterworfen. — Die Lederfabrikationist jetzt über alle civilisirten Länder der Erde ver-breitet . am vollkommendsten aber wird sie in England,Frankreich und Deutschland betrieben. Die beidenzuerst genannten Länder sind Deutschland in derGerberei noch etwas voraus, dagegen steht ihnendieses in der Lackirung, Färbung und Appretur desLeders wenigstens gleich. In Deutschland wird dasbeste lohgare Leder in der preußischen Rheinprovinz,namentlich in Malmedy, Prüm. Siegen, Trier rc. be-reitet, außerdem besonders in und um Maastricht inderProvinz Limburg, weshalb man auch gewöhnlichnicht allein das in dieser Stadt, sondern auch das in dengenannten rheinpreußischen und in mehren belgischen(Lüttich, Stablo rc.) bereitete Sohlenleder Maast-richter nennt. Ferner gibt es bedeutende Leder-fabriken und Gerbereien in Mainz, Trier, Koblenz,Berlin, Eschwege, Mühlhausen, Kassel, Stuttgart,Reutliugen, Magdeburg, Hamburg, Wien, Brünnund an mehreren anderen Orten in Deutschland.In Ungarn. Galizien, Siebenbürgen, überhaupt infast allen österreichischen Provinzen u. in der Lombar-dei wird vieles und zum Theil sehr gutes Leder, aumehreren Orten auch Corduan bereitet. In Belgiengibt es bedeutende Lederfabriken, in Brüssel, Lüttich,Gent, Stablo w., welche sehr gute Waare liefern. InRußland ist die Fabrikation von allen Sorten Ledersehr verbreitet; auch verfertigt man daselbst außer demJuchten, welcher dem Lande eigenthümlich ist, vielSaffian, Chagrin und in einigen Gegenden Renn-thier-, Elend- und Wallroßleder. Das russischeSohlenleder steht jedoch dem englischen, deutschenund belgischen nach. In Spanien wird zwar vielLeder verfertigt, aber nicht von besonderer Qualitätund es wird daher viel eingeführt. Dies ist auch inItalien der Fall, wo sich indessen in mehrerenGegenden die Lederfabrikation in der neueren Zeitgehoben hat, namentlich im Neapolitanischen undMailändischeu. Man rechnet, daß von dem inEuropa fabrizirten Leder 80"/,» auf Deuschland,25o/o auf Rußland, 21% auf England, 10% aufFrankreich, 2% aufzeigten, 1%"/» aus die Türkei rc.kommen. (Man sehe übrigens die Artikel über die
Leeds
einzelnen Lederarten.- — Mau hat auch zuweilenkünstliches Leder verfertigt, indem man Leder-a.bfälle und mehrere andere thierische Stoffe aufchemischem Wege auflöste und in einen Brei ver-wandelte, welcher dann in Platten geformt wurdeund wie Kalblcder verarbeitet werden konnte. Zueiner allgemeinen Anwendung ist jedoch dieses Pro-dukt, für welches unter anderem eine Fabrik inGumbvltskircheu bei Wien angelegt wurde, nicht ge-koiumen.
Ledergummi, s. Kaut s ch u k.
Lederlack ist ein Lackfirniß, mit dem man dasLeder lackirt und der auf verschiedene Art bereitetwird. Er darf besonders nicht spröde sein, damit erbeim Biegen des Leders nicht leicht bricht. Denjeni-gen, welcher zum Lackiren des Riemenzeugs für dasMilitair gebraucht wird, nennt man auch M i l i -t ai rlack..
Lederleinwand, ital. Corame oder Tele co-rame, nennt man eine der Creas ähnliche, aberdichter und fester gewebte weißgarnige Leinwand,die in Böhmen und in der Oberlansitz verfertigtwird und besonders nach Italien geht.
Lederwaaren sind eine Classe sehr maunichfaltigerArtikel, welche, abgesehen von dem Schuhwerk, dasman nicht unter diesem Namen begreift, theils vonRiemern, Sattlern und Täschnern, theils von be-sonderen Lederwaarenfabriken verfertigt werden,z. B. Sattel- und Riemenzeug, Kutschgeschirre, Reit-und Fahrpeitschen, Jagd-, Reise- nud Geldtaschen,Mautelsäcke, Arbeitsbeutel, Hut- und andere Futte-rale, Etuis, Brieftaschen, Cigarrenbüchsen, Porte-monnaies, Mappen, Portefeuilles, Schreibzeuge,Gürtel, Mützen, Hosenträger rc. Die deutschenFabriken, die eS an vielen Orten, z. B. in Wien,Prag, Berlin, Stuttgart, Offenbach, Nürnberg,Freiberg rc. giebt, liefern jetzt diese Artikel ebensoschön und gut, wie die englischen und französischen,von denen man sie früher vorzngsweis bezog.
Lederzucker oder Reglisse ist eine Mischungvon Zucker und Pflauzenschleim, die gewöhnlich inStreifen geschnitten verkauft und als ein auflösendesund den Reiz linderndes Mittel gegen Husten ge-braucht wird. Dem Zucker wird fast immer arabi-sches Gummi und außerdem Althäsast, ein Aufgußvon Süßholz, zuweilen auch Eiweis rc. zugesetzt.
Leditannsäure, Ledixanthin, Ledumkam-pher, s. Rosmarin, wilder.
Leeds, bedeutende Handelsstadt in der englischenGrafschaft Jork, am Aire und durch Kanäle undEisenbahnen mit Hüll, Manchester, Liverpool undden übrigen großen Städten des Landes verbunden,mit 207,600 Einw. Es ist der Hauptsitz und Mit-telpunkt der englischen Wollspinnerei und Tuchfabri-katiou und der wichtigste Handelsplatz, besondersfür mittle und ordinaire Tuche. Es befinden sich zudem Ende hier zwei schöne Tuchhallen, die eine fürden gefärbten, die andere für den ungefärbten Stoff,wo die in der ganzen Umgegend verfertigten Tuchezum Verkauf ausgelegt werden, in der Stadt selbstaber befinden sich großartige Fabriken, von denenmehrere dieWolle unter dem nämlichen Dache färben,spinnen, weben, walken und appretiren. Auch das
t ärben und Appretiren der roh zur Stadt gebrachtenuche ist ein wichtiger Industriezweig. Außerdembefinden sich hier große Baumwollen- und Flachs-spinnereien, Leinwand-, Segeltuch-, Teppich-, Leder-,Papier-, Preßspan-, Steingut-, chemische u. a. Fab-riken, Eisengießereien rc.