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Zweiter Band.
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Löwenzahn 125 London

in Westphalen und Hannover meist von Hanf, zu-weilen aber auch von Flachs, oder von Flachs undHaufheede gemischt gewebt werden. Die in Rollengebundenen Stücke sind 100 oder 120 Ellen langund ca. iy 4 Ellen breit und haben in der Kette16—28 Gänge von 40 Faden. Auf den Leggen er-halten die besseren Sorten den Stempel über demBande, mit welchem die Stücke an den Enden ge-bunden sind, und werden daher Oberband, diegeringeren, welche unter dem Bande gestempelt wer-den, Unterband genannt. Diejenigen, welchenicht die richtige Länge und Breite haben, erhaltengar keinen Stempel und heißen Einband. Siekommen theils roh, theils gebleicht und halbge-bleicht vor und haben weiter keine Appretur als dieMangel. Man verwendet sie zu Matratzen, Säcken,kleinen Segeln, die gebleichten zu Hemden für dieunteren Stände.

Löwenzahn, Hundeblume, Pfaffenröhr-lein, auch zuweilen Butterblume genannt,Leontodon taraxacum, eine überall aufWiesen und als lästiges Unkraut in Gärten wach-sende Pflanze mit schrotsägeförmig gezahnten, baldbreiten, bald schmäleren Blättern, rührigem Stengel,gelber Blume und gefiedertem Samen, der einekugelförmige Krone bildet. Die spindelförmige,außen schwärzliche, innen weiße, spannenlange, obenfingersdicke, runzliche und fleischige Wurzel, Ra-dix Taraxaci, oder Dcntis Leonis, enthältwie die ganze übrige Pflanze einen weißen Milchsaft,der als eröffnendes, blutreinigendes Mittel in ver-schiedenen Krankheiten gebraucht wird. Man'preßtihn daher aus der im Frühjahr, ehe der Blüthenstengelaufschießt, mit dem Kraute ausgegrabenen Wurzelund wendet ihn entweder frisch an oder kocht ihn zueinem braunen, angenehm bitter schmeckenden Ex-tract ein. Auch genießt man die Wurzel mit denjungen Blättern im Frühlinge als Salat oder mischtdie letzteren unter das Grünkram. Die Wurzel hateinen süßlich bitterlichen, schwach salzigen Geschmack.

Lof oder Loof, ein Getreidemaß und Gewichtm Riga.

Log oder Logg heißt ein Instrument, mit wel-chem man die Geschwindigkeit der Fahrt eines See-schiffes abmißt. Es ist ein dreieckiges hölzernesBrelchen, von dem 2 Seiten 6 Zoll, die dritte aber,welche einen Bogen bildet und in deren Mitte einbleiernes Loth an einer langen Schnur angehängtist, 9y, Zoll mißt. Von den 3 Ecken gehen Schnüreaus, die sich an dem Ende einer Leine, der Log-leine, vereinigen, und diese ist um eine Rolle ge-wunden , die sich sehr leicht um ihre Achse dreht undam Hintertheile des Schiffes befestigt ist. WennMan das Log ins Wasser wirft, bleibt es senkrechtund unbeweglich auf der Oberfläche stehen, währendMan die Leine genau 7a Minute oder Viao Stundelang von der Rolle ablaufen läßt. Diese ist durchKnoten in gleiche Abtheilungen von Viao Seemeile^theilt und so viel solcher Knoten in Viao Stundeabgelaufen sind, so viel Seemeilen hat das Schiff in1 Stunde zurückgelegt. Man sagt daher: „dasschiff segelt oder macht so und so viel Knoten",

h- so und so viel Seemeilen in der Stunde. JeneUntersuchung wird gewöhnlich alle Stunden ange-bellt und das Resultat, sowie die Richtung desWindes, des Courses rc. entweder in ein besonderes"gbnch oder in das Schiffsjournal, welches dannauch Logbuch genannt wird, eingetragen.

Lohe, s. Eichenrinde.

Loher Stahl heißt eine Art Rohstahl, der beson-ders im Kreise Siegen in Westphalen bereitet wird,und von welchem man Edelköhr, den besten undgeschmeidigsten, und Mittelköhr unterscheidet. >

Lohn, s. v. a. Fracht; s. d.

Lohrglas oder M o n d g l a s nennt man eine Artgrünes Glas in runden Scheiben, die in der Mitteeine Erhabenheit haben, und das man früher beson-ders zu Laternen verwendete.

Loireweine sind rothe französische Weine, welcheim Departement Loire, besonders in der Gegend vonRoanne, auf dem linken Ufer des Flusses gewonnenwerden.

Lokao, ein grüner Farbestoff, welcher seit wenigenJahren von China nach Europa gebracht wird- Erkommt von Rhamnusarten her, Rhammis utilisund cholophorus , Lozah oder Soloh genannt. Erzeigt auf der Oberfläche einen bläulichgrünen Scheinund ist auf dem Bruche kupferglänzend. DurchAlkalien wird der Farbestoff gänzlich zerstört; setztman ihn längere Zeit der Einwirkung des Wassersaus, so wird er blutroth gefärbt.

Lokiec, die polnische Elle; s. Polen.

Lokustbaum, s. Hülsenbaum.

Lombardei, s. Italien, Königreich.Lombards, s. Banken.

Lombardsscheine werden diejenigen Scheine ge-heißen, welche die Leihanstalten oder Leihhäuser aufFaustpfänder als Eigenthumsbeweis für den Ver-pfändn ausstellen.

Lompen, s. Zucker.

Lemseds hieß früher eine Art Musseline mitdurchbrochenen Streifen, welche mit kleinen rundenKnöpfchen gemustert waren.

Londes heißt eine Gattung geköperter franzö-sischer Wollenzeuge, die besonders in und um Am-boise verfertigt werden.

London, Hauptstadt des Königreichs Großbri-tannien , auf beiden Seiten der Themse und etwa13 Meilen von deren Mündung entfernt, mit über2,800,000 Einw. Die Stadt hat eigentlich keinebestimmte Grenze, sie vergrößert sich fast ununter-brochen nach allen Seiten und mehrere Dörfer undStädte sind schon mit ihr verbunden worden undwerden jetzt als Stadttheile bezeichnet. Ihre Aus-dehnung von Westen nach Osten beträgt über 20 undvon Norden nach Süden über 8 engl. Meilen. DerKern dieser ungeheuren Häusermasse ist die am lin-ken Themseufer gegen Osten liegende Altstadt oderCity, zugleich der älteste Stadttheil. Sie hat eineeigene Verfassung und mehrere alte Privilegien, warfrüher mit Mauern und Festungswerken umgebenund hat noch jetzt an der Hauptstraße nach West-minster zu ein verschließbares Thor mit 2 Seiten-pförtchen, Temple Bar, an das der König, wenn erbei feierlichen Gelegenheiten in die City kommt, durcheinen Herold anklopfen lassen und um Erlaubnißzum Eintritt ansuchen muß. Sie hat mehr engeals breite Straßen, die auch zum Theil dunkel undschmutzig sind und außerhalb der Hauptstraßen auchviele Magazine enthalten, denn die City ist haupt-sächlich von Kaufleuten, Handwerkern und anderenGewerbtreibeuden und Stadtbeamten bewohnt. Inder neueren Zeit hat sie jedoch viele Verschönerungenerhalten und besonders sind die Hauptstraßen mit

den glänzendsten Kaufläden geschmückt und es herrschtüberall ein außerordentliches Leben und Menschen-gewühl. Westlich davon liegt Westminster. derschönste und reichste Stadltheil mit langen, breiten