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Zweiter Band.
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London

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London

und regelmäßigen Straßen, schönen Häusern, un-zähligen prächtigen Palästen, dem königlichen Resi-denzpalast , den großartigen Parlamentsgebäuden,der Aufenthalt der vornehmen Welt und des zahl-reichen Hofpersonalö. Diese beiden Haupttheile derStadt sind nach Westen, Norden und Osten mitohngefähr 20 Vorstädten oder besonderen, aber mitder Stadt verbundenen Ortschaften umgeben, welcheihre eigenen Namen und auch eigene Behörden haben,wie Marylebone, Paddington, Clerken-well, Jslington, Spitalfields, Shore-ditch, Wapping rc., von denen die nach Westengelegenen ebenso wie Westminster hauptsächlich Woh-nungen und Paläste der eleganten Welt und derhohen Aristokratie enthalten, in den nördlichen sichzum Theil das Geschäftsgewühl der City fortsetztund die östlichen meist von Handwerkern, Schistö-leuten und Deutschen (Spitalfields fast nur vonarmen Seidenwebern) bewohnt sind. Den nord-westlichen Theil der Stadt nennt man auch dasWeste nd, den äußersten östlichen Theil dasEastend. Der auf dem rechten Ufer der Themsegelegene südliche Stadttheil, welcher zur GrafschaftSurrey gehört, heißt South war k, ist besondersder Sitz der Fabriken, der unschönste und unregel-mäßigste Theil der Stadt, der auch nur wenig aus-gezeichnete Gebäude besitzt und zu dem ebenfallsmehrere Anhängsel mit besonderen Namen gehören,wie Lambeth, Battersea, Rotherhite,Wandsforth u. a. Ueber die Themse führen 8elegante und prächtige Brücken, darunter eineKettenbrücke; die östlichste ist die Londonbrücke, biszu welcher die Seeschiffe gelangen können, und wei-ter abwärts führt unter dem Bett der Themse derberühmte, von 1825 bis 1841 mit einem Kostenauf-wande von 600,000 Pfd. Sterl. erbaute Tunnel voneinem Ufer zum andern. Von der Londonbrücke aubeginnt der Seehafen der Stadt, welcher sich einigeMeilen weit abwärts erstreckt und stets mit einerUnzahl von Schiffen aller Größen und aller Natio-nen der Erde angefüllt ist. Hier herrscht beständigein unglaubliches Leben und Geschäftsgewühl. Diegrößten Schiffe lausen jedoch in die herrlichen Docksein, welche zu beiden Seiten tdie meisten an der linken)des Flusses ausgegraben und durch kurze Kanälemit der Themse verbunden sind. Diese sind vongroßen Waarenmagazinen und von allen nöthigen „Anstalten und Einrichtungen zum Aus- und Ein-laden und zum Repariren der Schiffe umgeben. „Am linken Ufer liegen von unten an: dieVictoria.die ostindischen, die westindischen, die Lon- „d on- und die Katharinen-Docks, am rechtenUfer die Commerzial- und die Surrey-Docks, „welche sämmtlich aus mehreren zusammenhängenden ,,Wafferbassins bestehen. Es laufen hier jährlich über „25,000 Schiffe stäglich im Durchschnitt 80) ein und „aus, und außerdem sind beständig über 10,000Boote „und Kähne mit dem Aus - und Einladen und demTransport von Gütern und Personen auf dem Flusse „beschäftigt. Die kleineren Fahrzeuge und die Fluß- „schiffe legen oberhalb der Londonbrücke an. Die „Stadt selbst besitzt gegen 5000 Kauffahrteischiffe undihr Handel umfaßt s / 6 des ganzen britischen. Zur 1 „Unterstützung und Förderung desselben sind alle imöglichen Anstalten und Einrichtungen vorhanden,; „namentlich mehrere öffentliche und Privatbanken,unter denen die Bank von England (s. unten) die „wichtigste ist. Der Handel Londons umfaßt alle „möglichen Geschäftszweige und die Erzeugnisse aller

Länder der Welt, in denen die großartigsten Geschäftegemacht werden, und nur in Baumwolle steht esLiverpool jetzt nach. Desto wichtiger ist es besondersfür Kaffee, indischen Zucker, Indigo, Cochenille undandere Farbewaaren, die meisten Droguerien, Häuteund Pelzwerk, Schafwolle, Getreide rc., und wasdie Ausfuhr betrifft in den unzähligen Erzeugnissender englischen Manufakturen und Fabriken. Sehrbedeutend sind die Commissionsgeschäfte, das Ver-sicherungswesen und die Rhederei, ganz besondersaber die Wechselgeschäfte, denn London ist der ersteWechselplatz der Welt. Auch der Kleinhandel istsehr lebhaft und ausgebildet und wird in mehrerengroßen Bazars, unzähligen höchst eleganten undglänzenden Magazinen und Läden für alle möglichenArtikel des Bedarfs betrieben, welche vollständigeund prächtige Ausstellungen von Geweben, Shawlsund Modestoffen aller Art, Gold-, Silber-, Eisen-und Stahlwaaren und andere Artikel bilden. DieIndustrie umfaßt ziemlich alle Zweige, für welche eseine unzählige Menge von Fabriken von größereroder geringerer Bedeutung gibt. Besonders hervor-zuheben sind die Seidenwebereien, die Baumwollen-spinnereien und Webereien, die Zuckerraffinerien,die Gerbereien, die Fabriken von Luxuswaaren allerArt, Lederwaaren, Hüten, Kutschen, Pelzen, Por-zellan, Gold-, Silber- und anderen Metallwaaren,Uhren, Bijouterien, Glaswaaren, musikalischen In-strumenten, Holzgeräthschaften, Buchbinderarbeiten,Tapeten, Segeltuch, die Schiffswerfte, Seilereien,die Branntweinbrennereien und besonders die unge-heuren Bierbrauereien, die ihresgleichen nirgends inder Welt finden. Mehrere Eisenbahnen gehen nachallen Richtungen von London aus, deren Bahnhöfesämmtlich durch Eisenbahnen in der Stadt mit ein-ander verbunden sind. Dampfschiffe gehen nachallen Welttheilen und fast nach allen bedeutendenHäfen der Welt. Auf der Themse ist ein regelmä-ßiger Dampfbootdienst von Gravesend bis Chelfea,und im Sommer selbst bis Kew eingerichtet.

Course. Man notirt in London folgende Wech-selcourse:

auf Amsterdam und Rotterdam, in niederl. Guldenund Stübern (20 ----1 Fl.) für 1 Pfd. Sterl.Antwerpen und Brüssel, in Fr. und Cent. für1 Pfd. Sterl.

Berlin, Leipzig, in Thlr. und Sgr. für 1 Pfd.Sterl.

Frankfurt a. M., in Gulden im 52^2 Fl.-F. für10 Pfd. Sterl.

Paris, Bordeaux, Marseille, in Fr. und Cent.für 1 Pfd. Sterl.

Genua, i

Livorno,> in Lire und Cent. für 1 Pfd. Sterl.Neapel, J

Newyork rc., in Pence Sterl. für 1 Dollar.Palermo und Messina, in Lire und Cent. für1 Pfd. Sterl.

Petersburg, in Pence Sterl. für 1 Rubel.Lissabon und Porto, in Pence Sterl. für 1 Milrel.Rio-Janeiro und Bahia, in Pence Sterl. für1 Milre't.

Madrid, Cadix, Bilbao rc., in Pence Sterl. für1 Duro.

Wien und Trieft, in Fl. und Nkr. Banknotenfür 1 Pfd. Sterl.

Mailand, in Lire und Cent. für 1 Pfd. Sterl.Calcutta, Bombay, Madras, in Pence Sterl.für l Compagnierupie.