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Zweiter Band.
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Lorbeerblätter

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Lotusholz

dizin gebraucht. Sie kommen daher, vorzüglich ausdem nördlichen Italien und dem südlichen Tirol,nach Deutschland, und werden am besten in gepreß-ten Ballen bezogen, in denen sie sich besser halten,als locker in Säcke gepackt. Durch das Trocknenverlieren sie zwar etwas von ihrer frischen grünenFarbe, doch dürfen sie nicht gelblich oder bräunlichaussehen , auch müssen sie ohne Aeste und Zweigesein. Die Lorbeeren, Kaccae Lauri, sind imfrischen Zustande dunkelblau, getrocknet von derGröße der getrockneten sauren Kirschen, mit eineräußeren schwarzgrünen, zusammengeschrumpftenSchale, unter der sich eine dünnere zerbrechliche be-findet , welche den gelbbraunen, harten, öligen, aus2 Hälften bestehenden Kern ■, welcher stark riecht undfett und bitter schmeckt, umschließt. Sie enthaltenfettes und ätherisches Oel von eigenthümlichem,bitterem, gewürzhaftem, kampherartigem Geschmackund ähnlichem Geruch. Das erstere, LorbeeröloderLooröl, Oleum laurinum expressumgenannt, wird durch Auspressen daraus gewonnen,ist gelbgrünlich von Farbe, butterähnlich und etwaskörnig und mit dem ätherischen Oele vermischt. Eswird häufig mit Schweinefett verfälscht, dann ist esweniger körnicht und wird mit Schwefeläther mil-chig. Auch bereitet mau sogar eine Abkochung ausLorbeeren, Schweinefett und Grünspan. Manbraucht es zu Einreibungen bei Menschen und Thie-ren und auch gegen Schwerhörigkeit. Das meistewird am Gardasee bereitet und in Fässern von ca.200 Pfd. Wiener Gewicht Netto versendet, auf dieman entweder 14 % oder bei höherem Preise Netto-tara gibt; das letztere ist gewöhnlich vortheilhafter,da die Stäbe und Böden der Fässer so dick sind, daßdie Tara nicht selten bis 36 % beträgt. Es wirdzuweilen mit Schweinefett verfälscht oder besteht auchwohl ggnz aus diesem, mit Zusatz von Lorbeerpulverund ätherischem Oel, was man aber daran erkennt,daß das ächte sich in Aether auslöst, das verfälschteaber nicht. Durch Destillation desselben wird dasätherische Lorbeeröl, Oleum laurinumdestillatum oder aethereum, daraus gewon-nen, welches gelbgrün von Farbe, dünnflüssig,flüchtig und von stärkerem Geruch ist, als das fette,aber nur selten in der Medizin benutzt wird. Auchwird aus den Beeren das Laurin dargestellt, wel-ches in. länglichen Octaedern krystallisirt. Fernerfindet man in ihnen Stearin, Harz, flüchtiges undfettes Oel, Extraktivstoff, Bassorin, Zucker, Eiweiß,Kalk, Kali und Säure, die Laurin - oder Lauro-stear insäure. Sie bildet schuppige Krystalle. DasLanrostearin, gleichfalls in ihnen, wie in denPichurimbohnen enthalten, bildet blendend weiße,sternförmig gruppirte Nadeln. — Die Lorbeerenselbst bezieht man ebenfalls vom Gardasee oder ausTrieft, sie werden nur als Thierarznei gebraucht.

Lorbeerblätter, alexandrinische, s. Za-pfenkraut.

Lorchwein ist ein guter rother Rheinwein, derbei dem Flecken Lorch unterhalb Bingen erbaut wird.

Lorgnetten sind eine Art Brillen, welche nichtam Kopfe befestigt, sondern gehalten werden undgewöhnlich so eingerichtet sind, daß man sie vermit-telst eines Charniers zwischen zwei Platten legentann, welche den Griff bilden. Am gebräuchlichstensind diejenigen, welche aus 2 hohlgeschliffenen Glä-tbrn bestehen, die in ein Gestelle von Silber, Gold,Neusilber, vergoldetem Kupfer, Schildkrot rc. ge-mßl sind und deren Griff von Perlmutter, Schild-

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tret oder von einem der genannten Metalle ist; dochhat die Laune der Mode auch andere, keineswegsschön zu nennende Arten aufgebracht, namentlichdie häßlichen kleinen einfachen viereckigen Lorgnettenin Schildkrot, die vor dem Auge eingeklemmt wer-den, und die noch häßlicheren doppelten, ebenfalls inSchildkrot gefaßten, welche auf die Nase geklemmtwerden. Bon der zuerst erwähnten gewöhnlichenArt hat man sie auch mit erhaben geschliffenen Glä-sern, die man beim Lesen brauchen kann. Die Lorg-netten werden, wie die Brillen, fabrikmäßig inWien, Berlin, Augsburg, München, Nürnberg,Rathenow rc., außerdem, besonders die besserenSorten, von den Optikern in den großen Städten,sowie auch in Paris, London, Birmingham rc. ver-fertigt

Lorient oder L'Orient, französische Festungund befestigte Hafenstadt im Depart. Morbihan, ander Bucht von Biscaya, mit 24,300 Einw.. einemSeegericht, Haudelstribunal, einer Handelskammer,Societd de l’industrie, einer Byrse, mehreren Ver-sicherungsgesellschaften, Niederlagen rc. Der miteinem Leuchtthnrm versehene Hafen ist groß undsicher und mit schönen Quais umgeben, an denendie größten Schiffe ankern können. Auf der präch-tigen Rhede finden ganze Flotten Schutz. Lorientbehauptet den ersten Rang für Schiffbau in Frank-reich und besitzt eine Bauwerkstatt für Dampfma-schinen , Gießereien und Schmieden. Wichtig ist dieManufaktur von Hüten, auch wird die Sardellen-fischerei in großem Maßstabe getrieben und es bildendie Büchsen, welche zur Aufbeivahrung der Sar-dellen dienen, einen beträchtlichen Fabrikationszweig.Die unteren Claffcn arbeiten fast ausschließlich fürdie Schiffswerfte. Der Handel ist immer noch be-deutend , obwohl er gegen früher abgenommen hat.Die Ausfuhr besteht hauptsächlich in Mehl, Wein,Branntwein, Likören, Eisen, Blei, Kurzwaaren,Uhren, Tuch, Woll- und Baumwollstoffen. Lorienthat Schiencnverbindulia mit dem westlich gelegenenHafen Qnimper; über Redon mit Rennes, Le Mansund Paris auf der französischen Westbahn; überRedon mit St. Nazaire, Nantes, Angers undTours auf der Orleansbahn. Dampfschiffe gehentäglich nach Nantes und stündlich nach Port-Louis,auch beginnt am Palmsonntag eine 14 Tage an-dauernde Messe.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Frankreich.

Loriet, s. Gloriharz.

Loth , ein in ganz Deutschland und in mehrerenangrenzenden Ländern gebräuchliches Gewicht, theilsder 30., theils der 32. Theil des Pfundes, 16. Theilder Mark, dessen Schwere sich daher nach diesenHauptgewichten richtet. Es wird fast immer in4 Quentchen getheilt, bei der Feinheitsbestimmungdes Silbers aber in 18 Grän (s. Fein und Mark).

Lothgarn, s. Leinengarn.

Lothringische Spitzen sind eine Art ordinairerZwirnspitzen, die besonders in und um St. Mihiclim französischen Depart. Maas verfertigt werden.

Lothringische Weine sind die in den jetzigenfranzösischen Departements Maas, Mosel undMeurthe, besonders in der Gegend von Metz, Toni,Berdun 'und Bar le Duc, erbauten Weine, vondenen die der beiden ersten Städte auch zu den Mo-selweinen gerechnet werden.

Lotterie-Anleihen, s. Staatspapiere.

Lotusholz oder Zürgelbaumholz, von dem

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