Band 
Zweiter Band.
Seite
128
JPEG-Download
 

Londondrrry 128 Lorbeerbaum

das Clearing house, wo die Bankiers zusammen-kommen, um ihre Wechsel und anderen Zahlungengegeneinander abzurechnen, so daß sie nur denUeberschuß baar auszuzahlen brauchen, zahlreicheHandelsgesellschaften, namentlich dasLa 1 ticHonse,wo die Fett-Oel-Händler sich versammeln, die Com-mercial Säle rooms, wo die meisten Auctionenin Colonialwaarcn, Gewürzen und Farbestoffen ab-gehalten werden, und das ein Lesezimmer mit Zei-tungen aller Nationen enthält, worauf man sichjährlich abonnirt; das Trinity-House, welchesden Zweck hat, das Lootsenwesen, die Erbauung vonLeuchtthürmen. die Errichtung von Banken und an-deren Handels - und Schifffahrtsanstalten zu beför-dern, die englisch-russische Handelsgesell-schaft, die International Financial So-ciety, mehrere Auswanderungs- und Colvnisa-tionSgesellschasten, zahlreiche See-, Feuer- undLebensversicherungsgesellschaften rc., unter welchennamentlich Lloy äs hervorzuheben ist, die in denoberen Stockwerken ihr Bureau hat und jeden TagNachricht von allen Schiffen erhält, die unterwegsvon einem andern und irgend einem Seehafen derWelt landenden Schiffe gesehen werden. Ferner dieCentral-Stationen der beiden Telegraphen-Compagnien.

Rechnungsart, Zahlwerth, Münzen,Maße und Gewichte, s. Großbritannien.

LondonderrY auch nur Derrh genannt, irischeHafenstadt am linken Ufer des Fohle, stark befestigt,mit 21,000 Einw., Gießereien, Flachsspinnereien,Gerbereien, Brauereien, Brennereien, Seilerwerk-stätten, Schiffswerften und ausgebreitetem Handel,namentlich nach Nordamerika und Westindien. DerWerth der Ausfuhr von Weizen, Hafer, Eier undButter erstreckt sich auf ca 1 Million Pfund Sterl.Die Zahl der jährlich in dem Hafen ankommendenSchiffe beträgt 000 bis 800, und es besteht Dampf-schifffahrt mit Liverpool, Glasgow, Greenock undCampbelltown. Eine Eisenbahn geht über Liffordsüdlich nach Omagh; östlich über Cotorain, Antrinenach Belfast und Dublin.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,}. Großbritannien.

Londres und Londrins nennt man feine leichtgewebte Wollentücher, die hauptsächlich im südlichenFrankreich in der Gegend von Montpellier, Tou-louse, Clermont, Carcassonne, St. Ponsrc. für dieLevante toerferticjt werden, aber auch nach Italien,Portugal, Westmdien rc. gehen. Außerdem verfer-tigt man sie auch in England, Italien, den Nieder-landen und Deutschland.

Longcloths, s. Domestiks.

Longells nennt man in England, sowie auch inFrankreich und Deutschland weiße oder einfarbigegeköperte Flanelle, die besonders nach China gehen,wo sie Pakki oder Pehki genannt werden. DieKette besteht aus scharfgedrehtem Kammgarn, derEinschlag aus Streichgarn von langer Wolle. DieStücke sind in der Regel 24 Uards lang und 32 bis40 engl. Zoll breit.

Longlawns nennt man in England die schle-sischen Schleierleinen.

Longline, s. Leinengarn.

Lomzere, gemeine, s. Heckenkirsche.

Lontarzucker, s. P a l m z u ck e r.

Loochooinseln, s. Lutschuinseln.

Lood (Loth), ein früheres Gewicht in den Nie-derlanden.

Loof, Los, ein Getreidemaß in Esthland, Lief-land und Kurland.

Loofstelle, ein Feldmaß in Liefland.

Lookes, f. Botanybaiholz.

Lookgummi, Gummi Look, heißt ein hell-oder dunkclgelbcs, dem Bernstein ähnliches, mehroder weniger durchsichtiges Harz . das angezündeteinen angenehmen Geruch verbreitet. Nach Einigensoll es aus Afrika, nach Anderen aus Japan stam-men, auch weiß mau nickt, von welcher Pflanze eskommt. In Europa kommt es überhaupt nicht vor.

Looröl, s. Lorbeeröl.

Loose, s. Staatspapiere.

Lootsen oder Piloten sind Steuerleute, derenGeschäft darin besteht, Schiffe durch ein gewissesFahrwasser, in einen Hafen, eine Flußmündung,durch einen schmalen Meeresarm oder sonst aufeinem Wege. der für einen Unkundigen mit Gefah-ren verknüpft ist, zu führen, oder sie ein- oderauszulootsen. Auch leisten sie Schiffen, die inihrem Bereiche gestrandet sind oder sich sonst in Ge-fahr befinden, Beistand, suchen die Menschen zuretten rc. Es müssen erfahrene und entschlosseneSeeleute sein, welche die Gewässer, die sie befahren,ganz genau kennen. Gewöhnlich sind sie von derRegierung oder der Seebehörde angestellt und stehenunter einem Lootsencommandeur, der sie prüfen unddaraus sehen muß, daß jeder von ihnen seine Schul-digkeit thut. In der Regel muß jeder Schiffer beider Einfahrt in einen Hafen rc., in welchem Lootsenangestellt sind, sich eines solchen bedienen; er ziehtzu dem Ende eine eigene kleine Lootsen flaggeauf, worauf sich ein Lootse an seinen Bord begibtund von diesem Augenblick an die Führung desSchiffes, für welche er verantwortlich ist, alleinübernimmt, weshalb ihm die ganze Schiffsmann-schaft gehorchen muß. Der Schiffer hat dafür einbestimmtes Lootsengeld oder Pilotage zu ent-richten.

Lop oder Lopf, ein Garnmaß im nördlichenDeutschland, besonders in Hannover und Braun-schweig; s. Leinengarn.

Lopezwurzel oder Lopesiawurzel, LaäirLopez oder Lopeziana, ist eine Wurzel von un-bekannter Abstammung, die jetzt selten oder nie mehrvorkommt, sonst aber besonders gegen Ruhr ange-wendet wurde. Sie kam in 8—12 Zoll langen und1 Zoll dicken, holzigen Stücken, äußerlich mrt einemweichen, schwammigen, hellgelben Gewebe umgeben,worauf eine braune Rinde und dann eine röthlicheSchicht von bitterem, zusammenziehendem Geschmackfolgt. Das Innere ist gelblich, geädert und fest-Sie ist selten und theuer.

Loquis ä cul noir nennt man in Frankreicheine Art rother, an den beiden Oeffnungen schwar-zer, walzenförmiger Glasperlen von 5 Linien Längeund 2 Linien Dicke, welche für den afrikanischenHandel bestimmt sind.

Lorbeerbaum, Laurus nobil is, ein im süd-lichen Europa, Asien, dem nördlichen Afrika rc.häufig wild wachsender oder angebauter Baum, dergegen 30 Fuß hoch wird, zuweilen aber auch strauch-artig wächst. Die bleibenden, lanzettförmigen,steifen, starken, lederartigen, ganzrandigen, spitzigen,oben glänzendgrünen Blätter, Lorbeerblätter,Folia Lauri, genannt, haben einen angenehmgewürzhaften Geruch und einen scharf aromatischen,etwas bitterlichen Geschmack, und werden besondersals Gewürz an Speisen, zuweilen auch in der Me-