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Zweiter Band.
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Ma-eirawkin

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Madras

der Insel Madeira kommende Holz der wohlrie-chenden Cedrele, Cedrela odorata, genannt, dasin der Farbe Aehnlichkeit mit dem Mahagoni hat,aber weicher und leichter ist.

Madeirawein, der auf der portugiesischen InselMadeira erbaute starke, feurige, angenehm schmeckendeWein, der in 3 Classen: Malvasier-Madeira,Dry-Madeira oder Madeirasekt und Tintogetheilt wird. Der Malvasier-Madeira, inEngland auch Madeira - Malmsey genannt,kommt von Neben, die im I. 1421 von der InselCandia hierher verpflanzt wurden und deren Trau-ben gegen 2 Fuß lang und eben so dick werden. Erist sehr fein, süß und wird mit den Jahren immerlieblicher. Der zuerst aus den Trauben gepreßteMost, Piugo genannt, gibt einen äußerst feinen,delikaten und hellfarbigen Wein; man preßt jedochdie Hülsen und Stiele noch einmal aus, wodurch manden Mosto erhält, der einen körperlichen, in denersten Jahren harten Wein gibt, aber gewöhnlich zudem Pingo gemischt wird. Der Dry-Madeiraist berusteinsarbig, geistig, aromatisch, ziemlich herbeund hat oft einen Nußgeschmack Häufig wird ermit dem Tinto dunkel gefärbt. Da er sich bedeutendverbessert, wenn er die Linie passirt, so senden ihndie englischen Handlungshäuser auf Madeira oft nachOstindien und wieder zurück, und nennen ihn dannEast-India-Madeira; aus der Insel selbst nennt manihn Vinho de rota. Man erreicht aber jetzt in Ma-deira fast den nämlichen Zweck, indem man ihn ingeheizte Kammern legt, wodurch er schon nach einigenMonaten so gut wird, als wenn er 5—6 Jahre gele-gen hätte. Zu dem nämlichen Zwecke vergräbt manauch den aus Flaschen gezogenen Wein in tiefe Gru-ben, die mit Pferdemist gefüllt sind. Der Tintoist roth von Farbe und so schwer, daß er kaum alleingetrunken werden kann. — Der Madeira zeichnetsich besonders durch seine Haltbarkeit aus; er erhältin Fässern erst nach 3—10 Jahren und auf Flaschensogar erst nach 16—20 Jahren seine volle Güte, in-dem er dann das Scharfe verliert und den beliebtenbittersüßen Geschmack erhält. Er wächst im Südender Insel; im nördlichen Theile wird ein sehr guter, >leichter, dem Rheinweine ähnlicher Wein erbaut, der!aber den Seetransport nicht verträgt. Das jähr-!liche Erzeugniß der Insel beträgt 25—30,000 Pipen, |wovon aber nur ohngefähr die Hälfte ausgeführt jwird, indem man die geringen Sorten meist in,Branntwein oder Essig verwandelt, der befoitberS:uach Brasilien geht. Der meiste Madeira geht nach jEngland, Nordamerika, Ost- und Westindien.!llebrigeus werden auch manche französische Langue-!dvcweine wie Madeira zubereitet und unter diesem >Namen in den Handel gebracht, und besonders in jEngland wird auch künstlicher Madeira verfertigt,jvon man entweder allein verkauft oder unter den 'achten mischt.

. Madhuca oder Madhubrama heißt in Ost-"tdien der Baum, welcher die Galambutter undJlipeöl gibt, Bassia longifolia, und der einwhr festes, nutzbares Holz hat. Die getrocknetenBlüten, welche Aehnlichkeit mit den Rosinen haben,werden gegessen und bilden einen Handelsartikel;auch die Früchte sind eßbar und der Baum wird da-häufig angepflanzt.

Madiaöl, s M a d s a m e n.

Madiran ist ein rother, dicker , stark gefärbterund rauher Wein, der bei dem gleichnamigen Ortew der Nähe von Trabes im französischen Depart.

der oberen Pyrenäen gebaut wird. Er hält sich inFässern 9—10Jahre lang gut; auf Flaschen bekommter nach 5 Jahren eine hellere Farbe und einen ange-nehmeren Geschmack. Auch wird er vor der Versen-dung oft mit weißem Weine vermischt, um ihn dünnerund angenehmer zu macheu.

Madonninen nennt man in einigen italienischenLändern Münzen, welche das Bild der Madonna imGepräge haben.

Madras, Hauptstadt der gleichnamigen Präsi-dentschaft im englischen Ostindien, an der Ostküstedes südlichen Theiles der Halbinsel, der sogenanntenKüste von Coromandel (eigentlich Kolaman-dala), am Flusse Churnudy und an einem nach' dem Flusse Ennore gehenden Kanale. Sie hat ein-z schließlich der Vorstädte ca. 725,000 Einw. und be-! steht aus der schwarzen Stadt, welche 3 Stun-den im Umfange hat und ein Gemisch von Hinduhüttenund Palästen ist, auch mehrere Kirchen, Moscheen,Pagoden und einen steinernen Bazar hat, und ausdem wohl befestigten Fort Georg, in dem sich derPalast des Gouverneurs und die Regierungsgebäude,die Episcopalkirche, die Münze, Kasernen, Waaren-lager rc. befinden. Ferner hat die Stadt ein Colle-gium, mehrere Uuterrichtsanstalten, auch für Prote-stanten, ein Waisenhaus, eine Versicherungsgesell-schaft rc. Der Boden der Umgegend ist unfruchtbar,aber durch fleißige Kultur so umgeschafsen, daß dieganze Stadt mit den schönsten Gärten und zum Theilpalastähnlichen Landhäusern umgeben ist; auch wirdviel Indigo und Opium erbaut. Außerdem giebtes Manufakturen und Baumwollenwaaren, die aberjetzt bei weitem nicht mehr so bedeutend sind als frü-her ; man verfertigt Seidenzeuge, viel Glaswaarenzum Schmucke der Hindufrauen, Töpferwaaren,Rum und Arak; es gibt Salzsiedereien, Indigo-,Zucker- und Opiumfabriken rc. Die Stadt hatjedoch keinen Hafen, sondern nur eine offene Rhede,welche den hier herrschenden Stürmen nnd einerheftigen Brandung ausgesetzt ist, und überdies fin-det längs der Küste eine reißende Meeresströmungstatt. Dies sind bedeutende Hindernisse für denSeehandel, welcher daher auch dem von Calcuttaweit nachsteht. Die meisten Geschäfte werden mitdieser Stadt gemacht, außerdem mit Ceylon, demindischen Archipel, Birma, Malakka, China, Nord-amerika und England, woher besonders Manufaktur-und Fabrikwaaren eingeführt werden. AusBengalen wird hauptsächlich Reis, Getreide und roheSeide; aus China ebenfalls Seide; aus Malakka undvon den Inseln Goldstaub, Zinn, Pfeffer und an-dere Gewürze; aus Birma Teakholz zum Schiffbaubezogen. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sindBaumwolle, seidene und baumwollene Gewebe, In-digo, Opium, Zucker, Arak, Rum, Tabak, Cocos-nußöl, Cardamonen, Kurkume, Salz, Salpeter,Seife, Glas und Glaswaaren, Diamanten aus demInnern und Perlen von der Insel Ceylon. DieSeeeinsnhr betrug 1360: 2% Mill. Psd. Sterl., dieAusfuhr 17s Mill. Psd. Sterl. Eine von der Ma-dras Railway Company erbaute 4057s Meilen langeEisenbahn geht von Madras quer durch den südlichenTheil von Dekhan nach dem aus der Malabarküstegelegenen Hafen Beypore. Zweigbahnen sind: a)die Linien nach Bangalore (847s M-1; b) die Linievon Koimbatur nach den Neilgherries (30 M.);o) die Linie von Arconum nach Cuddapah (120 M).Von Cuddapah soll die Bahn bis Bellari (Walahari)geführt und so die Verbindung mit der von der Great