Madras
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Madrid
Jndian Peninsula Company von Bombay überSholapoor und Moodgul auf Bellari gebauten Liniehergestellt werden. Diese Bahn würde mithin Ma-dras und Bombay in directe Verbindung setzen.
Münzverhä ltnisse s. O st i n d i e^i. —Früher rechnete mau hier nach Courant- oder Stern-pagoden zu 45 Fauams ä 80 Käsch; die Pagode,eine Goldmünze, galt S 1 /., Arcot-Rupien ä 16 Annasä 3 Pices ä 2 Doodees a 10 Käsch, und sie wurdegewöhnlich zu 8 Schill. Stcrl. gerechnet.
Course. Man nolirt diese auf London in Schill.und Pence Sterl. für 1 Comp.-Rupie; auf Cantonin Comp.-Rupien für 100 Dollars, und auf Bombayund Calcutta mit Angabe der Procente Gewinnoder Berlust, oder der Summe in Rupien daselbstfür 100 Rupien in Madras. — Bon Geldsorteuwerden hauptsächlich engt. Sovereigns, Noten derBank von England und Piaster notirt.
Maße und Gewichte. Längenmaß. DerCobit oder Sufeit ist, wie in Calcutta, — 7-2engt.
f ärb, = 0,45,2 Bieter; der Ady oder malabarischeuß, dessen man sich besonders in dem die Stadt um-gebenden Gebiete bedient, ist — 10 , ia engt Zoll,= 0,2 6 57 Meter; der Ä juli hat eigentlich 24,in der gewöhnlichen Praxis aber 26 Adies. InMadras bedient man sich am häufigsten des engt.Bards. — ® e treibe maß. Das Garce hat 80Parahs a 5 Marcals L 8 Pud dies a 8 Ol-lucks; das Parah ist ----- 61,45 Liter, = 1, U8 preuß.Scheffel, — 0,999 Wiener Metzen. Das Getreidewird auch zuweilen nach dem Gewicht verkauft unddas Garce — 92567a engt. Pfd. adp. gerechnet. —Flüssigkeitsmaß für Wein, Branntwein u. dgl.ist das alte englische; Oel, Milch flüssige Butter(Ghy) und einige ähnliche Artikel werden' nach deniPuddy des Getreidemaßes und nach dem Candyzu 20 Marcals a 8 Puddies verkauft; der Candy istdaher 51 , t engt. Gallons, — 245, 8 Liter.—
Handels gewicht. Der Candy hat20Maundsä 8 Bis ä 5 Seers a 8 P 0 llams L 10 Pag 0 das,und ist — 500 Pfd. engl. adp., — 226.* Kilogram-men. Der Madras -Maund ist daher — 22,6,95deutsche Zollpfund ----- 20,2492 Wiener Pfund. AlsGold- und Silbergewicht bedienen sich die Europäerdes engl. Troygewichts, die Eingebornen aber desGewichts der Sternpagode von 3,405* Grammen.Für die Diamanten und anderen Edelsteine bedientman sich ebenfalls des englischen Juwelenkarats;die Perlen aber werden mit dem Mangel in gewo-gen, welches ----- 6 engl. Troygrän oder ----- 0,.%**Grammen ist und in 16 Theile getheilt wird. Umjedoch den Werth einer gewissen Anzahl Perlen, dersich natürlich mit ihrerGiöße vermehrt, zu ermitteln,bedient man sich, wie in Bombay (s. d.), einesideellen Gewichts, Chow genannt, das hier in 64Theile getheilt und nach welchem der Preis der Per-len bestimmt wird. Alan multiplicirt die Anzahl derMangelins mit sich selbst, nimmt von dem Produkt% und dividirt dieseZahl durch die Anzahl der Perlen,so erhält man die Anzahl der Chows, welche zu bezahlensind. Man ersieht übrigens hieraus, daß der Chowin Madras bedeutend größer ist, als der in Bombay.
Platzgebräuche. Die Commissionsgebührenfür den Ein- und Verkauf betragen bei den meistenArtikeln 5%, bei Juwelen und Perlen aber 27.2 %,bei Silber 1%, bei Detailverkäufen 10%, bei Privat-commissionen von Wein, Vieh rc. 272 %; für Be-sorgung von Rimessen und Verkauf von Wechseln1%, für Unterzeichnungen auf Regierungsanleihen,
desgleichen für den Verkauf, Ueberrrag oder Tauschöffentlicher Sicherheiten %%; für gegebene Kredit-briefe, 272"/»; kür nicht angenommene Tratten 1%;für Delcredere bei Verkäufen, Wechseln, Verträgenwegen Waaren und anderen Verpflichtungen, 272"^;für Vorschüsse auf Schiffe, 27.,, %; für Besorgungvon Assekuranzen 72%; für Besorgung von ander-wärts zahlbaren Geldern und Respondentien 20/*;für Eintreibung von Schulden für Auswärtige 2 1 /. i °j 0 .
Banken. Madras hat eine unter Aussicht derRegierung stehende Bank, welche mit einem Kapitalvon 1 Mlll. Rupien in 1000 Actien gegründet istund Disconto- und Vorschußgeschäfte macht, auchNoten, jedoch nicht unter 5 Pfd. Sterl. ansgiebt,welche von den öffentlichen Cassen als baares Geldangenommen werden. Auch haben die Agrabank unddie Bank von Calcutta (s. d.) hier Zweigbanken.
Madrastücher sind baumwollene oder halbseidenebunte Tücher. %—"7 leipz. Elle groß, mit einge-wirkten streifigen, carrirten oder getupften Mustern,die früher aus Ostindien kamen, jetzt aber überallin Europa verfertigt werden. Blau nennt sie auchPullicats, s. d.
Madrid, Hauptstadt von Spanien und vom ehe-maligen Königreich Neukastitien am kleinenFlusse ManzanareS auf 7 Hügeln erbaut, mit350,000 Einw. Obgleich der Manzanares imSommer fast austrocknet, so schwkllt er doch zuweilenbedeutend an und es sind daher 2 große prächtigeBrücken über denselben erbaut: die Brücke von Se-gvvia, welche 2000 Fuß lang ist, und die von To-ledo. Da das in ver Stadt vorhandene Wassereinen Salpetergeschmack hat, so wird ihr besseresTrinkivasser vermittelst einer schönen Wasserleitungvom Guadarramagebirge zugeführt, die in der Stadt32 Brunnen speist. Die Umgegend ist eine einför-mige, reizlose Ebene; die Stadt aber, welche ein mithohen Mauern umgebenes Viereck von 372 Stun-den im Umfange bildet, ist schön gebaut, besondersin den neueren Theilen, wo sich mehrere schöneStraßen mit glänzenden Palästen, Klöstern undanderen Gebäuden befinden. Sie hat 15 Thore,unter denen sich die von Alcala und Atocha aus-zeichnen; 42 öffentliche Plätze, aber nur wenige vonbedeutendem Umfange. Den Mittelpunkt von Ma-drib bildet das sogenannte S 0 n n e n t h 0 r, Uuortadel Sol, ein großer Platz, von welchem alle Haupt-straßen ausgehen, um die Stadt nach allen Richtun-gen zu durchschneiden, daher der regste Verkehr unddas meiste Leben hier herrscht; auch werden allepolitischen Neuigkeiten daselbst besprochen. Unterden 77 Kirchen zeichnet sich keine durch Schönheitaus urcd das Näniliche gilt auch nur mit wenigenAusnahmen von den zahlreichen Klöstern, von denenüberdies jetzt die meisten aufgehoben sind. Das altegroße Schloß Buen Retiro wurde von den Fran-zosen in eine Citadelle umgewandelt und sehr ver-wüstet; es enthält jetzt eine Artilleriekaserne, mehrereSammlungen rc. Neben demselben liegt der große,%„ Stunde lange Spaziergang, der Prado, nutschönen Gebäuden und Alleen. Das neue, nochnicht ganz vollendete Residenzschloß ist prachtvoll,fast mit Schmuck überladen und enthält viele präch-tige Säle, eine kostbare Gemäldesammlung, g>eSternwarte rc. Madrid hat eine Universität, vcele
andere Lehranstalten, Akademien, Bibliotheken und
Sammlungen, 7 Theater , ein Opernhaus, 2 präch-tige, neu erbaute Kunstreiter-Cirknse, einen Cirkusfür die Stiergefechte rc. Es besitzt eine nicht uube-