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Zweiter Band.
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Madrid

143 Mäkler

deutende Anzahl meist für königliche Rechnung be-triebener Fabriken von Cigarren, Porzellan, Tape-ten, Spielkarten, Cichorien, Salpeter, Seidcnzeugen,Wollen - und Baumwollenwaaren, Bändern, Tres-sen, Hüten, künstlichen Blumen, Uhren, Knöpfen,Silberwaaren, Wagen, Seife, Stearinkerzen,Schuhen, Handschuhen, Branntwein. Bier rc., zweigroße Gießereien. Unter den so eben angeführtenFabriken sind nur wenige von Bedeutung, übrigensbeginnt die Industrie sich mehr und mehr zu heben.Ein großer Theil der Einwohner lebt von dem Auf-waude, den der Hof und der zahlreiche Adel niacht.Madrid steht mit den Provinzialhauptstädten Alba-ceta, Valencia, Alicante. Ciudad-Real, Guadelajara,Balladolid und Burgos in Schienenverbinduug;die erste Eisenbahn ging nach der königlichen Som-merresiden; Aranjuez. Durch jene Bahnen dürftesich der Handelsverkehr der Hauptstadt, welcher sichseither meist auf den Bedarf der Stadt selbst be-schränkte, vermehren. Die Lebensmittel, Landweine,Oele, Colonialwaaren, besonders Cacao, sind Haupt-gegenstände der Handelsbewegung.

Wechsel preise. Man notirt hier in neuererZeit gewöhnlich nur Course auf London und Paris,den ersten in Pence Sterling und Hundertsteln der-selben (z. B. 48 d. 60 c.), den letzteren in Frankenund Centimen für 1 Durv; außerdem jedoch aufalle bedeutenden Handelsplätze Spaniens mit An-gabe des Gewinns oder Verlustes in Procenien. —Die Wechselcourtage beträgt 1 "/„<>, die Wechselcom-mission 7;s — 1 Die hiesige Börse wird um12 Uhr Mittags geöffnet und um 3 Uhr geschlossen;Geschäfte in Staatspapiercn dürfen nur zwischen12 und 1 Uhr gemacht werden, die übrigen 2 Stun-den sind für andere Geschäfte bestimmt.

Banken und Handelsanstalten. Es be-finden sich hier uiehrere Banken, unter denen jedochdie Bank v o u San F ern an do die wichtigste ist.Sie erhielt im Jahre 1840 eine neue Organisation,durch welche ihre Dauer auf 25 Jahre festgesetztwurde; doch kann die Regierung ein Jahr vorherden Cortes die Verlängerung vorschlagen, wenn dieGeneralversammlung darum ansucht. Das Kapitalderselben besteht in 200 Will. Realen in 100,000Actien ä 2000 Realen, welche mit 6»/« verzinst wer-den und außerdem wird die Hälfte des jährlichenGewinns als Dividende an sie vertheilt; die andereHälfte wird zu einem Reservefond angesammelt, derbis auf 20 Mill. Realen gebracht wird. und wenndiese Summe erreicht ist, erhalten die Activnaire denganzen Gewinn. Sie besitzt das ausschließlicheRecht, Banknoten bis znm Betrage der Hälfte ihresKapitals, aber über keine kleineren Summen als^00 Realen auszugeben; auch muß sie immer we-uigstens den dritten Theil des Beirags der im Um-lauf befindlichen Noten in baarem Gelde oder inBarren vorrälhig haben. Außerdem macht sie Dis-konto-, Giro», Contvcorrent- nnd Vorschußgeschäfte,besorgt Zahlungen für Andere rc. Auf ihre eigenenActien darf sie keine Vorschüsse geben, auch selbstkeine Geschäfte in Staatspapieren machen. Sie?arf in verschiedenen Städten des Landes, wo sie esfür angemessen hält, Filialcassen errichten nnd mußallwöchentlich einen Auszug ihres Statuts Publi-Zren. Die Banknoten conrsiren als gewöhnlichesZahlungsmittel und stehen mit dem Silbergeldepari, haben aber auch früher zuweilen gegen dasselbeverloren, was noch jetzt in den PrvvinzialstädtenSpaniens der Fall ist, wo sie nur mit Verlust, oft

bis zu l» ,, zu verwerthen sind. Außer der Feruandobank gibt eö noch folgende: Die Bank Jsa-bellas II., welche im Jahre 1844 mit einem Ka-pital von 100 Mill. Realen in 20,000 Actien ä5000 Realen gegründet wurde; sie sollte im Jahre1847 mit der Fernandoband vereinigt werden, wasaber nicht geschehen ist. Ferner die Uniousbank,die Fomentvb^nk und die Peninsular-Agri-kulturbank. Sodann ist Madrid der Sitz mehrererauf Actien gegründeter Handelsgesellschaften, na-mentlich: des Vereins der Gremios oder der5 vornehmsten Zünfte, welcher die Hebung der In-dustrie und des Handels bezweckt, bedeutende Ma-nufakturen und Etablissements in den wichtigstenSeeplätzen und Städten unterhält, auf eigenenSchiffen einen ausgebreiteten Handel nach Ame-rika rc. betreibt und einen grvßeii Kredit genießt;der spanischen Handelsgesellschaft, derenZweck ist, den Ein - und Ausfuhrhandel durch Ver-wendung von Kapitalien und durch Commissions-geschäfte zu beleben; der allgemeinen spani-schen M 0 b i l i a r k r e d i t g e s e 1 l s ch a s t; derCompagnie von Guadalajara, welche dieköniglichen Tuch- und Kamlotmanufakcuren betreibt;der Handelscompaguie der Havanna und derPhilippinen; verschiedener Versicherungsgesell-schaften, eines Handelsgerichts, eines Wechselmakler-Collegiums rc.

Rechnungsart, Münzen, Maße und Ge-wichte, s. Spanien.

Madsamen.sind die grauen, länglichen, demKümmel ähnlichen Samenkörner der Madpslanze,Madia sativa, welche aus Südamerika stammt undseil einiger Zeit in Frankreich nnd anderen Länderndes südlichen Europa, in Deutschland besonders inWürttemberg, zur Oelgewinnung angebaut wird.Sie wird 4^2 Fuß hoch, hat einen rauhen, klebrigenStengel mir Nebensprossen und von unten bis obenlanzettförmige, hellgrüne, mit Haaren besetzte Blät-ter, gelbe, doldenartige Blüten und Samenkapseln,welche 15 — 20 Samenkörner enthalten, die erstschwarz sind, bei der Reise aber grau werden. Siesind sehr ölreich, gedeihen am besten auf leckerm,nicht lehmigen nnd nicht naßen Boden. Das ausletzteren geschlagene Oel, Madiaöl genannt, vonwelchem die Körner 30—10»/u geben, ist bräunlich-gelb von Farbe, dickflüssig, hat einen eigenthümlichenGeschmack und setzt in der Ruhe einen schleimigenBodensatz ab. Es trocknet leicht, friert aber erst beieiner Kälte von 20" R. Man kann es zum Speisenund zum Brennen benutzen, doch brennt es mit starkrußender Flamme; auch gibt es einen guten Firniß,eine graugelbe, langsam erhärtende Seife und wirdauch bei der Tnchfabrikation verwendet. In ihmist die Madiasciure enthalten, welche zu den fettenSäuren gehört, sie bildet Krystallnadeln, die sich insternförmigen Gruppen lagern. Die Oelkuchengeben ein gutes Liehfutter.

Mählbrief, Mä lbrief oder Maalbrief heißtder schriftliche Contrakt, der zwischen einem Rheder(Schiffseigner) und einem Schiffsbaumeister überden Bau eines Seeschiffes aufgesetzt wird. Aneinigen Orten, namentlich in Rußland, wird er auchBielbrief (s. d.) genannt.

Mäkler, Makler, Seusale oder Cvurtierssind amtlich bestellte und beeibigte 3>evnüttler fürHandelsgeschäfte. Sie vermitteln für AuftraggeberKäufe und Verkäufe über Waaren, Schiffe, Wechsel,