Majolika
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Mais
brauch. Dies sind folgende: Die Elle ist — (W 2Meter, = 0 , 9186 neue Ellen; der Fuß oder Werk-schuh von 12 Zoll ist ----- 0,2915 Meter, ---- l,i 66 neueFuß. Das Getreidemalter hat 4 Viernsel ä 4 Kimpfea 4 Gescheit) ä 4 Mäßchen und ist — 109,z«? Liter,= 0,8M6 neue Malter. Das Stückfaß Wein hat71/2 Ohm, das Fuder 6 Ohm, die Zulast 4 Ohm;die Ohm hat 20 Viertel ä 4 Maß ä 4 Schoppen undist == 135,5,38 Liter, — 0, 847S neue Ohm; die Bier-ohm , welche ebenso eingetheilt wird, ist ----- 150,856Liter. Der Centner hat 106 Pfd. Leichtgewicht oder100 Pfd. Schwergewicht; das leichte Psd. hat 33 Lothund ist = 470,6858 Grammen, — 0 , 94,4 neue Pfd.;das schwere Pfd. hat 33^/25 Loth (wofür gewöhnlich34 Loth gerechnet werden) und ist = 498 ,927 Gram-men, ----- 0,9979 neue Pfd.; der Centner ist daher -----49,8927 Kilogrammen; der Centner Kranengewichthat 114 leichte Pfd. und ist — 53,6582 Äilogr.
Banken und Handelsanstalten. Es befin-det sich hier ein Filial der Darmstädter Bank fürHandel und Industrie, eine Handelskammer, einHandelsgericht, Handelsschulen und eine Versiche-rungsanstalt für die Rhein- und Mainschifffahrt.
Majolika nennt man die feinen Thongeschirre,welche im 15. und 16. Jahrhunderte besonders imKirchenstaate und in der Republik Venedig verfertigtwurden und die sich durch schöne Formen, sowie durchkunstvolle Behandlung der darauf befindlichen en-kaustischen Malereien, welche oft von GemäldenRaphaels und anderer berühmter Meister kopirt sind,auszeichnet. Man findet es nur noch als Antiquitätin Museen und anderen Sammlungen; in Italienaber nennt man noch jetzt das an einigen Orten ver-fertigte feine Steingut oder Fayence Majolika.
Majoran, Origanum Majorana, eine imsüdlichen Europa und der Levaute einheimische undbei uns häufig in Gärten gezogene Pflanze, mit aus-rechten 8 — 10 " hohen Stengeln, die mit kleinenganzrandigen Blättern besetzt sind und weiße Blu-men haben, von starkem, angenehm gewürzhaftemGeruch, welche meist als Gewürz in der Küche undbei Verfertigung der Blutwürste gebraucht wird undgetrocknet, theils mit den Stielen in Bündeln, theilsohne Stiele in Blättern (Ilerda Majoranae) in denHandel kommt. Auch wird das Kraut in der Me-dizin , häufiger aber das daraus destillirte ätherischeMajoranöl. Oleum Majoranae, gebraucht, wel-ches grüugelblich von Farbe ist, den Geruch unddie Kräfte des Krauts in höherem Grade besitzt undmit dem Alter sich bräunt. Gepulvert kommt es zudem Kräuterschnupftabak, auch verfertigt man da-raus eine Salbe, Majoranbutter, und Majo-rs n b a l s a m. Der aus dem Oel gewonnene Ma -jorankampher, besteht aus völlig weißen undharten Krystallen, brennt mit Flamme und wirdvon concentrirter Schwefelsäure roth gefärbt.
Majorka, s. Balearische Inseln.
Mais, türkischer Weizen, türkisches oderindianisches Korn, Welschkorn, in Ungarnund Oesterreich K u r k u r u z genannt, Z e a M a i s,eine aus Amerika und Westindien stammende und im
S südlichen Europa, sowie in einem großenAsiens und Afrikas häufig angebaute Pflanzemit halbgetrennten Geschlechtern. Die männlichen,eine vielfache Rispe bildenden Blüthen erscheinen ander Spitze des Stengels, die weiblichen am unterenTheile desselben in einer Scheide, in der sich ein 6bis 12 Zoll langer, 1—2 Zoll dicker Samenkolbenbildet, an welchem 100—200 und noch mehr Körner
in mehreren dichtgedrängten Längsreihen sitzen. Diesesind von der Größe einer Erbse, am Grunde zu-sammengedrückt und eckig, glänzend, gelb, weißlich,zuweilen auch roth, blau, grau, bräunlich, schwärz-lich oder gesprenkelt von Farbe und enthalten einenaus gelblichem Mehle bestehenden Kern, der eingutes Nahrungsmittel für Menschen und Thiere istund in vielen Ländern die Hauptnahrung des Vol-kes ausmacht. Sodann dienen die Körner als Kaffee-surrogat, zu Stärke, Gries und zur Bereitungvieler Speisen, wie zum Mastfutter. In Ungarn,der Türkei, Italien, Spanien, Irland rc. benutztman das Maismehl sehr häufig zum Brodbacken,wozu man es jedoch gewöhnlich mit Weizen-, Ger-sten-, Roggen-oder Kartoffelmehl vermischt, da esallein der Gährung widersteht und nicht bindend ge-nug ist. Dagegen verfertigt man in Italien eineArt Grütze daraus, Polenta genannt, welche da-selbst eine allgemein beliebte Speise und ein Han-delsartikel ist. Auch wird aus Maismalz Bier ge-braut, welches an Stärke und Wohlgeschmack dembesten Gerstenbiere nicht nachsteht, und ebenso ver-fertigt man Branntwein und an manchen Ortenauch ein weinartiges Getränk daraus. Die unreifenMaiskolben werden wie kleine Gurken und Bohnenin Essig eingemacht, auch auf manche andere Artzubereitet gegessen und überhaupt ist fast jeder Theilder Pflanze nutzbar. Die Stengel, Blätter und dieentkörnten Fruchtkolben geben ein sehr gutes Vieh-futter und die ersteren werden zum Decken derBauerhäuser benutzt. In Amerika verfertigt manKörbe daraus, und die den Kolben umgebenden Deck-blätter können als Polstermaterial und zur Verfer-tigung von Papier verwendet werden. Im Anfangdes Sommers, wenn sich die Körner zu entwickelnbeginnen, enthalten die Stengel, besonders im un-teren Theile einen süßen Saft, aus welchem Sirup,Zucker und Branntwein bereitet werden kann. Be-sonders in Mexiko und Mittelamerika wird aus die-sem Safte ein berauschendes Getränk, Pulque deThaolli oder de Mais genannt, bereitet, und auchaus den Körnern verfertigt man verschiedene gei-stige, saure oder zuckerige Getränke, welche Chicha,Posole, Alextili rc. heißen. Um die Körner zu ge-winnen, müssen die reifen Kolben völlig getrocknetwerden, wozu mau sie entweder auf einem Bodenaufhängt, was aber mehr als 4 Monat Zeit erfor-dert, oder in künstlicher Wärme darrt; dann werdensie gedroschen oder die Körner vermittelst einer Pferde-striegel davon losgerissen; auch hat man besondereMaschinen dazu erfunden. Aus den getrocknetenKolben kann man durch Schroten noch ein gutesViehfutter erhalten, auch bereitet man aus ihneneinen wohlschmeckenden Thee. — Es gibt mehrereArten des Mais, von Venen folgende die wichtigstensind: 1) Der große Mais ist unter allen der ergie-bigste, gedeiht aber nicht in kalten Gegenden, da eram spätesten reift, und wird besonders im südlichenFrankreich angebaut. In hinlänglich warmemKlima und geeignetem Boden wird die Pflanze gegen6 Ellen hoch und trägt 15 und mehr Kolben, vondenen jeder bis 1000 Körner enthält. Diese sinnweiß, gelb, roth, blau, violett, schwarz, gestreckt,marrirt, und häufig vou verschiedener Farbe in demnämlichen Kolben; man gibt jedoch dem weißen denVorzug, weil er feineres und weißeres Mehl ent-hält und auch 14 Tage früher reift. 2) Der kleine,zeitige oder 40tägige Mais wird nicht über 4 F-hoch, hat kleinere Körner, die eine zarte Schale und