Malta
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Malvasier
Einw., ist der Sitz des englischen Gouverneurs undanderer Behörden, hat viele Kirchen, darunter dieHroße ehemalige Ordenskirche mit den Gräbern derRitter, eine Universität mit großer Bibliothek undanderen Sammlungen, mehrere Paläste und anderemerkwürdige Gebäude, und ist überhaupt schön ge-baut und sehr reinlich. Sie bat 7 Häfen, welchezusammen einen Freihafen bilden, Schiffswerft^Docks, Magazine, Quarantaineanstalten, eine Börse,Versicherungsgesellschaften und 2 Banken, welcheauch Noten ausgeben. Der Handel ist lebhaft, dochnicht mehr so bedeutend als früher; auch hat dieStadt mehrere Fabriken von Baumwollen- undSeidenwaaren, Uhren rc. — CittaVecchia imInnern der Insel, ehemalige Hauptstadt, ebenfallsbefestigt, 6500 Einw. — Außerdem: Bisbut undBise allin, zusammen Zeiten genannt, mit4000 Einw.; Pinto, 4000 Einw.; Zebug oderZebay, 5000 Einw.; Zorrica 4000 Einw. rc.—Die Insel Gozzo oder Gozo, nordwestlich vonMalta, 1 Va lü Meilen mit 17,000 Einw., ist vor-trefflich angebaut und erzeugt Getreide, Baumwolle,Südfrüchte, Vieh, besonders eine Art großer Esel,viel Geflügel rc. Der Hauptort Gozzo hat 3000Einw. — Die Insel Comino oder Lumino zwi-schen den beiden vorigen, V 6 □ÜJletle, 900 Einw.,erzeugt hauptsächlich Kümmel.
Rechnung. Im Handelsverkehr rechnet manhier gewöhnlich nach malteser Scudi zu 12 Tariä 20 G r a n i (oder ä 2 Carlini ä 10 Gram) ä 6Piccioli. Gesetzlich und amtlich wird nachPfund Sterling (Lire Sterline) zu 20Schill.ä 12 P f. (Pence) wie in Großbritannien gerechnet.— 12 Scudi sind vorschriftsmäßig —1 Pfund Sterl.,oder 1 Scudo ist — 20 Pence Sterl. hiesige Wäh-rung.
Zahl werth. 1 ) Scudo. Es cirkuliren haupt-sächlich spanische, südamerikanische und mexikanischePiaster, nach dem neuesten Münztarif von 1851 zumWerthe von 50 hiesigen Pence Sterl. oder 2 V 2 Scudi---600Grana oder l Oncia, engl. Silbermünzeu zu7 Tari 10 Grani für den Schilling und französ.5-Frankenstücke zu 2 Scudi, 5 Tari 7 1 /« Grani.Die sehr beliebten österreichischen Speziesthaler wur-den ganz verboten. Rechnet man nach der Würdi-gung des 5-Frankenstücks und des spanischen Piastersdurchschnittlich 52y 2 Scudi aus das deutsche Münz-pfund fein Silber, so ist der Scudo dem Gulden dersüddeutschen Währung gleich. — 2) Pfund Ster-ling. Die hiesige Sterling-Valuta, gleichfalls eineSilberwährung, ist mit der englischen GoldwährungAicht zu verwechseln. Ihre Vertretung durch dieengl. Silbermünzen ergibt 4 , 779,7 Pfd. Sterl. aufdas deutsche Münzpfund f. S., während die gesetz-liche Würdigung der hauptsächlich in Cirkulationdefiudlichen Piaster (Dollari) zu 50 Pence imDurchschnitt 4% hiesige Pfd. Sterl. auf ein deut-sches Münzpfund f. S. ergibt, so daß hiernach dashiesige Pfd. Sterl. ----- 6% Thlr. preuß. Crt. ----12Gulden im 52V, Fl.-Fuß --- 10 Gulden 28^ Rkr.'in 45 Fl.-Fuß werth ist.
Münzen. Unter den früheren Großmeisternsind hier Münzen geschlagen worden, die aber jetztnur noch selten vorkommen; es waren: einfache,doppelte nnd halbe goldene Doppien oder Pistolen,dre ersteren zu 20 Scudi, 854V«, Tsdth. fein; ganzeund halbe silberne Oncien zu 272 und IV« Scudi,M/, Tsdth. fein; einfache und doppelte Scudi,'o6Vg Tsdth. fein, und Stücke zu 1, 2, 4 und 6
Tari, sowie verschiedene kupsermünzen zu 1 bis 20Grani.
Maße und Gewichte. Die Canna oder Ellehat 8Palmi a.12 Once und ist = 2, 08 8 Meter; manrechnet gewöhnlich 3 V 2 Palmi — 1 engl. Jard; derFuß ist — 0,2836 Meter. Die Salma (Getreide-maß) hat 16Tumoli L6Mondelli ä 10 Mi-füre; die gestrichene Salma, nach welcher Weizenund Gerste verkauft wird, ist -- 254,^ Liter, — 56engl. Gallons ; die gehäufte Salnia ist ca. 16 %
rößer und wird zu 65 engl. Gallons oder 295 ,325
iter gerechnet. Salz wird nach dem Gewicht ver-kauft und der Mondello hat 4 Rotoli. Der B arile(Weinmaß) hat 4 Quartare ä 9y 2 Ouartucciü 4 Terzi L 2 Pinte und ist —9V« engl. Gallons,
— 42,027 Liter; man bedient sich auch häufig desalten englischen Weingallons. Das Barile Oel hat2 Caffisi ä 4 Quarte ä 4 Quartucci ä 4Terzi L 2 Casbe, und ist — 8 3 /« engl. Gallons,
— 39,758 Liter. Der Cantaro oder Centner hat100 R 0 tt 0 l i L 2 V 2 Lib bre L 12 O n ce und ist---- 174V2 engl. Pfd. adp. (wofür aber gewöhnlich175 Pfd. angenommen werden), — 79,, 5,5 Kilogr.Der P es o (die Last) hat 3Cantari, die Tonne-lata 12V 2 Cantari. Baumwolle wird nach einemschweren Cantaro zu 114 Rottoli verkauft.
Malter, ein in den meisten deutschen Ländernund in einem Theile der Schweiz gebräuchliches Ge-treidemaß; auch an einigen Orten ein Brenn-holzmaß.
Maltesererde, s. Siegelerde.
Malteser Kümmel, s. Kramkümmel.
Malteserschwamm oder Malteserpilz isteine Schmarotzerpflanze, die aus einem 6—8 Zolllangen blattlosen, mit weißen Schuppen bedeckten,fleischigen, hin und her gewundenen Schafte undeinem eben so langen aber dickeren, weißen, mitrothen Schuppen bedeckten Kätzchen besteht und aufMalta, Sicilien rc. auf den Wurzeln der Myrthen-,Mastix- und anderer Bäume wächst. Getrocknetsind es dunkelrothe, geruchlose Stücke von zusam-menziehendem Geschmack. Er wird in seinem Va-terlande und früher auch in Deutschland gegen Blut-flüsse und dgl. gebraucht.
Maltha, s. Bergtheer.
Malvasier heißt ein feiner, süßer, sehr ange-nehmer Wein, von einer besonderen Rebenart, welchefrüher besonders bei Napoli di Malvasia auf Mo-rea wuchs. Er ist verschieden gefärbt, weiß. dunkel-gelb, roth rc. und wird noch jetzt am besten aufmehreren griechischen Inseln erbaut; von ersteremzeichnet sich der aus den Bezirken von Malvasia undMistra ganz besonders durch Feinheit, Geist, Süßig-keit und eigenthümlichen Wohlgeruch aus. Außer-dem werden aber auch in mehreren Gegendenvon Dalmatien, Italien, dem südlichen Frank-reich nnd Spanien Weine dieses Namens unddieser Gattung erbaut. Auf der Insel Sardinienist der von Sorsa, in Piemont der von Canelli ammeisten geschätzt; in Neapel erzeugt man sehr guteSorten am Vesuv und am Avernosee, in Sicilienbei Messina und Syrakus, und besonders wird aufden Inseln Lipari und Stromboli ein mit großerSorgfalt behandelter ausgezeichneter Malvasier vonBernsteinfarbe gewonnen. In Dalmatien wirddergleichen bei Ragusa und auf den Inseln Agosto,Lesina, Lissa rc. bereitet. Spanien erzeugt mehrereSorten, namentlich in der Nähe von Malaga, Gra-nada, Lere; de la Frontera, bei Sitjes in Catalonien