Malve li
und besonders auf den azorifchen Inseln. Eine dervorzüglichsten Sorten ist der Malvasier von Ma-deira. In Frankreich gewinnt man namentlich beiRoquevaire im Departement der Rhonemündungeneinen sehr guten rothen Wein dieses Namens, dessenTrauben inan vor dem Keltern an der Sonne trock-nen läßt. Auch bei Schiras in Persien wird einWein erbaut, der dem Madeira-Malvasier gleich-kommt.
Malve, ein aus vielen Arten bestehendes Pflan-zengeschlecht, von dem besonders die Gartenmalveund die wilde Malve für uns Interesse hat. Dieerstere, Althaea rosea , auch Stockrose, Pappel-rose genannt, hat einen geraden, 6—8 Fuß hohenStengel, zahlreiche große, meist gefüllte Blumen vonverschiedenen Farben, von denen aber nur die dunkelpurpurrothen und violetten, 2—3" breiten, ent-weder mit oder ohne den Kelch gesammelt und unterdem Namen Flores Malvae arboreae oder hortensisin der Medizin zu Gnrgelwässern und auch zuweilenzum Färben rother Weine gebraucht werden. Manerhält sie von Bamberg, Erfurt, aus dem Elsaß,Italien, dem südlichen Frankreich rc. Bon der wil-den Malve oder Käsepappel, Hasenpap-p el rc., Malva sylvestris , welche überall an unbe-bauten Orten, auf Schutthaufen rc. wächst, werdendie bläulich-rosenrothen Blüthen mit den Kelchen undauch die Blätter, Flores und Herba Malvae sylves-tris, gebraucht. Der Stengel ist aufrecht, die Blät-ter 7lappig, weichbehaart, ebenso die Blatt- undBlumenstiele. Zu dem nämlichen Zwecke sammeltman auch Blüthen und Blätter einiger ähnlichenArten, namentlich von Malva rotundifolia und bo-realis, die Blätter der ersteren sind weichhaarig, dieunteren herzförmig-kreisrund, stumpf 7eckig, die obe-ren fast olappig, der L-tengel liegt fast nieoer. DieBlätter dieser Arten sind ohne Geruch und hübeneinen schleimig klebrigen Geschmack. Die Blumenwerden bei Brustbeschwerden gebraucht. Die unga-rischen Blumen haben ein schöneres Ansehen als diedeutschen; getrocknet dürfen sie nicht hellblau undnoch weniger weiß aussehen.
Malz nennt man Getreide, namentlich Weizenund Gerste, das eine Zubereitung erhalten hat, durchwelche der in dem Mehle derselben enthaltene undzum Bierbrauen, sowie zurBerfertigung von Brannt-wein und Essig nöthige Zucker entwickelt worden ist.Dies geschieht, indem man die Körner zum Keimenbringt, zu welchem Ende mau sie in Wasser einweichtund dann eine Zeit lang übereinander liegen läßt,wobei sie von Zeit zu Zeit umgeschaufelt werden.Wenn jedoch die Würzelchen an den Kronen zumVorschein gekommen sind, muß das Keimen unter-brochen werden, indem man die Körner trocknet, undzwar entweder an der Luft oder in größerer Wärmeauf einer Darre. Dadurch entstehen zwei Arten vonMalz: Luft malz und Darr malz, welche in man-cher Hinsicht von einander verschieden sind und diesich schon im Aeußeren durch bräunliche Farbe desletzteren und durch verschiedenen Geschmack von ein-ander unterscheiden. Das Darrmalz wird haupt-sächlich zu den dünnflüssigeren, bitteren und halt-baren braunen Bieren, das Luftmalz aber zu dendickeren, süßeren Weißbieren verwendet, und je nach-dem die ersteren mehr oder weniger dunkel gefärbtsein sollen, wird auch das Malz mehr oder wenigerbraun gedarrt. Die aus den Körnern hervorgekom-menen Würzelchen fallen beim Trocknen entwedervon selbst ab, oder werden durch Treten mit Holz-
>6 Manchaweine
schuhen, durch Sieben rc. davon entfernt, weil siedem Biere einen fremdartigen Geschmack geben wür-den. Am meisten wird das Gerstenmalz gebraucht;Weizenmalz wird nur als Zusatz zu manchen Weiß-bieren angewendet. Da sich das Malz einige Jahrelang hält, ohne zu verderben, so wird es auch ver-sendet, wobei der Vortheil billigerer Transportkostenentsteht, weil das Malz gegen 20 % weniger wiegt,als das Getreide. Man verwandelt daher zuweilendie Gerste in den Productiousländern in Mal; undsendet dieses z. B. aus den ostpreußischen Häfen nachSchweden, Norwegen und England; besonders abergeschieht es in England selbst, wo die Brauer fastnie das Malz bereiten, sondern es aus den Gegen-den beziehen, wo die Gerste erbaut wird und vonwo es auch zuweilen nach dem Auslande versendetwird. Bei der Aufbewahrung und Versendung mußes ganz trocken, und übrigens muß das Malz soleicht sein, daß es auf dem Wasser schwimmt, ehees von diesem durchdrungen ist, denn wenn es zuBoden sinkt, ist es entweder nicht richtig bereitet, oderalt und verdorben. Durch einen Aufguß von heißemWasser auf Gerstenmalz wird das Infusum maltbibereitet, welche« bei verschiedenen Krankheiten, be-sonders Skorbut verwendet wird.
Malzextrakt von Hofs ist ein dickes aufschäu-mendes Getränk von dunkler Farbe, bitterlich süßemGeschmack, das aufblähend wirkt. Es ist freilich keinMalzextract, sondern ein dunkles Bier mit einemAufguß von Dreiblatt und Faulbaumrinde. Mannehme 1 Loth Faulbaumrinde, 2 Qt. Dreiblatt undlasse es durch 1 Schoppen Bier ausziehen, gieße nach-her noch 2 Schoppen Bier zu, so hat man dasselbeGetränk sehr billig, das als Geheimmittel theuer be-zahlt wird.
Makzgarn oder Moltgarn, s. Leinengarn.
Mammeibaum , Mammea am er ic ana, eiltin Westindien und Mittelamerika wachsender hoherBaum mit weißen, wohlriechenden Blüthen, ausdenen, besonders auf Martinique, dasFan6re-ole (s. d.) bereitet wird. Er trägt große, braungelbeFrüchte mit angenehm süß schmeckendem Fleische, dienach Entfernung der bitteren Schale roh gegessenoder in Zucker eingemacht werden. Aus dem Safte,der aus Einschnitten fließt, die man in die Aestemacht, wird ein weinartiges Getränk, Momin-oder Tod dp wein genannt, bereitet, das zugleichHarn- und steintreibend sein soll, und das Holz wirdals Nutzholz verwendet.
Mainmuthszähne sind die Stoßzähne eines ver-weltlichen, dem Elephanten ähnlichen Thieres, diebesonders im nördlichen Sibirien häufig in der Erdegefunden und unter dem Namen fossiles oder ge-grabenes Elfenbein ebenso wie die gewöhnlichenElephantenzähne benutzt werden.
Mamoudies oder Mamodies hieß eine Artfeiner Baumwollenzeuge, die früher aus Ostindienund aus der Levante nach Europa kamen.
Manassia heißt eine Gattung sehr unreiner smyr-nischer Baumwolle. .
Manchaweine sind angenehme leichte, weiße unvrothe spanische Weine, welche in der Provinz wMancha, dem südlichen Theile von Neukastilien, ge-baut werden. Die weißen sind trocken und obgletmgeringer als der Leres, doch sehr gesucht. Unter denrothen ist der von Valdepenas der beste, welcher demguten Burgunder gleichkommt. Sie werden auwoft, besonders nach England und Amerika, aus-geführt.