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Zweiter Band.
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Markasit

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Marmor

(s. Niederlande). Auch in mehreren außerdeut-schen Ländern hat man ein Münzgewicht unter demNamen Mark, in Italien-, Spanien, Portugal undBrasilien Marco. Aber nicht allein als Münzge-gewicht, sondern auch als Handelsgewicht kam dieMark in Gebrauch und man wiegt mit ihr noch heutein einzelnen Ländern verschiedene Waaren.

Markasit, s. Wismuth und Schwefelkies.

Markbrief oder Kaperbrief, s. Kaperei.

Marke oder S ign um heißt das Zeichen, welchesman außen auf die zu versendenden Waarencollisetzt, damit sie nicht verwechselt werden. Oft fügtman auch eine Nummer und zuweilen auch den Na-men des Bestimmungsortes hinzu. Marken oderMarkiren heißt daher mit einem Zeichen oder einerMarke versehen, und gemarkt ist so viel als ge-zeichnet.

Markebrunner heißt ein feiner weißer Rhein-wein, der unweit Hattenheim im Rheingau wächstund seinen Namen von einer am Fuß des Bergesbefindlichen Quelle hat, welche der Markbrunnengenannt wird.

Marken oder Spielmarken werden meist vonKnochen oder Elfenbein in verschiedenen Formenund mit 4 verschiedenen Farben gefärbt, hauptsäch-lich in Nürnberg und Fürth verfertigt und in klei-nen Schachteln verkanft. Auch gibt es dergleichenvon Perlmutter, Porzellan rc. Briefmarken (s. d.).Die Rechenpfennige (s. d.) werden, da sie zudem nämlichen Zwecke dienen, ebenfalls Markengenannt.

Markgewicht, Poids de marc, s. Frank-reich.

Markgräfler heißt ein sehr guter weißer Weinaus dem badischen Oberrheinkreise, der ehemaligenMarkgrafschast Baden, wo er besonders in der Nahedes Dorfes Laufen erbaut wird.

Markt heißt eigentlich ein öffentlicher Platz, aufwelchem allerhand Waaren verkauft werden; dochversteht man darunter auch den zu diesem Zweckentstehenden Zusammenfluß von Käufern und Ver-käufern in Städten und Marktflecken. Findet der-selbe in jeder Woche an einem oder mehreren be-stimmten Tagen statt, an welchen die zum täglichenBedarf dienenden Lebensmittel und anderen Gegen-stände meist von den Landleuten aus der Nähe derStädte verkauft werden, so nennt man ihn W o ch e n-markt; wird er aber während des Jahres nureinige-male gehalten und Erzeugnisse von Handwerkernund Fabrikanten auf denselben gebracht, so heißt erJahrmarkt. Ein solcher dauert gewöhnlich 1—4Tage, doch zuweilen auch länger, und der Verkaufgeschieht meist im Einzelnen an die Consumeutenselbst; wenn er jedoch eine oder mehrere Wochendauert und größere Waarenquantitäten zum Verkaufim Ganzen an Wiederverkäufer zusammengebrachtwerden, so heißt er eine Messe, (f. d.). In früherenZeiten wurden den die Messen und Jahrmärkte be-suchenden Handelsleuten gewisse Begünstigungen undFreiheiten gewährt, welche Meß- oder Marktfrei-heilen genannt wurden und sich zum Theil nochjetzt erhalten haben (s. Messe). Für manche Ver-kaufsgegcnstände werden auch besondere Märkte ge-halten, z. B. Viehmärkte, Getreidemärkte,Weltmärkte. — In der kaufmännischen Sprachenennt man auch einen großen Handelsplatz, vonwelchem eine bedeutende Landesstrecke vorzugsweisseine Waaren bezieht oder an welchem auch besondersumfangreiche Geschäfte in einem Artikel oder in

einer gewissen Classe von Waaren gemacht werden,einen Markt. Alan sagt in diesem Sinne z. B.Hamburg sei der Markt für das nördliche Deutsch-! land und Trieft für Oesterreich; London sei ein Welt-! markt; Liverpool sei der größte Markt für Banm-^ wolle rc. Ferner versteht man unter Markt den! Zustand und den Gang des Handels an einem Platze! und sagt z. B. der Markt ist von dieser Waare über-i führt, d. h. es ist mehr davon angekommen und zumI Verkauf vorhanden, als gebraucht wird; ferner: derMarkt ist gedrückt , d. h. es hält schwer etwas abzu-i setzen, weil keine Kauflust vorhanden ist, und die ge-> forderten Preise sind daher nicht zu erlangen rc. Inj dem nämlichen Sinne sagt man auch: eine Waare! an dem Markt bringen, für: sie zum Verkauf stellen,was man früher nicht hat thun wollen, obgleich mansie vielleicht schon besessen hat; ebenso eine Waarevom Markte zurückziehen rc. Daher kommt auch derAusdruck M a r k t b e r i ch t, für einen Handelsbericht,welcher den Zustand des Marktes an einem Platze,oder den Stand der Waarenpreise und den Gang desHandels daselbst schildert.

Marktberichte, s. Handelsberichte.

Marktfreiheit, s. Meß frei heit.

Marktpreis, s. Preis.

Marktschiff nennt nian ein Flußschiff, das regel-mäßig an gewissen Wochentagen zwischen zwei andem Flusse gelegenen Städten fährt, um Personenund Waaren zu transportiren.

Marlborough hieß ein geköperter, glänzenderund schillernder Wollenstoff, der früher in Frankreichverfertigt wurde, und dessen Kettenfäden auch zuwei-len aus Seide und Wolle zusammengedreht waren.

Marti) nennt man eine Art Gaze mit weit voneinander abstehenden Fäden, so daß viereckige Oeff-nungen zwischen demselben bleiben. Er ist am häu-figsten von Leinengarn und gesteift, doch auch zuwei-len von Baumwolle, Wolle oder Seide, oder vonzweien dieser Stoffe gemischt. Man verfertigt ihnmeist weiß oder schwarz und mehr oder weniger weitgezittert und braucht ihn zu Putzarbeiten, zum Futterin Damenhüte, auch zum Ausnähen u. dgl.

Marmaroscher Diamanten oder Dragomi-te n sind ganz farblose und Wasserhelle Bergkrystalle,welche im Marmaroscher Komitat in Ungarn undnamentlich bei Sandorfalva gefunden und alsSchmucksteine geschliffen werden.

Marmelade nennt man ein dick eingesottenesGemisch von Zucker und Obstfrüchteu, namentlichBirnen, Quitten, Pfirsichen, Aprikosen, Johannis-beeren rc., welches die Conditoren verfertigen, unddas entweder sofort gegessen oder zum Füllen vonBackwerk, Mehlspeisen u. dgl. benutzt wird.

Marmeln oder Märbeln, s. Schnsser.Marmolith, s. Serpentin.

Marmor ist ein dichter, harter, feinkörniger undpoliturfähiger Kalkstein, der entweder ganz weiß oderverschieden und meist bunt gefärbt ist. Er hat einensplitterigen, oder dem Ebenen und Flachmnscheligensich nähernden Bruch, ist häufig an den Kantendurchscheinend und braust wie jeder Kalkstein ttwSäuren auf; auch kann man gewöhnlichen Kalkdaraus brennen, was mit den geringen und in gro-ßer Menge vorhandenen Sorten auch häufig geschieht-Man verarbeitet ihn hauptsächlich zu Säulen, Wand-getäfel, Gesimsen und anderen architektonischen Ver-zierungen, zu Bildhanerarbeiten, Tischplatten «-*$'-Die gelbe, rothe und braune Farbe desselben rührtvon Eisenoxyd, die schwarze oder graue von Koh^