Maschinen
Marsoiin 173
Marsolin vder Marzolino, s. Käse.Martensholz oder St. Martinsholz, s.Roth holz.
Martial heißt eine Art englischer Gnßstahl.Martinique, westindische, den Franzosen ge-hörende Insel, zwischen den Inseln St. Lucia undDominica gelegen, 18 s^jMeilen, mit 140,600Einw. Das Innere ist mit vulkanischen Bergen biszu 7000 Fuß Hohe bedeckt, und die steilen Felsen undtiefen Abgründe machen die Insel selbst an einigenStellen unzugänglich. Sie hat viele Flüsse, diezwar nur einen kurzen Lauf haben, von denen aberdennoch 5 schiffbar sind. Auch gibt es mehrere guteHäfen und Ankerplätze. Das Klima ist heiß aberziemlich gesund, doch wird die Insel oft von heftigenStürmen heimgesucht. Die Thäler und die Ebenensind sehr fruchtbar und sorgfältig angebaut. Unterden Produkten ist das wichtigste Zucker, von demdie Insel mit Guadeloupe jährlich 40 Mill. Kilogr.erzeugt; der hiesige Kaffee ist zwar von vorzüglicherGüte, aber es wird jetzt bei weitem nicht mehr soviel erbaut als früher. Außerdem erzeugt die Inselbesonders sehr guten Cacao, Cassia, etwas Baum-wolle, Blauholz rc. Außer den gewöhnlichen Haus-thieren gibt es viel Wild, Schildkröten, Krabben rc.,aber auch viel Ratten, Schlangen, unter denen sehrgiftige Arten, und unzählige, höchst beschwerlicheAmeisen. Die Hauptbeschäftigung der Einwohnerlst der Acker- und Plantagenbau, die Berarbeitungder Produkte iZuckermühlen, Rumbrennereien rc.)und der Handel. Die Einfuhr besteht hauptsächlichui Getreide und Mehl, gesalzenen Fischen, Oel,^>eife, Lichtern, Wein, Branntwein, Geweben allerArt, Eisenwaaren, Quiucaillerien rc. Der Werthder Ein- und Ausfuhren belief sich im Jahre 1860auf 5iy 3 Millionen Franken; die Zahl der ein- undausgelaufenen Schiffe auf 1110. — Die Hauptstadtund der Sitz der Colonialregierung ist Fort-Royal an der Westküste, mit einem vortrefflichen,geräumigen Hafen. Die größte und wichtigste Stadtsit jedoch t. Pierre, ebenfalls an der WestküsteUnd am gleichnamigen Flnsse, mit 26,000 Einw.und der Mittelpunkt des Handels der Insel. Siehat jedoch nur eine Rhede, weshalb die Schiffe, diesich längere Zeit aushalten, sich in den Hafen vonà't-Noyal begeben. Außerdem gibt es noch 4 Fle-hen, unter denen la Trinité der bedeutendste ist,und mehrere Dörfer.
^Rechnung, Zahlwerth, Maße und Ge-wichte, s. Westtndien.
Marumkraut, Marum verum, s. Katzen-traut,
Marvella heißt eine feine leichte Sorte Malaga-u>ein, welche Aehnlichkeit mit den: Madeira hat.Maryland, s. Tabak.
Marzemino heißt ein dem Malaga ähnlicher^tusbruchwein, welcher an der Bai von Teode inDalmatien wächst, sowie auch ein angenehmer hell-vther Wein, der an der Etsch in der Nähe von Botzen"î Ttrol erbaut wird.
. Marzipan ist ein süßes, besonders aus Mandeln-'v Zuàr bestehendes Confeet, welches von deno^bltoren in verschiedenen Formen verfertigt wird.li Marzvlanv oder Marzolo nennt man in Jta-n das Stroh des Sommerweizens, welches zurFertigung der Strohhüte gebraucht wird.
-attas, f. Ma ce.
Mascali oder Mas coli, ein rother, süßer und
lieblicher Wein, der auf Sicilien am Fuße des Aetnagewonnen und von dem viel ausgeführt wird.
Masearenische Inseln, s. Bourbon undMauritius.
Mascaret ist ein glänzender Wollenzeug vonhartem Kammgarn, mit eingewebten atlasartigenMustern, der früher hauptsächlich in England ver-fertigt wurde.
Mascarponi, s. Käse.
Maschanzger nennt man in Tirol eine vorzüg-liche Sorte Aepfel, welche häufig versendet werden.
Maschinen nennt man überhaupt Werkzeugeoder Vorrichtungen, durch welche mit Ersparungvon Kraft oder Zeit eine Bewegung hervorgebrachtwird. Sie zerfallen hauptsächlich in einfache undz us ammen g e se tzte. Zu den ersteren, von denenviele auch zu den Werkzeugen gerechnet werden, ge-hören z. B. die Winde, der Hebebanm, der Flafchen-zug, die Schraube rc.; die letzteren aber sind eineVerbindung mehrerer einfachen Maschinen zur Er-reichung des nämlichen Zweckes, und diese werdenauch gewöhnlich vorzugsweis Maschinen genannt.— Der Raum und der Zweck unseres Werkes ge-stattet natürlich nicht, auf diesen wichtigen Gegen-stand näher einzugehen und wir beschränken unsdaher nur auf einige allgemeine Andeutungen. Umeine Maschine in Thätigkeit zu setzen, bedarf es einerdarauf einwirkenden bewegenden Kraft, welche ent-weder von einem lebenden Körper, einem Menschenoder Thiere, oder durch einen leblosen: Wasser,Wind, Dampf, oder durch das Gewicht, den Fall,die Elasticität eines Körpers, durch Electricität rc.erzeugt wird. Der Zweck der Maschine ist entwederdurch die darauf einwirkende Kraft eine größereWirkung hervorzubringen, als ohne Anwendung der-selben möglich sein würde, oder auch eine Kraft zubenutzen, welche außerdem entweder gar nicht, odernur unvollkommen benutzt werden könnte. Im erstenFalle kann jedoch die vermehrte Kraftwirkung nurdurch Verlust an Zeit erreicht werden, und je größerdaher die Last ist, welche eine Maschine bei Anwen-dung der nämlichen Kraft in Bewegung setzt, destomehr Zeit ist dazu erforderlich, sowie umgekehrt , jeschneller die Wirkung derselben sein soll, desto kleinermuß die zu bewegende Last oder desto größer muß dieKraft sein. Die Wirkung der Maschinen, welcheeinen bedeutenden Effect hervorbringen; namentlichder Dampfmaschinen, drückt man gewöhnlich durchPferdekräfte aus, wie wir bereits in dem ArtikelDampfmaschine erwähnt haben. Aus der Con-struction der Maschine kann man die Größe ihrerWirkung berechnen und das Resultat dieser Berech-nung nennt man den Kraftmoment der Ma-schine; aber ein Theil desselben muß darauf verwen-det werden, die Maschine in Bewegung zu setzen,d. h. das Gewicht und die Reibung der einzelnenTheile zu überwinden, und erst der davon bleibendeUeberschuß ist die wirkliche Leistung der Maschine,welche zur Hervorbriugung des beabsichtigten Zweckesbenutzt werden kann. Dieser Ueberschuß wird daherum so größer sein, je einfacher die Maschine ist oderaus je weniger, durch die Kraft in Bewegung zusetzenden Theilen sie besteht, und je zweckmäßiger siecoustruirt ist, wozu namentlich gehört, daß keineKraft verloren geht, sondern daß der ganze Kraft-überschuß auch wirklich auf den Zweck der Maschineverwendet wird. Manche Maschinen dienen nurdazu, eine regelmäßige ununterbrochene Bewegunghervorzubringen, z. B- die Umdrehung einer Welle