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Zweiter Band.
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Mecklenburg-Schwerin 180 Mecklenburg-Schwerin

Mecklenburg-Schwerin , Großherzogthum imnördlichen Deutschland, zwischen der Ostsee, Preußen,Mecklenburg-Strelitz, Hannover und Laueuburg,244,12 ßÜ Meilen mit 551,850 Einw. Das Landist meist Ebene, nur von einigen Hügelketten durch-schnitten , die sich aber nirgends über 600 Fuß er-heben ; es hat größtentheils sruchtbaren Boden, vielWiesen, Waldungen, doch auch bedeutende Sand-flächen, ist aber demohngeachtet eines der fruchtbar-sten Länder des nördlichen Deutschlands.^ Es istsehr reich durch viele Flüsse und zahlreiche Seen be-wässert; von den ersteren ergießen sich in die Ostsee:- die Srepenitz, W a r n o w mit der Mildeuitz undNebel, die R e ck e n i tz, welche die nordöstliche Grenzegegen Pommern bildet; die Peene welche dieTollen-see ausnimmt und bald das Land verläßt; gegenSüdwest bildet die Elbe zum Theil die Grenzeund nimmt die Elde, die Sude, die Blitze unddie Steckenitz, welche aus eine kurze Strecke diewestliche Grenze berührt, aus. Die Anzahl derSeen, welche über Meile laug sind, beträgt 115,von denen der Schweriner, der Müritz-, Kölpin-,Flessen-, Malchower-, Plauer-, Kumerower-, Mal-chiuer- und Krakower-See die bedeutendsten sind.Die Küste der Ostsee ist wenig eingerisseu und bildetnur 3 Meerbusen; den Dassower Binnensee, denBusen von Wismar und das Salzhaff; doch gehörtauch ein Theil des Ribnitzer Busens zu Mecklenburg.Die Hauptbeschäftigung der Einwohner ist die Land-wirthschaft, welche sowohl in Bezug auf Ackerbau alsauf Viehzucht in größter Vollkommenheit betriebenwird und alle Arten Getreide, Hülfenfrüchte, Gar-tengewächse, Flachs, Haus, etwas Tabak, doch wenigObst, sowie auch gute Pferde, Rindvieh, Schafe,Sckweine, Gänse rc. erzeugt; auch die Fischerei, be-sonders in den Landseen, wird lebhaft betrieben.Die großen Forsten liefern ziemlich viel Holz undWild.' Bon Mineralien gibt es nur Kalk, Gips,Braunkohlen, Torsi etwas Älaun, verschiedeneStahl-quellen und eine Salzquelle. Der Handel ist nichtunbedeutend und beschäftigt sich hauptsächlich mitder AuSfuhr der Laudesprodnkte: Getreide, Rüb-famen . Pferde, Rindvieh, Wolle, Fleischwaareu rc.und mit der Einfuhr von Colouialwaaren, französi-fcbeu Weinen, ausländischen Manufaktur- und Fa-brikwaaren. Die Fabrikindustrie ist nicht bedeutend.Es gibt nur einige Fabriken von Tuch, Tabak, Cicho-rien, Papier, Seife rc., einige Eisengießereien, Glas-hütten und Gerbereien. Bemerkenswerth ist einesolche Gerberei in Ludwigslust, wo nach persischerWeise das dauerhafteste Leder in 2 Stunden bereitetwird. — Der Schiffban ist nicht unbedeutend. Diemecklenburgische Rbederei zählte Ende 1863: 418Schiffe, und es beträgt diedurchschnittliche Größe dervermessenen Schiffe 123,i Lasten ä 4000 Pfd. Derstärkste Verkehr findet mit den nordischen Häfen,England, Rußland und Schweden statt. Die Ber-lin-Hamburger Eisenbahn geht durch den südlichenTheil des Landes uild bei Hagenow schließt sichderselben die Mecklenburgische Bahn an, welcheüber Schwerin und Bützow nach Rostock geht, mitZweigbahnen nach Wismar und Güstrow. ImNovember 1864 wurde auch die verlängerte Bahnvon Bützow über Güstrow nach Neubrandenburgdem Verkehr übergeben. Die bedeutendsten Städtesind folgende: Hauptstadt Schwerin (s. d.j Par-chim an der Elde, mit 6600 Einw., Gymnasium,Spinnereien, Tuch-, Papier-, Tabak-, Cichorien-,Essig-, Branntwein- und Likörfabriken. Malchow

an einem See, 3000 Einw., welche starke Tuchwe-berei treiben. Bützow an der Nebel und Warnow,4400 Einw., mit Spielkarten-, Rouleaux-, Tabak-,Oel-, Wagen-, Brannlweiu-, Seifen - und Lichter-fabriken. Güstrow an der Nebel, 10,000 Einw-,mit Gymnasium, bedeutendem Wollmarkte, Eisen-gießereien und Maschiuenbauanstalten, Fabrik land-wirthschastlicher und Wasserleitungs - Maschinen,Tabak-, Cigarren-, Essig-, Seifen-, Lichter- undLeimfabrikation, Bierbrauereien und Branntwein-brennerei. Plan au einem See, 3700 Einw., mitEisengießerei und Maschinenfabrik, Tuch- und Ta-bakfabrikatiou; Aalfaug. Staveuhagen, 2500Einw., welche Krapp, Waid und Kümmel erbauen.Ribnitz an der Mündung der Reckenitz in einenBusen der Ostsee, 4400 Einw., die besonders aufder Halbinsel Fischland starken Heringsfang trei-ben. Sülze an der Reckeuick, 2500 Einw., mitSalzwerk und chemischer Fabrik, welche Salmiakund Kuocheuschwärze liefert. Boizenburg ander Elbe, 3600 Einw., mit lebhaftem Handel, Elb-schisifahrt, Eisengießerei, starker Branntweiufabrika-tion, Fabriken von Tabak, Cement, Essig und chemi-schen Produkten. Rostock (s. d.) Wismar (j. d)-

Rechnung und Münzen. Seit 1848 rechnetman überall in Mecklenburg nach dem 21 Guldenoder 14 Thalerfuß. Auch haben diejenigen Thalerhier Cours, die nach dem Bereinsmüuzfuße ausge-prägt sind, nämlich nach dem 30 Thalerfuß. DerGrundsatz, welchen fast alle deutschen Staaten hin-sichtlich dieser Vereinsthaler angenommen haben, istder, daß statt der kölnischen Mark das neue preußischePfund (500 stanz. Gramm) genommen wird unddaraus 30 Thaler geprägt werden. Geprägt wirddas Geld in Berlin, seit die Münze in Schwerin ein-gegangen ist, jedoch beschränkt sich Mecklenburg ausSilbergeld. Als Scheidemünze coursiren 7s, //«'Vi 2 , 748 Thalerstücke und kupferne 3 Pfennigstücke.(Dreilinge). O

Papiergeld. Die Rostocker Bank gibt Notenzu 10 , 20, 50, 100 und 200 Thaler aus.

Wechselrechtliches. Die Allgemeine deutschtW. O. ist in Kraft.

Handelsrecht s. Deutschland.

Anleihen. Die Staatsschulden Mecklenburgsbestehen I> in einem Rest der Salomou Heine'scheuEisenbahn-Anleihe von 1843 ; 2) in Schulden derChaussee- und Wasserban-Casse; 3) in Schulden, deraufgelösten Etde-Actien-Societät; 4) in einem Nrstder Schuld aus dem abgelösten Sundzoll; 5) in einerneuen Anleihe zur Vollendung der Friedrich-FraM-°Bahn von Güstrow bis an die Mecklenbnrg-Stre-litz'sche Grenze. Die Gesammtschuld belänft stwauf ca. 5 Mill. Thaler Crt. welche in regelmäßigenRaten abgetragen werden.

Maße und Gewichte. Längenmaß.Rostocker Fuß hält 0, 28 8 Meter. Als Ellenmaß g"idie Hamburger Elle = 0 , 573 Meter. — Getrerde-maße. Diese sind sehr verschieden. Früherder mecklenburg-scbwerinsche Scheffel = 2832 nKj*.lenb. (Hamb.) Kubikzoll, derselbe ist aber nirgenmehr in Gebrauch. Er war etwas größer als oRostocker Scheffel, welcher jetzt gewöhnlich als a "gemeines Landesmaß betrachtet wird. Das ^. er : sl lsl tuiß dieser Maße unter einander stellt sich wie wigcdar: 100 Rostocker Scheffel sind — 96,1.«ner Sckesfel, = 70, 7W Streicher iGrabower, pre»^ßische) Scheffel, — 71, 0ßa Parebimsche Schefstst ..97, 61 Güstrowsche Scheffel, ----- 68,21 WarenerL-chesl <