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Zweiter Band.
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Meißnerbllm

Mclampyrin

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Wechselrecht. Seit dem 1. Mai 1849 ist hierdie Allgemeine deutsche Wechselordnung eingeführt.

Handelsrecht, s. Deutschland.

Maße und Gewichte. Die Maßverhältnissesind in den einzelnen Orten des Landes mehrfachverschieden. In der Residenzstadt M e i n i n g e n sindfolgende gebräuchlich: Längenmaß. Die Elle ist--- 0,5590 Meter = 247, 8 Pariser Linien; der Ver-messungsfuß --- 134,7 Pariser Linien. — Getreide-maß. Das Malter hat 8 Maß ä 4 Metzen und ist167,io Liter. — Flüssigkeitsmaß. DerEimer hat 72 Maß a 2 Kärtchen und ist — 73,83Liter. Die Ohm oder Tonne hat 2 Eimer. — Ge-wicht des Herzogthums wie Preußen (f. b.).Medizinalgewicht ist noch das alte Nürnberger.

Meißnerblau, s. Ultramarin.

Meißner Probirsteine , s. StolpenerSteine.

Meißner Weine nennt man die am rechten Elb-ufer von Pillnitz bis unterhalb Meißen im König-reich Sachsen erbauten rothen und weißen Weine,welche in günstigen Jahren von recht guter Qualitätsind und daher häufig nach Magdeburg, Bremen rc.gehen, wo sie zum Verschneiden ausländischer Weinegebraucht werden. Die besten kommen von denköniglichen Bergen in der sogenannten Hoflösnitzoberhalb Meißen.

Meißnischer Gülden, eine frühere Rechnungs-wünze in Sachsen und einigen thüringischen Staa-ten. ----- 21 gute Groschen oder '/ 8 Thaler.

Meisterwurzel oder Kaiserwurzel, RadixImperatoriae oder Ostruthii, von Impera-toria Ostruthium , einer in den Alpenländern deswittlen Europa wachsenden Doldenpsianze. Sie istdauinenstark, knotig geringelt, runzlicht, außen asch-grau, inwendig weißgelblich, im frischen Zustandewilchig, zeigt auf dem Querdurchschnitte zwei Kreisewit Harzhöhlen, hat einen angenehmen, der Ange-lika ähnlichen doch kräftigeren Geruch und scharfWitteren Geschmack. Sie hat auch fast die nämlichenWirkungen wie die Angelikawurzel, wird aber inoer Medizin selten, meist nur als Thierarznei ge-braucht, und außerdem auch zu Likören und Brannt-weinen. Sie ist nicht selten mit kleinen Wurzeln derästigen weißen Nießwurzel untermischt. Durch län-gstes Liegen verliert sie den Geruch, wird wurm-mchig und schwärzlich, daher man sie frisch nach denoben beschriebenen Merkmalen aussuchen niuß. Sieouthält ätherisches Oel, Harz, Stärke und einen^gonthümlichen Stoff, Jmperatorin genannt,glänzende, durchsichtige, farblose, vierseitige Pris-en. Das Oel ist dünnflüssig und farblos. Das^mperatoriaöl ist farblos, beweglich, sehr gewürz-riechend und schmeckend.

Mekkabalsam, deutscher, s. Pappel.

Mekkabalsam, Gileadbalsam, jüdischer^alsam, Balsamus de Mecca oder gilea-Y n S i s, stammt von Balsamodendron gileadensis°ber Opobalsamum, einem besonders in Arabienolvtschen Mekka und Medina wachsenden StraucheUnd wird entweder durch Einschnitt in die Rinde,oder durch Auskochen der jungen Zweige und Blättergewonnen. Der erstere ist hellgelb, dünnflüssig undM einen angenehmen Geruch nach Salbei und^ltronenmelisse, kommt aber nicht in den europäischenWandel, da er in der Türkei selbst so hoch geschätzt^od, daß er meist an den Hof des Großherrn kommtud dieser ihn nur zuweilen als Geschenk an euro-varfche Fürsten sendet. Der ausgekochte ist gelblich

von Farbe, aber oft trübe und milchig, frisch bald sodick als der Copaivabalsam und hat einen angenehmstarken, gewürzhaften, anisähnlichen Geruch undbitteren, scharfen, aromatischen Geschmack. Erlöstsich in Weingeist nicht völlig auf, wird in der Handgerieben weiß und seifenartig, und breitet sich, aufWasser getröpfelt, auf dessen Oberfläche zu einemdünnen Häutchen aus, das man mit einer Federwegnehmen kann. Er enthält ein ätherisches Qel,das durch Destillation gewonnen wird, und hartesund weiches Harz. Alan erhält ihn in kleinen bleier-nen Fläschchen oder in ausgebohrten Nüssen undbraucht ihn zu den Hautverschönernngsmitteln, dennals Medizin, wozu er sonst gegen vielerlei Krank-heiten angewendet wurde, hat er keine andere Wir-kung , als der gewöhnliche Terpentin. Im Orientdient er auch als Gewürz. Er wird oft mit cana-dischem Balsam, Terpentin und Citronenöl verfälscht.Zusätze von Sesamöt erkennt man daran, daß dieMasse sich nicht völlig in Weingeist löst; Straußen-fett bleibt bei einer Lösung in Aether zurück. DieFrüchte des Strauchs sind die Balsam körner,Balsamfrüchte oder der Fruchtbalsam s. d.

Mekvnin oder Opianylwasserstoff, wirdaus der Mutterlauge des Opiums bei Darstellungvon dessen Alkaloiden erhalten. Es bildet farbloseNadeln, deren Lösung mit Schwefelsäure unter Er-wärmung eine Purpurfarbe annimmt, mit Wasserbraun wird. Es geht mit Salpetersäure und Chlorverschiedene Verbindungen ein, löst sich leicht inWasser, Alkohol und Aether und hat einen scharfenNachgeschmack.

Mekonsäure, Mohnsäure oder Opium-säure, Acidummeconicum, eine im Opiumenthaltene Säure, die in langen, weißen, durchsich-tigen oder etwas bräunlich gefärbten Nadeln oderglänzenden Blättchen krystallisirt, geruchlos und vonsehr saurem, zusammenziehendem Geschmack ist, sichleicht in Wasser und Weingeist auflöst und in derHitze sich vollständig verflüchtigt. Die Auflösungvon Eisenoxyden färbt sie ohne Niederschlag blutrothund sie wird deshalb in der Chemie als Reagens aufdiese gebraucht. Aus ihr gehen noch mehrere andereSäuren hervor, die K o m e n s ä u r e, welche sich bil-det, wenn die wäßrige Lösung der Mekonsäurelängere Zeit gekocht wird. Es sind körnige Krystalle,löslich in kochendem Wasser. Werden beide Säureneinzeln der trocknen Destillation unterworfen, soentsteht die Brenzmekonsäure, Acidum pyro-meconicum , welche krystallisirt und nur sehr schwachsauer ist. Diese Säuren geben mit Basen mekon-saure, komensanre und brenzmekonsäure Salze. Dasmekonsäure Eisenoxyd bildet sehr schön rothe, leichtlösliche Krystalle. Durch Einwirkung des Chlorsauf Mekonsäure entsteht die Mechloinsäure, Acidummechloinicum , perlenmutterglänzende, weißeSchuppen.

Mel, s. Honig.

Melam, Mellam, ein für die Chemie wichtigerStoff, der durch trockne Destillation des Rhodan-ammonium gewonnen wird, ein weißes, körniges,nicht krystallinisches Pulver bildend, unlöslich inWasser, Alkohol und Aether, aus dem verschiedeneandre Körper sich bilden: das Melamin, große,farblose, rhombische Octabder; das Ammelin, einweißes perlmutterglänzendes Pulver; das Amme-lid gleichfalls ein glänzend weißes Pulver. Ausdiesen Basen gehen verschiedene Salze hervor.

Melampyrin, Melam Pyrit, eine krystallisir-