Meiningen 186 Meiningen
Französischer Lilomtztre.
„ Lieue — % Myriameter . .Italienische alte geographische Meile . . .
„ neue metrische Meile oder MiglioSpanische neue Légua à 24,000 Fuß . . .Schwedische Meile à 18,000 Ellen. . . .
Russische Werst à 3500 Fuß.
Türkischer Berri.
Meter.
auf den Grad
1000
111V»
5000
22%
1851,85
60
1000
111V»
6783,5
16,88
10688,41
10,4
1066,78
104,io
1475,g
75,3
Meiningen oder Sachseu-Meiningen mitHildburghausen, Herzogthum in Thüringen,an der Südwest- und Südseite des Thüringer Wal-des, zwischen Weimar, Gotha, Altenburg, Schwarz-burg, Reuß, Baiern, der kurhessischen HerrschaftSchmalkalden und der preußischen Grafschaft Henne-berg. Abgesonderte Theile sind das Amt Kam-burg zwischen Weimar und Preußen, und das AmtKranichfeld zwischen Weimar und Schwarzburg.Das Ganze umfaßt 43 sH Meilen, mit 172,350Einw. Es ist meist gebirgig, indem es den südlichenTheil des Thüringer Waldes, sowie einen Theil desRhöngebirges in sich schließt, und enthält viel Wal-dungen, ist aber sonst gut angebaut. Der bedeu-tendste Fluß ist die Werra, außerdem die Jtz unddie Saale. Das Hauptprodukt des Landes istHolz; der Getreidebau ist nur in den ebenen Gegen-den des Landes ergiebig, dagegen wird auch Flachserbaut und in den Aemtern Wasungen und Breitnn-gen Tabak, der auch ausgeführt wird. Rindvieh-und Schafzucht wird mit Sorgfalt getrieben, auchgute Pferde gezogen. Das Mineralreich liefert ziem-lich viel Eisen, Schiefer, von dem viel ausgeführtwird, Steinkohlen, Wetzsteine, Marmor und vielSalz aus 2 Salinen. Es gibt mehrere Eisen- undStahlwerke, Fabriken von Messerschmiede- undSchlosferwaaren, Glashütten mit Glasschleifereienund Verfertigung von Glasperlen und anderenGlasbläserarbeiten, eine Spiegelfabrik, mehrerePorzellan-, chemische und Farbenfabriken, Vitriol-werke, nicht unbedeutende Weberei von Tuch undanderen Wollenwaaren, Barchent und Leinwand,mehrere Wollspinnereien, 2 Kammgarnspinnereien,Gerbereien, Papiermühlen, Papiermache- und Tuch-fabriken; besonders wichtig ist aber die Verfertigungvon Spielwaaren aus Holz, Teig und Papiermache,deren Mittelpunkt die Stadt Sonnenberg ist undderen Artikel nach allen Theilen der Welt versandtwerden. Auch ist diese Gegend der Sitz der Fabri-kation von geblasenen Glasperlen und dergleichenSpielzeug, Spiegeln, Porzellan, Steingut, Leder-waaren , kleinen Marmorkugeln, Schiefertafeln undSchieferstiften, Wetzsteinen, verschiedenen Farben,Vitriol, Salmiak, Stabeisendraht, Eisen- undBlechwaaren, Pech, Ruß rc., welche hauptsächlich vonSonnenberg aus verschickt werden. Außerdem wer-den noch ausgeführt: Schlachtvieh, Häute, Wolle,Tabak, Dachschiefer, Salz, Potasche und Holz.—Die bedeutendsten Städte sind folgende: Meinin-gen an der Werra, Hauptstadt, mit 6920 Einw.,eine freundliche Stadt mit Residenzschloß, das eineBibliothek und mehrere Sammlungen enthält, einemGymnasium und Realgymnasium. Wichtig ist dieBarchentweberei, auch befindet sich hier eine Hypo-thekenbank und die „Mitteldeutsche Kredit-bank^, zur Förderung der Industrie und des Han-dels. Sie wurde im Jahre 1856 gegründet undgehört zu den sogenannten Mobiliarkredit-Gesell-schaften , deren Muster der Oreäit modilier in Paris
ist. — Wasungen an der Werra, mit 2630 Einw.,Baumwollenweberei, Berfertigung von Messer-schmiedewaaren und bedeutendem Tabaksbau —Satzungen an der Werra, mit 3l70 Einw.,Salzwerk und besuchtem Soolbad. — Sonnen-berg an der Rotha, 5344 Einw., gewerbreiche Fa-brikstadt, die, sowie die ganze Umgegend, allerhandHolz- und Spielwaaren, Schiefertafeln, Glaswaa-ren, Nägel, Leder, Papiermache- und Blechwaaren,Wetzsteine rc. in großer Menge verfertigt, welchehauptsächlich von hier aus vertrieben werden; auchbefinden sich hier Schussermühlen. — Steinach,2950 Einw., mit Eisen- und Stahlfabriken, Ver-fertigung Sonneuberger Waaren, Eisengruben undEisenhämmern. — Hildburghausen an derWerra, 4400 Einw., mit ehemaligem Residenzschloß,Gymnasium, Schnllehrerseminar, Streichgarnspin-nerei, Berfertigung von landwirthschaftlichen Ma-schinen,Tuch, Papiermachewaaren, Tabak rc. unddem großartigen bibliographischen Institut vonI. Meyer. — Eisfeld an der Werra, 3100 Einw.,mit Schloß, Streichgarnspinnereien, einigen Fabri-ken von Tuch, Papier, Holzwaaren, Porzellanfar-ben, Tabak und Cigarren, Gerbereien. — S aal-feld an der Saale, 4500 Einw., mit einem neuenund alten Schlosse, Realschule, Gerberei, Wollen-zeugweberei, Fabriken von Tuch, Farben, Tusch,Chemikalien, Metallgewebe und Drahtgalanterie-waaren, Papiermache, Kunst- und Spielwaaren,Bergbau, Knpferhütte rc. — Pößneck, 4580 E.,sehr bedeutende Fabriken von Porzellan, Leder, Fla-nell, Molton, Bukskin rc., Färbereien, Druckerei,Streichgarnspinnerei. — Gräfenthal, 1440 E.,Hauptsitz der Schieferindustrie, namentlich Tafelnund Griffel. — Lehesten, mit 1200 Einw. undden bedeutendsten Schieferbrüchen auf dem ganzenThüringer Wald.
Rechnung und Zahlwerth. Die hiesige Geld-währung ist seit dem Jahre 1857 der 52% Gulden-snß mit der Rechnung nach Gulden zu 60 Kreu-zern a 4 Pfennigen', wie in Baiern. Vor demMai 1857 war der Zahlwerth der 24% Guldenfuß,wie er bis dahin in Baiern gesetzlich war.
Münzen. I) In Golde: Kronen und halbeKronen wie Preußen. — 2) In Silber. Seit1857 werden hier in Folge der Wiener Münzcon-vention, die nämlichen silbernen Courant- undScheidemünzen geprägt, wie in Baiern; Stücke zu1 Kreuzer jedoch nicht. — 3) In Kupfer: Stückezu 1, % und % Kreuzer.
Staatspapiere sind die im Jahre 1835 biszum Belauf der älteren Landesschuld ausgegebenenStaatsschuldbriefe von 50, 100, 250, 500 und 1000Fl., welche anfangs mit 4% verzinst, im Jahr 1838aber auf 3%% herabgesetzt wurden. Sie werdenvon Zeit zu Zeit ausgeloost und sollen bis zum Jahr1873 gänzlich zurückgezahlt sein; im Jahr 1862 be-trug die Summe derselben noch 2,100,000 Fl.