Monarde
Molucken 208
Die wichtigsten Produkte sind Gewürznelken, Mus-katnüsse und Sago, und außerdem noch viele anderetropische Hölzer, Früchte und Gewächse. Der in denhiesigen Meeren gefischte Tripang ist ein bedeutenderHandelsartikel, gegen den mehrere Inseln alle ihreBedürfnisse eintauschen; auch werden Perlen gefischt.Sie gehören sämmtlich den Niederländern, denenauch die einheimischen Fürsten, die sich noch auf eini-gen befinden, unterworfen sind. Auf vielen Inselnwohnen Chinesen, in deren Händen sich besondersder Handel mit Tripang befindet, sowie auch Japa-ner und selbst Araber. — Die bedeutendsten Inselnsind folgende: Amboina (s. d.); die Bewohnerdieser Insel kennen fast keinen andern Erwerbszweig,als den Bau der Gewürznelken, von denen jährlichca. 150,000 Kilogr. im Werth von 6—700,000 Fr.ausgeführt werden, denn die Sagopalme befriedigtfast ausschließlich ihre Nahrnngsbedürfnisse. —Dschilolo oder Halmahera, 22 Meilen, aus4 langen Halbinseln bestehend, von sehr kühnen undtapferen Menschen bewohnt, mit der Stadt gleichesNamens. — Ternate, 5 Meilen im Umfang, mit03,400 Einw., hat ungesundes Klima, erzeugt be-sonders Ziegen und Gold und in der See werdenWallfische gefangen. Sie steht unter einem einge-borenen Sultan, der zugleich einige umliegende In-seln, sowie einen Theil von Dschilolo und Celebesbeherrscht. In der Hauptstadt Ternate oder M a -laya mit dem niederländischen Fort Oranien,residirt ein niederländischer Statthalter. — Obh,13 Meilen lang und 2^ Meilen breit, mit Perlen-fischerei und einem niederländischen Fort. — Ti-dor, mit 11,000 Einw. unter einem mächtigenSultan und der Stadt gleiches Namens. — Mat-schian oder Mankiam. — Batschian. — Ce-ram oder Soram, mit heißen Quellen und demOrte Sawu oder Sawoh mit einem Fort. —Buro oder Boero mit 60,000 Einw. und dergleichnamigen Stadt. (Die Inseln Dschilolo , Ter-nate, Obh, Matschian, Batschian und die in derNähe liegenden kleineren, werden auch vorzugsweisMolucken, Amboina, Ceram, Buro nebst denumliegenden die Amboinen genannt.) — Weitergegen Südost liegen die Bandaiuseln mit 5700Einw., sämmtlich klein, aber besonders wichtig wegender Miiskatenbäume, die früher nur hier gezogenwurden. Die bedeutendsten derselben sind: Bandaoder Banda-Lantoir mit dem Fort Hollan-dia, erbaut gegen 600,000 Pfd. Muskatnüsse undBlüten; Neira oder Banda-Neira, Sitz einesStatthalters, mit dem Fort Nassau; Gunon-gapi; Ah oder Pnlo d'Ay; Roma oder Te-ralfa mit dem Hauptorte Roma; Timorlautoder B a b b e r n. m. a.
Rechnung und Zahlw erth. Man rechnet hierseit dem Jahr 1826 wie in den Niederlanden, nachGulden zu 100 Cents oder zu 20 St üb erä 5 C e n t s; früher rechnete man nach Reichsthalernzu 18 Stübern — 1 Thlr. 2 Sgr. 5 Pfg. preuß. =3Va Schill. Sterl.
Maße und Gewichte. — Längenmaß. DerCovid ist = 0, 4606 Meter. Flüssigkeitsmaß istwie auf Java. Handelsgewicht ist hauptsäch-lich das niederländische, doch bedient man sich auchdes englischen und des chinesischen, und für einzelneArtikel der folgenden: der Koyang Reis hat aufAmboina 25 Pikols L 100 Catties; der Gant an ghat 3% Catties und der Pikol ist = 59, 060 Kilogr.;auf Banda wird der eben so schwere Koyang für
Reis und Salz in 40 Maaten getheilt; der Bam-boe Reis und Salz auf Ternate ist—738,25 Gram-men. Der Baar oder Behaar, nach welchem inAmboina die Gewürznelken gewogen werden, hatdaselbst 50 Barotti und ist = 270, ß92 Kilogr. AufBanda hat der Baar oder Pikol 100 Catties und ist= 276,8 Kilogr.; der Sockel Muskatenblüten hatdaselbst 28 Catties und ist = 77,5 Kilogr. AufTernate ist der Pikol dem von Batavia und der Ba-rotti dem von Amboina gleich; der Kaban ist —46,873 Kilogr.
Molybdän heißt ein hartes, ziemlich sprödes,aschgraues bis silbergraueS Metall, das selbst imstärksten Schmiedefeuer nicht schmelzbar ist, _ indunkler Rothglühhitze mit mehreren Farben anläuftund endlich zu Molybdän säure, Acidum mo-lybdaenicum, verbrennt. Dies ist eine weiße, leichte,poröse, seidenglänzende, zart wie Talk anzufühlendeSubstanz von stark zusammenziehendem metallischemGeschmack, welche beim Rothglühen schmilzt und zueiner gelblichen, strahlig krystallinischen Masse er-starrt. Sie findet sich in der Natur auch als einmeist erdiges und zerreibliches Erz von gelber Farbe,Molybdänoler, Masse rbl ei oker, Gelb -bleierz und auch Molybdän säure genannt,aus welchen: sie gewöhnlich rein dargestellt werdenkann. Häufiger als dieser findet sich der Molyb-dänglanz, Schwefelmolybdän oder dasWasserblei (s. d.), welches aus 60 Theilen Mo-lybdän und 40 Theilen Schwefel besteht. Diesesfindet man hauptsächlich in Sachsen und Böhmen,sowie auch in Schweden, Norwegen rc.; den Molyb-dänoker hat man neuerdings in mehreren Distriktender süddeutschen Alpen gefunden und der aus denBergwerken des Herrn Commissair B ieb el in Gar-misch bei Freising empfiehlt sich besonders durch seineReinheit. Das M o l y b d ä n o x y d u l ist ein schwarzesPulver, das Molybdänoxyd ein braunes; Molyb-dän chlorür bildet aschgraue, glänzende Krystalle,das Molybdänchlorid ist zuerst ein rothes Gas,das nach der Verdichtung dunkelgraue, dem Jod ähn-liche, glänzende Krystalle liefert. Mit andern Metallenkann inan Molybdän legiren; doch gehen dabei keinewesentlichen Veränderungen derselben vor sich. AlsMetall, dessen spec. Gew. 8, 6 ist, hat das Molybdännoch keine Anwendung gefunden, doch kann manKupfer und Zinn damit legiren; hauptsächlich benutztman es znr Darstellung der nachstehenden Farben.
Molybdänbtau oder mineralischer Indigowird aus molybdänsanrem Alkali und Zinnchlorurbereitet, und ist ein Pulver vom schönsten tiefenBlau, welches zum Färben und Drucken, besondersvon Seidenzeugen gebraucht werden kann , da dieFarbe in Wasser und schwachen Laugen völlig unauf-löslich ist. Bis jetzt hat es jedoch noch wenig An-wendung gefunden.
Molybdängrün ist eine smaragdgrüne Farbe,die aus phosphorsaurem Molybdän und Knochen-erde besteht, aber auch noch wenig benutzt wird.
Mommiwein oder Toddiwein, s. Main-meibaum.
Mon, eine japanesische Scheidemünze. , .
Monarde, eine in Amerika einheimische und veuns in Gärten gezogene Pfianze, von der es mehrcrArten gibt, welche in ihrem Vaterlande benutzt wer-den. Die scharlachrothe oder zweiköpfigM., Monarda didyma, mit guirlstättdigen, scharlacy-rothen, wohlriechenden Blumen, welche dem Braun -wein zugesetzt werden, dem sie eine rothe Farbe»»