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Zweiter Band.
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München

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Müràrleinen

Anstalt von T. Ertel, die wegen ihrer vortrefflichenmathematischen, physikalischen, astronomischen undanderen Instrumente berühmt ist, und eine Anzahlgroßartiger Bierbrauereien, die nur von den eng-lischen u. Wiener an Umfang übertroffen werden undMünchen zu einer Art hohen Schule der Bierbrau-kunst gemacht haben. Außerdem gibt es einige mehroder weniger, bedeutende Fabriken von Tuch, Seiden-,Baumwollen-, Gold-, Silber- und Eisenwaaren,Papier, Spielwaaren, Cigarren, Chemikalien,Farbewaaren, Stearinkerzen, Leder, Schießpulver,einige Seidenfärbereien, einen Kupferhammer rc.Auch ist die große Porzellanfabrik im SchlosseNymphenburg, 1 Stunde von München, zu erwäh-nen. Die Stadt liegt an der großen Paris - Straß-burg-Rosenheim-Wieuer Linie und ist der Ausgaugder Linie MUnchen-Geiselhöring-Regensburg undGeiselhöring-Passau. Von der ersten westlichenStation der erstgenannten Bahn (Pasing) geht dieStarnberger Bahn entlang des Starnberger Seesüber Seeshaupt nach Pensberg und über Weilheiman die Peißenberger Kohlengruben. Der Handelbeschränkt sich meist auf den Bedarf der Stadt undder Umgebung, und die Eisenbahnen sind mehr fürden bedeutenden Fremdenzug, dessen Ziel der Hofund die hiesigen Kunstschätze sind, als aus namhafteVermehrung des Handelsverkehrs berechnet. DieJsar wird nur von stromabwärtsgehenden Flößenbefahren, welche Holz, Breter, Kalk, Steine, Butter,Käse und dergl. aus dem Gebirge bringen. DieWechselgeschäfte sind jedoch nicht unbedeutend. —Jährlich werden zwei große Märkte oder Dultengehalten, von denen jeder 14 Tage dauert, der erstevom Dreikönigs-, der andre vom Jakobitage an; imJuli findet ein Weltmarkt und im November einHopfenmarkt statt.

W e ch s e l p r e i s e. Die hiesigen Wechfelcourse wer-ben wie folgt notirt:

auf Amsterdam für 100 Fl. niederl. '

n Augsburg für 100 Fl. südd. W. *

„ Berlin für 60 Thlr. im ZOTHlr.-Fuß. /

" Frankfurt a. M. für 100 Fl. südd. W. fn Hamburg für 100 Mark Bco. I -§i a

„ Leipzig für 60 Thaler daselbst. j= H

London für 10 Pfund Sterl. i

n Nürnberg für 100 Fl. südd. W. 1 &

» Paris für 200 Franken. ] -&

" Wien für 100 Fl. österr. W. j "

^te Course der Geldsorten werden nach dem Stück52i/2-Fl.-F. angegeben.

. Zanken u. Handelsanstalten. Es befindetNch in München die baierische Hypotheken-und Wechselbank, ein Actienunternehmen mit^nem volleinbezahlten Stammkapital von 20 Will.Dulden, eingetheilt in 40,000 Actien ä Fl. 500 aufAmen lautend mit 3-procentigem festem Zins, das^ehrerträgniß als veränderliche Dividende. DieAnstalt zerfällt in: a) eine Hypothekenbank, b) eine7"Echselbank, e) verschiedene Assekuranz-, Renten-nd Sparkassen-Unternehmungen. In der Eigen-last als Hypothekenbank belehnt sie alle Gattungen^ Immobiliarbesitzes, welche nach Maßgabe des^hpothekengesetzes vom 1. Juni 1822 GegenstandHhpothek sein können, bis zur Hälfte des er-teu HyPothckenwerthes in der Regel auf erste§l°^bk. In der Eigenschaft als Wechselbank be-vt sie a) das Wechseldiskontogeschäst in Wechseln

mit längstens dreimonatlicher Verfallzeit mit 2 oderwenn nicht acceptirt, mit 3 als gut erkannten Unter-schriften versehen, zahlbar am Sitze der Bank oderihrer Filialen zu Augsburg, Kempten und Lindauoder in Wechseln auf fremde Plätze, welche letzterejedoch nur in Begleitung eines 14 Tage vor derenVerfall zahlbaren Solawechsels in Diskonto gegebenwerden können; ferner das Diskontogeschäft m so-genannten armirten Wechseln, Solawechseln, derenSicherheit durch gleichzeitige Hinterlegung von Bör-sen-Effekten oder Waaren u. Pretiosen verstärkt wird;b) das Leihgeschäft auf baierische Staatspapiere,baierische Bankaktien, Gold und Silber; c) dasGiro-Geschäft; d) Depositengeschäft; e) das Geschäftder Uebernahme von Geldern, sowohl vom Staatals von Gemeinden, Stiftungen. Corporationenund Privaten gegen mäßige Zinsvergütung; 1) dasContocorrentgeschäft, Eröffnung laufender Rech-nungen für Gutsbesitzer und Gewerbtreibende;g) das Anweisungsgeschäft, Ausstellung von An-weisungen auf sich oder ihre Filialen, zahlbar ausSicht oder mit bestimmter Verfallzeit; h) das De-visen- oder Rimesfengeschäft, Ein- und Verkauf vonWechseln auf fremde Plätze; i) das Effektengeschäft,Ein- und Verkauf von Werthpapieren um denjeweiligen Tagescours; k) das Geschäft der Emissionvon Banknoten in Appoints von nicht unter 10 Fl.bis zur Summe von höchstens 8 Millionen, wovon7* durch 2 Millionen baaren Cassenvorrath, dieweiteren % aber durch 12 Millionen Hypotheken u.6 Millionen realisirbaren Valuten gedeckt seinmüssen. — Als Versicherungsbank betreibt die An-stalt: a) ein Lebensversicherungsgeschäft auf Grunddes Prämien-Prinzipes und schließt Verträge aufdas Leben einer oder mehrerer Personen auf Lebens-dauer oder bestimmte Zeit sowie auf Ueberlebens-fälle; b) eine Rentenanstalt; o) eine Leibrentenan-stalt; d) eine Sparcassentontine, letztere auf demGegeuseitigkeitsprincip; e) ein Mobiliar-Feuerver-sicherungsgeschäft auf demPrämienprinzip. — Mün-chen hat ferner eine Handelskammer und ein Wechsel-und Merkantilgericht erster Instanz.

Rechnung, Münzen, Maßen. Gewichte,s. Baiern.

Münster, Hauptstadt der preußischen ProvinzWestphalen, an der Aa und der westphälischen Eisen-bahn , Sitz des Bischofs, mit 23,400 Einw. und ca.4000 Mann Besatzung. Rechnet mau die Bewohnerunmittelbar vor den Thoren hinzu, so steigt die Ein-wohnerzahl auf 30—32,000. Die Stadt ist schöngebaut, hat ein Sckloß, ein Comptoir der preußischenBank, eine Proviuzial-Hilfskasse, eine Actiencom-manditgefellschaft, eine Handelskammer, mehrereAsfekuranzgesellschaften, eine Eisengießerei, Ma-schinen- und Dampfkesselfabrik, Fabriken von Tabak,Leder, Lichter und Seife, Likör, Branntwein undEssig, Goldwaaren, Metalltafeln, Tapeten, Papier,Wagen, Bürsten und Pinseln, Wollwaaren, Kattun,Nesseln, eine Dampffurnirschneidemühle und Braue-reien. Außer mit den Fabrikaten, beschäftigt sichder Handel Münsters mit den weit beliebten west-phälischen Schinken und dem sogenannten Pumper-nickel, einem äußerst nahrhaften und wohlschmecken-den Schwarzbrode. Bedeutend ist auch der Holz- undbesonders der Getreidehandel in der Stadt sowohl,als im Bezirke.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Münsterleinen nennt man die im preußischen