Müryconvenlion 218 Münden
Regierungsbezirk Niünstcr gewebten starken grauenHanfleinen zu Säcken, Segeltüchern rc., welche be-sonders nach Bremen und Holland gehen.Münzconvention, s. Münzfuß.
Münze, gemeine oder grüne. Menthaviridis, eine in ganz Deutschland, besonders anfeuchten Orten wachsende Pflanze mit lanzettför-migen, spitzigen, sägerandigen, dunkelgrünen Blät-tern und röthlichen, quirlförmig stehenden Blüthen.Sie hat im Aeußern viel Aehnlichkeit mit der Pfeffer-münze, mit der sie daher oft verwechselt wird, abereinen von anderen Münzarten verschiedenen, starkengewürzhaften Geruch. Früher wurde das Krautunter dem Namen Ilerba Nentbao acutae oder ro-manae in den Apotheken geführt; jetzt ist sie nur nochals Hausmittel im Gebrauch.
Münzen sind Metallstücke, denen die Regierungeines Landes einen bestimmten Werth beigelegt hatund die von derselben mit einem Gepräge versehenworden sind. durch welches dieser Werth kenntlichgemacht und auch zugleich von der Regierung ver-bürgt wird. Sie sind bestimmt, als allgemeinesTausch- und Ausgleichungsmittel, oder als Geldzu dienen. Sie haben fast bei allen Völkern, mit nurwenig Ausnahmen, die Form einer runden Scheibeund bestehen fast durchgängig aus Gold, Silber oderKupfer; nur in einigen wenigen Ländern bedientman sich anstatt des letzteren einer Messing- oderbrouzeähnlichen Metallmischung oder des Zinnes.Zn Rußland hat man zwar auch Münzen aus Pla-tina geschlagen. dies aber bald wieder aufgegeben,da sich dieses Metall aus mehreren Gründen we-niger dazu eignet. Durch Goldmünzen werden diegrößten, durch Kupfermünzen die kleinsten Werthedargestellt. ,Jn der Regel ist das Recht, Münzen zuprägen, ein'Monopol der Regierung (Münzregal),doch ist es in den meisten Ländern auch Privat-personen gestattet, in den Münzanstalten der Regie-rung gegen eine bestimmte Vergütung Münzen füreigene Rechnung prägen zu lassen. Den Werth derMünze verbürgt die Regierung dadurch, daß sie die-selben nicht allein dazu ausgibt, sondern sie auch beiallen ihr zu leistenden Zahlungen wieder dazu an-nimmt. Wenn die Münzen jedoch auch im Aus-lande zu einem gleichen oder doch fast gleichen Wertheangenommen werden sollen, muß auch das Goldoder Silber, das sie enthalten, nach dem Markt-preise dieser Metalle wirklich so viel werth sein, oderdarf doch nur wenig davon abweichen. Bei denKupfermünzen ist dies jedoch weniger nöthig, dadiese nur zur Darstellung ganz kleiner Werthe undzur Ausgleichung, daher auch nur zur Circulationim Jnlande bestimmt sind. Mau nennt sie deshalbauch Scheidemünzen, begreift unter diesem Na-men aber auch meist die kleinsten Arten der Silber-münzen. Diejenigen Münzen, welche fast ihrenvollen Werth an edlem Metall enthalten, werdendagegen Courantmünzen genannt. Das zu denMünzen verwendete Gold oder Silber erhält mitnur wenigen Ausnahmen einen Zusatz von Kupfer;früher wurde jedoch auch manchen GoldmünzenSilber zugesetzt (s. Legirung und Fein). DieMenge desselben, sowie auch das Gewicht der Mün-zen ,das Feingewicht und Raubgewichü wirdvon der Regierung genau bestimmt und auch sorg-fältig eingehalten, um den Münzen das öffentlicheVertrauen zu ihrem inneren Werthe zu erhalten.Gewöhnlich gibt die Regierung, um wenigstens dieKosten der Münzfabrikation zu decken, etwas we-
niger edles Metall in den Münzen, als nach dembestehenden Preise desselben gegeben werden sollte,und den Unterschied, der ihr dabei zu gut kommt,nennt man den S ch l a g s ch a tz oder P r ä g e s ch a tz.Früher betrachteten die meisten Regierungen dasPrägen der Münzen als eine bedeutende Einnahme-quelle und gaben ihnen deswegen einen möglichst ge-ringen Metallgehalt, den sie auch oft nach und nachverminderten; aber man bemerkte endlich den großenNachtheil, den dies für den Handel und den Wohl-stand des Landes hatte, indein das Ausland dieMünzen nur zu ihrem wirklichen Metallgehalte an-nahm und mithin alle ausländischen Waaren dadurchvertheuert wurden, weshalb man von diesem Miß-brauch zurückkam und jetzt den Gewinn an derMünzprägung nur als Nebensache betrachtet. Beiden Scheidemünzen wird jedoch weniger darauf ge-sehen, daß das darin enthaltene Metall ihrem Werthegleichkommt, da sie nur für das Inland bestimmtsind und ihre Verfertigung auch viel mehr Kostenverursacht, als die der größeren Miinzen. Ist beider kleinen Scheidemünze der Silbergehalt dem da-rauf angegebenen Werthe entsprechend, so wird diesdurch das Wort ,,justirt" (s. d.) ausgedrückt. Ineinigen Ländern, z. B. in Frankreich, Belgien, Ita-lien , Rußland rc., enthalten auch die kleinsten Sil-bermünzen verhältnißmäßig ebenso viel Silber alsdie größeren. In vielen Ländern gibt man den klei-neren silbernen Courantmünzen einen stärkerenKnpferzusatz als den größeren, um sie größer undweniger leicht verlierbar machen zu können; aber sieenthalten deshalb nicht weniger Silber, als sie demihnen beigelegten Werthe nach enthalten sollen, dennder Werth des zugesetzten Kupfers wird dabei garnicht in Anschlag gebracht, sondern dieses wird um-sonst gegeben. Die gesetzlichen Bestimmungen überdas Gewicht und den Feingehalt oder das Schrotund Korn der Münzen, sowie über den ihnen ber-gelegten gesetzlichen Werth nennt man den Münz-fuß. Da es kaum oder doch nur mit großen Kostenmöglich ist, die Münzen in Gewicht und Feingehaltganz genau nach Vorschrift auszuprägen, so ist denMünzmeistern in der Regel eine kleine Fehlergrenzein mehr oder weniger gestattet, welche nicht über-schütten werden darf und die man das Re mediuModer die Toleranz nennt. — Der gesetzliche Werthder Münzen wird auch der Valvationswerthgenannt, derjenige aber, welchen das darin enthal-tene Metall wirklich hat, der Metallwerth. Dondiesem ist der Handelswerth oder Courswertyder Münzen zu unterscheiden, d. h. derjenige, Pwelchem sie im Handel und Wandel, besonders imAuslande, angenommen werden; er ist zwar häuftgmit dem Metallwerthe gleich, aber oft weicht er aMYetwas davon ab, indem verschiedene in den Handels-verhältniffen liegende Umstände Einfluß daran!haben. — Da die Werthe aller Dinge in Gelde ovin Münzen ausgedrückt werden, so müssen die ley-teren, oder das Metall, aus denen sie besteh" 'eigentlich selbst einen festen und unveränderlicheWerth haben, denn eine Veränderung ihres Werthkann sich nur dadurch zeigen, daß man von anderDingen (Waaren) mehr oder weniger dafür eint« 'sehen kann und der Werth oder Preis dieser DMchfällt oder steigt; wenigstens sagt man dies, obgle /das Steigen und Fallen der Waarenpreise undzeitig der Arbeitslöhne oft in der Verminderung ooVermehrung des Geldwerthes seinen GrundDa aber der Werth des Goldes und des Su