Neubraunschweig
241
Neugranada
braun (f. b.) f theils ein blausaures Kupferoxyd,welches bereitet wird, indem man in destillirtemWasser aufgelöstes salzsaures Kupfer durch blausau-ren Kalk fällt. Es ist eine schöne braune Körper-farbe, diezurOel-, Leim-und Wassermalerei undauch zum Anstreichen benutzt wird.
Neubraunschweig, s. Canada.
Neubritannien, s. Labrador.
Neue Rechnung Pflegt man zu sagen, wenn dasConto eines Geschäftsfreundes auf den Büchern ge-schlossen und der Saldo vorgetragen wird.
Neues Schock, eine frühere sächsische Rechnungs-münze von 3 alten Schock oder 2% Thlr.
Neue Würze, s. Piment.
Neue Zweidrittel, feine Zweidrittel oderauch feine Drittel nennt man die früher in Han-nover, Braunschweig, Mecklenburg, Preußen rc. ge-prägten Gulden nach dem 18 Guldenfuß.
Neufchateller Weine sind gute rothe und weißeWeine, von denen besonders mehrere rothe Sortenden mittlen Burgunderweinen an Güte gleichkom-men. Die vorzüglichsten sind die von Cortaillod undFavergue, die sich durch schöne Farbe, Feinheit,Blume und angenehmen Geschmack auszeichnen.Etwas geringer sind die von Baudry und St. Aubiu.Die weißen sind zwar nicht so gut als die rothen,haben aber ebenfalls einen angenehmen Geschmack.Neufundland, s. Canada.
Neugelb, s. Chromgelb.
Neugewürz, s. Piment.
Neugranada liegt im nördlichen Theile von Süd-amerika. hat 24,560 □ Meilen mit 2% MillionenEinw., grenzt gegen Norden an das karaibische Meer,gegen Osten an Venezuela, gegen Süden an Brasi-"en und Ecuador, gegen Westen an den stillen OzeanUnd an Guatemala und umfaßt den größten Theilaer Landenge von Panama. Im Jahre 1861 hatflch diese Republik in einen Bundesstaat unter demWarnen „Vereinigte Staaten von Colum-Uta" umgewandelt. Das Land wird in nördlicherUnd nordöstlicher Richtung von den Cordilleren durch-sagen. die hier noch Spitzen von bedeutender Höhe ha-?^u; im Südosten hat es große, fruchtbare, aber sehrleuchte und ungesunde Ebenen, die nur von wenigen^udianern und von wilden Thieren bewohnt werden,^uch an den Küsten gibt es feuchte und ungesundestrecken. Das Klima ist in den niedrigen Thälern unds, euen.sehr heiß, in den höheren Gegenden milder undkalt, da die Spitzen der Gebirge mit ewigemx shuee bedeckt sind. Der Hauptfluß ist der in das ka-^ Mche Meer sich ergießende M a g d a l e n e n st r o m,sjiMer den C a u c a aufnimmt; außerdem werden dien Wftlidje» Ebenen von mehreren Zuflüssen des Ori-be* Guaviare, Meta, Arauca u. a.a. ^strömt. Das Land ist reich an Produkten der hei-onrT le und erzeugt besonders Baumwolle, Tabak,Uns ® st ff ec , Cacao, Vanille, Indigo, ChinarindeAmfi blele rudere Arznei - und Balsampflanzen; dieTis^? Waldungen enthalten viel nützliche Bau-,und Farbehölzer, Palmen u. dergl., auchPjc Getreide, Mais, Reis, Südfrüchte, Ananas,pflai, ' Maniok, Wein und viele andere Nahruugs-den i eu "baut. In den Ebenen gibt es große Heer-Sck^^^berter Rinder und Pferde, ferner wildebiel wi!^'-^?^' Hasche, Füchse und überhauptauck^!- 5 -^hlere aus allen Classen des Thierreichs;Und i» ^ "was Cochenille erzeugt. In den GebirgenNeu m t eu leisten Bächen wird viel Gold gewon-
^ autzerdem Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen,
° Unio.*Sfexicuti. II.
Blei und Platina, mehrere Edelsteine und Salz. DerHandel ist nicht unbedeutend; die wichtigsten Aus-fuhrartikel sind Gold in Barren, Staub und Mün-zen, Farbhölzer, Tabak, (Ambalema), Cacao, Häute,Leder und andere Landesprodukte; der Werth derAusfuhr beträgt jährlich ca. 11 Miü. Franken, da-runter gegen 8 Mill. Fr. Gold. Von großer Wich-tigkeit, besonders für den Handel von Europa undvon den Vereinigten Staaten mit der Westküste vonNordamerika, sowie auch mit Australien, China, Ost-indien rc. ist die Eisenbahn über den Isthmus vonPanama, welche am 28. Februar 1855 eröffnet wurdeund seitdem die Hauptverbindung zwischen dem at-lantischen und großen Ozean vermittelt. Sie beginntauf der unweit Chagres an der Navybai am karaibi-schen Meere liegenden kleinen Insel Mauzanilla, aufwelcher eine rasch aufblühende neue Stadt, Navybai,jetzt Aspinwall-City genannt, erbaut wordenist, durchschneidet diese Insel, überschreitet den schma-len Meeresarm, der sie vom festen Lande trennt, gehtdann über Gartun, Sän Pablo, hier über den RioChagres, Gorgona, dann in einer 258% PariserFuß hohen Einsenkung über das Gebirge und endigtbei Panama am stillen Meere. Der schmalste Theilder Landenge, welche zwei Continente verbindet undzwei Weltmeere scheidet, eine centralamerikanischeLandstraße von kaum 11 Meilen Länge bildetdas Centrum, in welchem die Dampferlinien ausallen vier Himmelsgegenden zusammen laufen: vonNew-Uork, Southampton, Westiudien, den Häfender Venezuelanischen Terra Firma, Brasilien, unddem La Plata einerseits in Aspinwall, andrerseitsin Panama jene von Chile, Peru und Ecuador vonSüden, aus Oregon, Californien, Mexico und demübrigen Mittelamerika im Norden, und von Westenher die aus den Sandwichsiuseln, von Honolulu, ausJapan, China und aus Sidney in Australien. —Unterm 16. Oktober 1861 wurden von der Bundes-regierung anläßlich der Verkündigung eines neuenZollgesetzes, die Plätze Santa Marta, Cartagena,Sahanilla, Rio Hacha und Zispata, Auraca, Meta,Quibdio,Cucutaund Carlosama zu Einfuhr-, Durch-fuhr- und Eutrepothäfeu; dagegen Buenaventura,Tumaco und Jscuando am stillen Ozean; die Häfendes Bezirks Caqueta im Staate Cauca; die Häfendes Archipels von Sau Andres im Staate Bolivarzu Freihäfen erklärt. Die bedeutendsten Städte derVereinigten Staaten von Columbien sind: Bogotaoder Santa Fe de Bogota, Bundeshauptstadtani Flusse Bogota, der später Meta heißt, und aufeiner schönen 8100 Fuß hohen Ebene gelegen, mit50,000 Einw., hat ein sehr mildes, gesundes Klima,ist im spanischen Geschmack gebaut, mit gepflastertenStraßen, Palast des Präsidenten, 12 Klöstern, 27Kirchen, einer Universität, Münze, Theater rc., be-deutenden Fabriken von Gold - und Silberwaarenund lebhaftem Binnenhandel. — M e d e l l i n. 14,000Einw., Hauptort der ehemaligen Provinz Antioquia.— Honda am Magbaleneuflusse. 12,000 Einw. —Neyva, 12,000 Einw. — Pana in a (s. d.). —Portobello am karaibischen Meere, mit schönemHafen, aber in ungesunder Gegend, und 17,000Einw. — Chagres am karaibischen Meere und demgleichnamigen Flusse, 10,000 Einw., bisherigerHauptlandungsplatz für alle den Isthmus von Pa-nama passirendeu Reisenden und Waaren. Da esaber für den jetzigen starken Verkehr zu klein ist, sowurde die schon oben erwähnte Stadt Navybai,jetzt A s p i u w a l l - C i t y, auf der Insel Mauzanilla