Papiermache
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Pappen
machen, ist eine Tabelle darauf gedruckt, welche an-glbt, wie viel die Zinsen für jeden Tag des Jahresoder auch nur einiger Monate betragen, und umorefe vermehrt sich der Werth des Papiers mit jedemTage, oder alle 2, 3 Lagere., wenn die Summedesselben so klein ist, daß die Zinsen für einen TagWeniger ausmachen, als die kleinste vorhandene^iünze. Auf diese Art erhält jeder Besitzer einessolchen Papieres, auch wenn es sich nur eine kurzeZeit in seinen Händen befindet, Zinsen für den Ve-rsag desselben, da er es schon am nächsten Tage zuemem höheren Werthe ausgeben kann, als er es an-genommen hat. — Auf die Anfertigung und Aus-gabe von nachgemachtem Papiergelde sind überallschwere Strafen gesetzt und um sie zu erschweren,wird dasselbe auch so künstlich als möglich angefertigt,mdem man Papier von eigenthümlicher Masse,Färbung rc. verfertigen läßt, Wasserzeichen in dem-Een anbringt und auch den Druck möglichst künst-uch einrichtet. Aber demohngeachtet unterbleibt dieNachahmung fast nie und vergebens hat man inEngland selbst Prämien auf die Anfertigung vonunnachahmlichem Papiergelde gesetzt. Meist wirddas falsche Papiergeld sehr geschickt und so täuschenduachgeahmt, daß zuweilen selbst die mit der Ausgabeund Einwechselung beauftragten öffentlichen Beamtennicht von dem ächten unterscheiden können. Ini Fällen aber weicht es doch, wenigstens
M Kleinigkeiten und am häufigsten in der Masse desPapieres, von dem ächten ab, so daß man bei ganzgenauer Vergleichung wohl Unterschiede bemerkt,^venn falsches Papiergeld in bedeutender Menge cir-uuürt, so ist dies nicht allein ein Verlust fii-r diePersonen, welche es erhalten, sondern das Vertrauenzum Papiergelde überhaupt wird auch dadurch ge-nywacht, denn der gemeine Mann, welcher die Aecht-urcht untersuchen kann, verweigert dann oft auchb| £ Auuhme des ächten. Deshalb haben zuweilene Regierungen das gut nachgeahmte und schwer zuk ^uende Papiergeld stillschweigend als ächt aner-«nt und angenommen, wobei sie auch eigentlich,die Quantität des falschen nicht zu groß ist
thiw'? entl es in der Cirkulation bleibt, keinen Nach-^yen haben.
^Papiermache oder Papierteig nennt man eineaus ^ 0011 Erweichtem und zerstampftem Papier,M^^lcher verschiedene Gegenstände: Figuren,ren Puppenköpse, Dosen, Kästchen, Spielwaa-G '„^rrzierungen, Thiere rc. verfertigt werden.^ Ähnlich wird die Masse mit Leim- oder Gummi-Forw ^^uuch mit Oel vermischt, dann in hölzernett gepreßt, in einem eigens dazu eingerichteten6»." gebacken, und dann noch, je nachdem derbre^^uand es erfordert, auf der Drechselbank abge-Utalt - ^ Virnsstein geschliffen, polirt, lackirt, be-geringen Gegenständen wird sie auchKalk, Mehl, Haaren u. dgl. vermischt,^ertiat ' k ^ Gegenstände werden aber auch ver-zus^' ^dern man entweder Pappe über einer Formerforb°i!/-!!""^, oder mehrere Papierbogen bis zurFabrik» Stärke übereinander klebt. Manche
SBetfm/ 1 auch ihr Verfahren, besonders zurdieser don Dosen, geheim. Viele Waaren
Und ^^^den in Nürnberg, Fürth, SonnenbergBrauuschweig, Berlin, Ludwigslust,Schechem/ mn ' Frankfurt a. M., Altenbnrg,andere/^^^' Hildburghausen und noch an vielenbeubera verfertigt. In Sonnenberg, Schei-^ g' Rürnberg, Berlin rc. verfertigt mau jetzt
auch sehr gut nachgeahmte Thierfiguren mit Scheer-wolle überzogen, welche viel Abgang finden.
Papiernautilus, Papierboot, Schiffs-boot, Schiffskuttel, Perlmutterschnecke,Nautilus kompilius, ist eine in den indischenund afrikanischen Meeren lebende Muschel, welchegegen 8 Zoll lang und vorn über 4 Zoll breit wirdund eine sehr dünne, glänzend weiße, auf der inne-ren Seite Perlmutterfarbige Schale, mit hellbraunengeflammten Streifen hat. Man verarbeitet sie theilswie die Perlmutter, theils auch zu Trinkgeschirren,Lampen u. dergl.
Papierschwamm, s. Feuerschwamm.
Papparbeiten, Futteralarbeiten oderCartonnagen nennt man eine sehr mannichfaltigeClasse von Gegenständen, theils zum täglichen Ge-brauch , theils zur Zierde, die aus Pappe bestehenund mit farbigem, vergoldetem, versilbertem odergepreßtem Papier, mit Seide, Sammt, Leder rc.überzogen, bemalt lackirt, und auch zuweilen mitMetall, Perlmutter, Glas, Muscheln, Malereien,Stickereien u. dgl. verziert sind. Dazu gehörenallerhand Futterale und Etuis, Schreibzeuge, Käst-chen, Dosen, Bonbonnieren, Toiletten, Cigarren-büchsen, Uhrträger, Mappen, Kalender- und Bilder-rahmen u. v. a. Man verfertigt dergleichen Artikeljetzt sehr zierlich und geschmackvoll, am schönstenzwar in Paris, doch gibt es an vielen Orten inDeutschland, z. B. in Berlin, Prag, Wien, Kassel,Offenbach, Arnstadt, Merseburg, Altenburg, Anna-berg rc. Fabriken, deren Erzeugniß dem Pariserkaum nachsteht. Ein in großer Menge gebrauchterArtikel sind auch die verschiedenen kleinen Schachtelnund Kästchen von dünner Pappe für Apotheker,welche besonders in Merseburg, Nürnberg, Stutt-gart, Wien, Lahr, Kassel rc. verfertigt werden.
Pappen sind dicke Blätter aus einer meist gerin-gen Papiermasse, welche zum Einbinden von Büchern,zu den Formen der seidenen Mannshüte, zu denverschiedenen Papparbeiten und noch zu mehrerenanderen Zwecken verwendet werden. Sie werdentheils in den Papiermühlen, theils von eigenenPappenmachern verfertigt, und je nach den Arbeiten,zu denen sie bestimmt sind, aus besserer oder gerin-gerer Masse, von verschiedener Dicke und Größe derBogen und theils geleimt, theils ungeleimt. DasVerfahren dabei kommt in der Hauptsache ganz mitder Verfertigung des geschöpften Papieres überein.Meist sind sie grau, doch auch halbweiß und ganzweiß von Farbe. Zu der geringsten Sorte, von derbesonders viel zum Einpacken verbraucht wird, wer-den die schlechtesten, auch wollene Hadern, unreinePapierspäne, Makulatur, Pappenabfälle u.dgl. ver-wendet ; zu den besseren Sorten muß natürlich auchein besserer Stoff, wie zu den geringen und mittlenPapiersorten genommen werden. Doppelpappenwerden verfertigt, indem man zwei frisch geschöpfteBogen unmittelbar übereinander legt und dann zu-sammenpreßt, wodurch sie vollständig vereinigt wer-den. Eine Art dünner Pappe sind auch die P reß-oder T u ch s p ä n e, zwischen denen man Tuch, Pa-pier, gedruckte Bogen rc. preßt, um sie zu glätten.Die Masse dazu wird entweder aus hänfenem Segel-tuch oder auch aus sorgfältig gereinigtem Hanf be-reitet, den man mit einem ätherischen Oele befeuch-tet und in eine Art Gährung versetzt. Die davongefertigten Bogen werden scharf gepreßt, dann mitBimsstein abgeschliffen und endlich vermittelst einerGlättkugel mit sehr raschen Bewegungen geglättet,