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Zweiter Band.
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Pappel 322 Paramesvöqel

so daß sie dabei warm werden, wodurch sie das eigen-thümliche hornartige Ansehen erhalten. Sie sindgelb oder bräunlich gelb von Farbe und sehr fest.Früher wurden sie nur in England verfertigt, wodie Ausfuhr sogar bei schwerer Strafe verboten war,und erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ge-lang es dem Papierfabrikanten Kanter in Trau-tenau bei Königsberg, sie von ähnlicher Güte wiedie englischen nachzuahmen. Jetzt verfertigt man siein Deutschland eben so gut, wie in England, dochnicht an vielen Orten (unter anderen Gebr. Ebartin Spechthausen bei Neustadt-Eberswalde).

Pappel, ein Baumgeschlecht, von dem mehrereArten, wie besonders die sehr schnell und schlankwachsende italienische Pappel, häufig zu Alleen undParkanlagen angepflanzt werden. Sie haben sämmt-lich zwar ein feines und auch meist weißes, aberweiches Holz, welches nur von einigen Arten zuTischlerarbeiten, zu Mulden, Backtrögen u. dgl.verarbeitet wird, zum Brennen aber noch wenigerWerth hat. Die Rinde der meisten Arten aberkann zum Braun-und Gelbfärben gebraucht werden.Die jungen Blattknospen der schwarzen Pappeloder Pappelweide, welche fast überall in Deutschlandan sumpfigen Stellen und an Fluß- und Bach ufernwächst, sind, ehe sie sich entwickeln, mit einem kleb-rigen. goldgelben Safte von angenehm balsamischemGeruch und bittrem, brennend gewürzhaftem Ge-schmack überzogen und werden in den Apotheken zurBereitung der Pappelsalbe gebraucht. Man nenntsie Pappelaugen oderPappelknospen, Oculioder Gemmae Populi. Auch kann man durch Ein-weichen in siedendem Wasser und Auspressen eineArt Wachs daraus gewinnen, aus dem man Kerzenverfertigt hat, die mit angenehmem Geruch brennen.Die Knospen und jungen Blätter der Balsam-pappel, welche einen ähnlichen Saft ausschwitzen,werden in Rußland mit Branntwein aufgesetzt,welcher dadurch einen angenehmen Geschmack undurintreibende Kraft erhält. Auch hat man aus denKnospen der genannten beiden Arten eine ArtBalsam bereitet und denselben deutschen Mekka-balsam genannt. Die Rinde und Knospen ent-halten Salicin, ätherisches Oel, Gerbsäure, Harz,Fett, Eiweiß, verschiedene Salze und Säuren, wiedas Populin, seidenglänzende Krystallblättchen,von Geschmack dem Süßholz ähnlich.

Pappelrose, s. Malve.

Pappelstein wird der Fasermalachit zuweilengenannt, s. Malachit.

Paprika, s. Pfeffer, spanischer.

Papyrine, eine Art vegetabilischen Pergaments,welches das Pergament von Thierhäuten ersetzen soll,wird bereitet, indem ungeleimtes Papier in eineMischung von Wasser und Bitriolöl getaucht undwiederholt mit amoniakhaltigem Wasser ausgewaschenwird. Es ist fest und zäh, biegsam ohne zu brechenund wird sowohl zu Dokumenten, zu Zeichnungen,zu Patronen, zum Zubinden von Gläsern re. be-nutzt.

Papyrolin, ein Papier, welches in derMitte einGewebe, auf beiden Seiten aber Papier hat, alsoaus 3 Lagen besteht, wird hauptsächlich zuCouvertenund Geldsendungen benutzt. Es ist in vielen deut-schen Ländern patentirt.

Papyrusstaude, G^perus Papyrus, eine zudem Geschlecht der Cyperngräser gehörige, im süd-lichen Europa und nördlichen Afrika wachsendePflanze, aus der die alten Aegypter zuerst Papier

zum Schreiben re. bereiteten , das auch lange daseinzige war, welches man hatte. Sie nahmen dazudie zwischen dem Mark und der Rinde liegendeHaut, welche sie noch feucht mit den Rändern aufeinander legten und dann stark preßten, wodurch sievermittelst ihres zuckerhaltigen Saftes fest vereinigtwurde. Zusammengerollte ägyptische und griechischeHandschriften aus solchem Papyrus (Papyrus-rollen), aus der Zeit von 2300 vor Christus bisins 5. und 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnungsind in der neueren Zeit häufig aufgefunden wordenund werden in Bibliotheken und Sammlungen auf-bewahrt. Auf Sicilien wird noch jetzt sehr gutesSchreibpapier aus Papyrus bereitet.

Para, Scheidemünze in der Türkei, der Moldauund Walachei und den Barbareskenstaaten.Paradiesapfel, s. Adamsäpfel.Paradiesfeigen, s. Bananen.

Paradiesholz, s. Adlerholz.

Paradieskörner, Guineakörner oder Gur-neapfeffer, GranaParadisi, sind die unreifenSamenkörner des auf Ceylon, Madagaskar, inGuinea rc. wachsenden Paradies - Jngbers,Amomum granum Paradisi, welche zur Erzeugungvon scharfem Essig und zu Likören verwendet, auchzuweilen bei hohem Preise des Pfeffers unter diesengestoßen und, obgleich selten, als Gewürz an Speisengebraucht werden. Sie sind ohngefähr so groß alsCardamome», fast vierseitig, runzlich, außen glänzendbraun, innen weiß, und haben einen aromatischenGeruch und einen brennend scharfen, pfefserartigenGeschmack. Sie werden, damit sie ihre Kraft nichtverlieren, mit den Hülsen versendet und enthaltenviel scharfes Harz.

Paradiestrauben oder Paradiesrosiuennennt man eine sehr süße und wohlschmeckende ÄnWeintrauben, die in der Gegend von Bologna wach^sen und getrocknet als Rosinen versendet werden.

Paradiesvogel ist eine zur Familie der Krähengehörende Vogelgattung mit besonders schönem, me-tallisch glänzendem Gefieder, die an den Seiten vielelange, wohl 1 Fuß über den eigentlichen Schwanzhinausragende Federn mit zerschlitzten Bartfasernhaben und denen außerdem aus dem Bürzel zw"noch längere Federn ohne Fahnen, Balänennannt, herauswachsen. Sie finden sich nur aus NeN^guinea und auf einigen nahe gelegenen Inseln, wodie Eingeborenen sie vor Tagesanbruch auf do"Bäumen, aus denen sie schlafen, mit kleinen Pstüeuschießen. Sie nehmen dann die Eingeweide und dasFleisch aus dem Balg und schneiden zugleich die Fuvab. stecken einen Stock durch den Schnabel hinelMschieben sie dann in ein hohles Bambusrohr untrocknen sie. So werden sie an die malayischeu uuholländischen Kaufleute verkauft und von den erstarrnach Ostindien und China, von den letzteren uawEuropa gebracht. Es gibt zwar mehrere Arten, amnur zwei werden als Kopfschmuck der Damen ^Asien und, wenn die Mode es erlaubt, auch inropa benutzt, nämlich: der große oder gem^nParadiesvogel, Paradisoa apoda, welcherGröße einer Drossel hat,,braun, auf Kops uNacken blaßgelb, an der Kehle goldgrün von o aï a ,ist, und der kleine oder papuanische, P tpuana, welcher ca. 2 Zoll kleiner ist als jener» o

Farbe braun, oben hellgelb, an der Brust tief ro v

braun und am Kopf und Kehle smaragdgrün i 'Sie waren sonst sehr theuer, gegen 50 Thlr- , tStück, sind aber jetzt viel billiger; demohngea^