Paraffin
323
Paraguay
(tut) ste ein sehr kostspieliger Putz, da die schönenyarven beim Sonnen- und Kerzenlicht bald ver-bleichen.
Paraffin, im Jahre 1830 entdeckt, und aus Theervon Reichenbach dargestellt, kann aber aus sehr ver-l/ te <^ entn Materialien gewonnen werden, da es invielfach verbreitet in bituminösen Körpern,nn Mineralreiche vorkommt. Es wird gegen-wartig in großen Fabriken aus Kohle, Theer, bitu-«lmösem Schiefer, Torf, Petroleum bereitet. Biel-^ Mrd es aus dem Ozökerit gewonnen, einer^^artigen, weichen Substanz, die den Geruch des^rdtheers hat, von schwarzbranner Farbe ist, das in^aluien, Oesterreich, England, Frankreich, in der-Moldau vorkommt. Das gereinigte Paraffin bildetl; 1 ^ s tn glänzenden, silberweißen, schuppigen Kry-geschmack- und geruchlos, in Aether undli* o ^ en ^ e * e11 ^icht löslich, in Alkohol schwer lös-te * zeigt etwas verschiedene Eigenschaften,i nach den Stoffen, aus welchen es gewonnen wird.^^poächlich wird es zu Kerzen verwendet, auchL ^^v^len mit Zusatz von gebleichtem Wachs jriehen. Die aus dem Paraffin' bereiteten Kerzen ■enrten mit reiner, hellleuchtender Flamme, die,2°$ Naphthalin in den Kerzen enthalten ist,dik ?. fi^ckert. Man rühmt von den Paraffinkerzen,i» ^' le Wachs - und Stearinkerzen übertreffen,
i> allen Kerzen die hellleuchtendste FlammeL!' 11 ; Sehr häufig jedoch besitzen die Parafstukerzenwe^,^"en.sehr üblen Geruch nach Steinkohlentheer,tritt er Brennen derselben noch mehr hervor-ist das Paraffin nicht sorgfältig gereinigt
i - Als Nebenprodukt erhält man bei der Paraffin-berenung Photogen s. d.
^vagone ist der Name eines sehr harten undPolitur annehmenden schwarzen italieni-Marmors
liz,^^^.8uatan heißt ein dem Kampecheholz Lhn-^hlichbraunes Farbholz aus Guyana, vontu* amiuea tinctoria, welches einen schwachen Ge-Ehina und bittern Geschmack hat, deffenbeidp ? aut ^ Mn Rothfärben gebraucht werden kann;
%u mmeu a ^ er uur selten nach Europa,vh.^^guay, ein südamerikanischer Freistaat, imSük Gebiet des Platastromes, wird begrenzt: nachPara" die argentinische Republik durch dendie Wasserscheide zwischen diesem und demBraM^ uni:> durch den Bermejo; nach Osten gegenSBtrtstr durch den Parana; nach Norden gegenBabia die Flüsse Dbeinema, Mbotetey und
Ba^c^"öra, gegen Bolivia durch eine Linie vonPari«. dis zum 63° 41' 30" westl. Linie vonEben a ^ en Westen durch die Verlängerung des4 l 3 y^?^uten Längegrad es, bis zum Bermeja, hates friN? ^ Een, mit ca. 1,350,000 Einw. Nachdemden der Herrschaft der Jesuiten gestan-
3ründei?^009 ihre erste Niederlassung hier ge-es sisl, 1 kam es 1778 an Spanien, von demaber f* • f re * machte und eine Republik bildete;v. ?m folgenden Jahre bemächtigte sich dertor (L Cla > Sekretair des Präsidenten, als Dicta-seinem a^^lerung und beherrschte das Land bis zuMus tns e lm 1.1810 mit dem größten Despotis-zenden zugleich den Verkehr mit den angren-Mit ^ dei Todesstrafe verbat und nur
^fördert- "Einige Verbindung unterhielt. Zwarund an tJ* ^vbau und Gewerbe, baute Straßenftabl Mus» ^^Enzen Festungen und rottete Dieb-' Istggang und Bettelei aus; aber erst nach
seinem Ableben haben die industriellen und commer-ciellen Zustände des Landes einen bedeutenden Auf-schwung genommen. Hauptflüsse sind der Paranaund der Paraguay, die nach ihrer Vereinigung beiCorrientes einen der schönsten Ströme der Weltbilden; letzterer ist tief bis nach Brasilien hineinschiffbar. Der Parana ist während des größtenunteren Theiles seines Laufes sehr reißend, vollWirbel, Fälle und Stromschnellen, und daher schwie-rig zu befahren. Durch einen zwischen Brasilienund Paraguay im Jahre 1858 abgeschlossenen Ver-trag, ist die Schifffahrt auf dem Paraguay für dieFlaggen aller befreundeten Nationen vollständig frei-gegeben und damit das frühere Jsolirungssystemaufgegeben worden. Vermöge seiner Lage, klima-tischen Verhältniffe und Bodenbeschaffenheit ist Pa-raguay ein wesentlich ackerbautreibender Staat, undda die werthvollsten tropischen Erzeugnisse dort treff-lich gedeihen, wohl berufen, den gleichen Produktenanderer Gegenden auf dem europäischen Markte einestarke Concurrenz zu bereiten. Die Rindviehzuchtist bedeutend, doch nicht in dem Maße, wie in denbenachbarten Ländern, auch wird Schafzucht getrie-ben; es gibt viel verwildertes Rindvieh und Pferde,ferner viele Arten Raubthiere, Hirsche, Rehe, Nabel-schweine, Tapire, Ameisenbären, Gürtelthiere, Affen,zahlreiches Geflügel und besonders viel Wasservögel.Bergbau wird gar nicht getrieben. Die größerenördliche Hälfte des Landes ist mit Gebirgen, weitersüdlich mit Hügeln bedeckt, die sich aber endlich zuvölligen Sumpfebenen verflachen, und außerdemsind auch an den beiden Grenzströmen große Ebenen.Die Hauptausfuhrartikel bestehen gegenwär-tig in Aerba Mate oder Paraguaythee (s. d.),Tabak und Cigarren, Holz, Eichenrinde, rohen undgegerbten Häuten und in Südfrüchten. Die Fabri-kation der Aerba Mate ist einer der wichtigsten In-dustriezweige der Republik; mehr als die Hälfte desAusfuhrwerthes wird von ihr, die dort und in denbenachbarten Ländern den Thee und Kaffee ersetzt,repräsentirt. Die Gewinnung dieses Handelsartikelssteht seit 1846 ausschließlich der Regierung zu undwird entweder für deren unmittelbare Rechnungoder durch concessionirte Personen betrieben. ImJahre 1860 gelangten 4,463,425 Pfd. (25 Pfd. =1 Arroba) zum Werthe von 4,725,475 Frs. zurAusfuhr. Der Tabakbau ist allgemein verbreitetund in gewissen Gegenden, namentlich bei Villa Ricaund Jtacocue durch die Bodenbeschaffenheit sehr be-günstigt. Eine dreimalige Ernte kann als Regelangesehen werden. Im I. 1861 wurden 3,115,925Livres Tabak und 600,000 Liv. Cigarren zu einemGesammtwerthe von 1,265,040 Frs. exportirt, wäh-rend 1829 der Ertrag des Tabakbaues sich auf höch-stens 2,675,090 Liv. belief. Die Cigarren werdennur von Frauen gefertigt. Das Zuckerrohr und dieBaumwolle gedeihen in Paraguay ganz besonders,die Verarbeitung des ersteren befindet sich aber nochin sehr unentwickeltem Zustande. Letztere ist in jederBeziehung von vortrefflicher Qualität, doch hat dieseKultur ebenfalls nur sehr geringe Fortschritte ge-macht. Die Gerbereien haben sich einen bedeutendenRuf erworben. Paraguays ausgedehnte Waldungenbegreifen eine große Zahl schönster Holzarten, sowieFarbe-u.Spiergewächse. Die Ausfuhr des Jahres1860 betrug im Ganzen 1,696,901 Piaster; dieEinfuhr erreichte die Summe von 885,841 Piaster.Letztere zerfällt in zwei Hauptabtheilungen: in dieAlmacen- und in die Tiendas-Artikel. Almacen-
21 »