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Zweiter Band.
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Peru

Peru

Roguaguado. — Unter den Produkten sind amwichtigsten die des Mineralreichs, besonders viel Goldund Silber, ferner Kupfer, das zum Theil als Erznach England geht, Eisen, Blei, Quecksilber, Pla-tina, Zinnober, Schwefel, Edelsteine, Stein-undSeesalz. Die Ausfuhr von Gold und Silber beträgtüber 10 Mill. Thlr., während die der übrigen Pro-dukte sich nur auf etwa 3 Mill. Thlr. beläuft. DerMittelpunkt des Silberbergbaues sind die berühmtenGruben von Cerro di Pasco. Das Pflanzenreichliefert eine Menge werthvoller Tropengewächse, na-mentlich Cacao, Vanille, Mandeln. Zucker, Kaffee,Jngber, Chinarinde, peruvianischen Balsam undnoch viele andere Farbe-, Balsam-, Gewürz- undArzneipflanzen; ferner Kartoffeln, Mais, Bataten,Maniok, Pisang, allerhand Holzarten, Baum-wolle rc. Die Kultivirung der letzteren wird fürPeru eine Lebensfrage; die Plantagenbesitzer habenjedoch mit so vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, daßnoch viele Jahre darüber vergehen werden, bis manim Stande ist, bedeutende Quantitäten zu gewinnen.Die Qualität ist ausgezeichnet und besonders die-jenige von Payta eine der feinsten. Bon den Thie-ren sind außer den meisten europäischen Hausthieren Ibesonders zu bemerken: das Llama, welches nichtmehr wild vorkommt und zum Tragen gebrauchtwird; das wilde, aber leicht zähmbare Guanaco, diewilde und unzähmbare Vicunna in den kalten Ge-birgsgegenden , mit feiner brauner Wolle, der Pacooder Alpaca, der selten wild vorkommt, dessen feine,seidenartige Wolle einen bedeutenden Ausfuhrartikelbildet und der auch zum Tragen benutzt wird; ferner:Beutel- und Gürtelthiere, rothe Eichhörnchen, Gato-montes, eine schöne kleine Tigerart, Chinchillas,Condors, Cochenille, Seidenraupen, Purpur,schmecken rc.; in der See viele Wall- und Pottfische,die aber nur von den Nordamerikanern gefangenwerden. Ein wichtiges Produkt ist auch der in allenWeltgegenden verbreitete Guano, der sich auf einigenkleinen Inseln in der Nähe der Küste findet und derbeste ist, den es gibt. Im Jahre 1863 bestand derExport von den Chincha-Jnseln aus 313,479 Reg.= Tons von 2240 Pfd. pro Ton, und man darfsagen, daß Peru unter den jetzigen Verhältnissen fastnur durch seinen Guano existirt. — Der Verkehr mitden östlichen Ländern ist sehr schwierig, da nur einige12—15,000 Fuß hohe Pässe über die Anden führen,außerdem aber die Verbindung durch die steilen, un-wegsamen Gebirge und die reißenden Bergströme invielen Gegenden völlig unmöglich ist. — Haupt-beschäftigungen der Bewohner sind Bergbau, Land-bau und Handel. Die Industrie ist nicht bedeutend,obgleich sie sich in der neueren Zeit, besonders unterdem vorigen Präsidenten, Don Ramon Castilla(1845—51), gegen früher sehr gehoben hat. DerHandel ist äußerst lebhaft, hauptsächlich mit England,den Vereinigten Staaten, Chili, Bolivia und Ecua-dor; aber auch Deutschland nimmt einen bedeutendenAntheil daran, seitdem sich mehrere deutsche, beson-ders hanseatische Handelshäuser in Peru etablirt ha-ben. Die Einfuhren haben sich, trotz der häufigenKriege und Unruhen, in der neueren Zeit fortwährendvermehrt und betrugen im Jahre 1863 nach denZolleinnahmen für die ganze Republik 22 MillionenDollars. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind:Silber, Gold, Kupfer, Smaragde, Zinnober, Sal-peter, Soda, .Borax, Cochenille, Salz, Cacao,Zucker, Baumwolle, Schafwolle, Alpaca- undVicunnawolle, Chinchilla« und Scehundsfelle,

Ochsenhäute, Chinarinde, Perubalsam und Guano.Der Total-Export belief sich in 1863 aus 33 ,109,836Dollars. — Haupthandelshäfen des Landes sind:Callao, Arica, Jslay, Huanchaco und Payta. Peruhat mehrere kleine Eisenbahnen, welche meist dieHafenorte mit den nächst der Küste liegenden Han-delsstädten verbinden, so Lima mit Callao; Pinramit Payta rc. Die bedeutendsten Städte sind: Haupt-stadt Lima (s. d.). Callao, starke Festung undwichtigste Hafenstadt, in welcher alle Handlungs-häuser von Lima, von dem sie 3 Stunden entferntist, Agenten haben. Sie hat 6000 Einw., bestehtaber meist aus elenden Häusern. Canet e, Hafen-stadt , mit 8000 Einw. Truxillo, ^ Dteile vonder Küste, 8000 Einw., ist regelmäßig gebaut, mitbreiten Straßen, einem schönen Dom und Regie-rungspalast. Der Hafen der Stadt liegt etwasnördlicher, bei Guanchaco oder Huanchaco.Piura, 12,000 Einw., hat Seifen- und Corduan-fabrikeu, starke Maulthier- und Ziegenzucht. Payta,weiter nördlich an der Küste, mit'gutem Hasen undbedeutendem Handel. Caxamarca, am Flussegleiches Namens, in einer Pampa zwischen den bei-den Andesketten, mit 9000 Einw., welche starkeWeberei treiben und gute Schmiedearbeiten verfer-tigen; in der Nähe Gold- und Silbergruben undGoldwäschereien. Chacapoyas, im Osten derGebirge, mit 3000 Einw. und starkem Tabaksbau.M o y o b a m b a, am Anfange der östlichen Pampas,mit 5000 Einw. und wichtiger Tuchweberei. LaM-bay aque, 8000 Einw., mit Fabriken und Handel;dabei der Hafen P a c a s m a y o. T a r m a, im süd-lichsten Theile der Sierra, 6000 Einw. Caxa-tambo, am westlichen Abhänge des Gebirges,3000 Einw., Vitriolbereitung und Gipsbrüchen-Guanuco, im Innern, 5000 Einw. Huarl,im nördlichen Theile der Sierra, 8000 Einw. C e r r odi Pasco, auf einer hohen, rauhen und ödeuEbene, 12,000 Einw., mit einer Münzstätte) in derNähe die reichen Silbergruben von LaurrchocaArequipa, am westlichen Abhänge der Audes,7300 Fuß hoch. Arica, Hafenstadt in ungesunderGegend, mit 2500 Einw. Puno, am See T'tl-caca, 16,000 Einw. C u z c o, 40—70,000 Einw.,mit verschiedenen Fabriken, besonders in Stickereien;ehemalige Residenz der Inkas. Guamanga, l»hoher rauher Gegend, 30,000 Einw., mit bedeuten-dem Handel, Verfertigung von Silberarbeiten uyvLederwaaren. Guancavelica, 6000 Einw-,einer rauhen Bergschlucht, wichtig durch die nahenreichen Gold-, Silber- und Quecksilbergruben undurch warme Quellen. — Von den an der Kustliegenden kleinen Inseln sind besonders die Lobos-oder G u a n o - I n s e l n zwischen 13 und 14» südlicheBreite, wegen der ungeheuren Gnanolager, nudenen sie bedeckt sind, von Wichtigkeit, weshalb 9auch jetzt eiil permanenter Militairposten daselvlbefindet. - ^ ....

Gelbwährung: Man rechnet seit Octov1857 nachPeso oder Piaster zu 100 Centelmos in einer Goldwährung, und prägtGold, die jetzt das eigentliche Landesgeld ausmach 'und wovon 391,it8» Stück auf ein neues deutzch^Münzpfund fein Gold gehen. Es werden «uwPiastcrstücke in Silber geprägt, wovon 23 ,mie ( ® t ,auf das deutsche Münzpfund fein Silber 9 e & eIl ',bedessen dürften diese Silbermünzen keine bedeute'Rolle spielen, da nach Art. 8 des neuen Münzgestyovom 2. Qct. 1857 von derselben nicht über 100,