Rübsamenöl
Rovenano 450
filanden und Spinnereien, auf denen die meiste imLande erzeugte Seide filirt wird, Seidenfärbereien,Fabriken von Seidenband, Leder, Papier, Näh-nadeln, Musiksaiten und irdenem Geschirr, auchwerden Salami- und andere Würste verfertigt, undSeide, Wein, Tabak und Sumach erbaut. Beson-ders wichtig aber ist der Handel mit Seide undSüdfrüchten (namentlich Citronen vom Gardasee);von ersterem Artikel werden jährlich gegen 200,000Pfund ausgeführt.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Oesterreich (Tirol).
Rovezzano ist ein süßer italienischer Wein, derin der Gegend von Firentino erbaut wird.
Rovigno, ein rother Wein von angenehmemGeschmack und vielem Feuer, aus der Gegend desgleichnamigen Ortes in Jstrien.
Royale, Royales, werden in Frankreich undauch in Deutschland mehrere Gewebe aus verschiede-nen Stoffen genannt, z. B. einfarbige, kleinge-musterte Seidenzeuge zu Westen; mehrere Sortenfranzösischer Leinen, feine französische Tuche vonAbbeville u. a. Orten, feine gestreifte Natins rc.Auch werden extrafeine deutsche Tuche zuweilenRoyaltuch oder Real tu ch genannt. Diese Be-nennungen sind übrigens sehr willkürlich und wech-selnd. Desgleichen werden auch eine Art sehr guterfranzösischer Pflaumen unter dem Namen Prunesroyales besonders von Bordeaux aus versendet.
Royan, Getreidemaß in mehreren Ländern Ost-indiens, besonders in Hinterindien.
Rollen, s. Rojen.
Rubb , der türkische Viertelpiaster.
Rubbiatella, der halbe Rubbio, ein Getreide-maß im Kirchenstaat.
Rubbieh, eine Goldmünze in der Türkei vonVi s^onduk oder 1^4 Piaster.
Rubbio, Hohlmaß im Kirchenstaate, ,'auch einfrüheres Gewicht im Königreich Italien.
Ruberythrinsäure, aus dem Krapp gewonnen,krystallisirt in hellgelben, perlmutterglänzendenSäulen, die mit Alkalien eine blutrothe Farbeund durch Kochen mit Aetzkali eine purpurne Flüs-sigkeit geben, die zum Färben gebraucht wird. Nebendieser findet man die Rnbichlorsäure, welche imWaldmeister und der Färberröthe enthalten ist; sieist farblos, wird durch Alkalien gelb, durch Salz-säure zuerst blau, dann grün und immer dunklergrün gefärbt.
Rubel, Silbermünze in Rußland, s. d.
Rubicell, s. Rubin und Spinell.
Rubin ist eine Art Saphir von rother Farbe inverschiedenen Nuancen, blut-, Purpur-, rosen-,fleisch-, blaßroth rc.; meist mit einem Stich insVeilchenblaue. Nach seiner verschiedenen Färbunggibt man ihm auch mehrere besondere Namen; derlicht ponceau- oder dunkel rosenrothe wird Rubin-Spinell, der licht rosenrothe, ins Violette oderBräunliche spielende Rubin-Balais oder Ba-las-Rubin, der ganz blaßrothe, ins Gelbe fal-lende, dessen Farbe im Feuer leicht zerstörbar ist,Rubicell, und die großen Steine von mehr als20 Kar. und von tief dunkelrother Farbe auch zu-weilen Karfunkel genannt. Der Rubin ist derhärteste Edelstein nach dem Diamant und wird nurvon diesem geritzt; seine Farbe ist im Feuer fastunveränderlich, indem sie nur in großer Hitze zumTheil .'zerstört wird. Er findet sich in stumpfeckigenKörnern oder in langen 0 seifigen Pyramiden am
schönsten in Ostindien, besonders in Ava, Pegu undauf der Insel Ceylon, außerdem in geringerer Qua-lität in Südamerika, Ungarn, Böhmen, Schlesienund zuweilen auch in Sachsen. Durch Glasflüsseoder durch Bergkrystall mit untergelegter blutrotherFolie wird er oft nachgeahmt, was man jedoch leichtan der Härte erkennt und die letztere Art wenn manden Stein von der Seite besteht; auch fehlt denkünstlichen Steinen der blaue Schein der ächten.Rubinschwefel, s. Real gar.
Rübelizeug ist eine Art grober, rauher Barchent,der in der Schweiz verfertigt wird.
Rübsamen, Rübesaat oder Rübsen sind dukleinen runden braunen Samenkörner einer Rüben-art, Brassica Napus, welche in dem größten Theilevon Europa, mit Ausnahme der nördlichen Länder,in Menge auf den Feldern zur Oelgewinnung 0-den folg. Art.) angebaut wird. Man nennt sie auchzuweilen Reps oder Raps, obgleich dieser Nameeigentlich nur dem Oelkohl (s. d.) oder der KohOsaat zukommt. Sie hat eine rübenartige Wurzel,einen 2—4 Fuß hohen Stengel, gelbe, am Ende derZweige in einem Busche stehende Blüthen und^wal-zige Samenschoteu. Man unterscheidet 2 Spielsarten davon: Winterrübsen und Sommer^rübsen. Der erstere wird im September gesagtund im Juni des folgenden Jahres geerntet; erwird größer, bestaudet sich besser, gibt daher mehrKörner (oft das 80. Korn) als der Sommerrübsen'die Körner sind auch größer und geben das mesMOel, gegen 33 %• Der Sommerrübsen unterscheide!sich von ihm nur durch die kleinere, schwäch^Pflanze und durch etwas kleinere, mehr rothe Köt-uer, welche nur ungefähr 25% Oel geben. —Rübsamen wird besonders in den ebenen GegendMDeutschlands, Hollands, Belgiens, FrankreichsEnglands, auch in Ostpreußen, Ungarn, Ruh-land rc. erbaut und ist in Anisterdam, HamburgStettin rc. ein bedeutender Handelsartikel; der h^ländische und belgische wird für den besten Whalten. . -
Rübsamenöl, Rübsenöl oder Rüböl, d"aus dem Rübsamen und dem Raps geschlagene semOel, von bräunlichgelber Farbe und unangenehm^retligartigem Geruch und Geschmack, das zumnen, zur Bereitung von Seife und WagenschM^ 'zum Einschmieren der Wolle und des Leders beuuh.wird. Es ist etwas dickflüssig und enthält vSchleimtheile, weshalb es beini Brennen stark raMund rußt. Das zum Brennen bestimmte wird day^meist gereinigt oder raffinirt, indem manmit 1% Schwefelsäure durch anhaltendes Urühren vermischt, wodurch die Schleimtheile vkohlen und sich dann zu Boden setzen; um die Sa ^wieder daraus zu entfernen, wird das von * eschwarzbraunen, zähen Bodensatze abgezogene yOel mit der Hälfte oder 2 /s seines Gewichts w jWassers, in dem etwas Kochsalz aufgelöst ist , > ^durchgerührt; dann läßt man es absetzen, ziem »^einiger Zeit das helle Oel, welches eineFarbe hat, von dem Wasser und dem sich lt0 -*e r itbildeten trüben Satze ab und läßt es auf Lagerssill^sich noch weiter abklären. — Das rohe RüboNl .sonders im nördlichen Deutschland, Berlin, ® <, erMagdeburg, Leipzig, Hamburg rc. ein bedeut»Handelsartikel und auch häufig Gegenstano ^
Lieferungsgeschästen auf bloße Spekulation; ^
in Amsterdam, Rotterdam, Belgien und rmlichen Frankreich (besonders in Lille) werden v