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Zweiter Band.
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Salz

Salz

Bürgermeister, Konsul u. dgl. Zuweilen'setzt mandafür aber Sr. Wohlgeboren, oder man ignorirt denTitel ganz. Das letztere ist auch, namentlich unterwirklichen Kaufleuten in größeren Städten, dasRichtigste, denn diese haben nur von der Firma ihrerGeschäftsfreunde Notiz zu nehmen.

Salz, Sal, nennt man in der Chemie überhaupteine Verbindung von Säuren mit Alkalien, Erdenoder Metallen, oder auch von Alkalien mit Erdenoder Metallen. Die meisten bilden Krystalle, indemsie sich in einer bis zu einem gewissen Grade abge-dampften Auflösung beim Erkalten derselben zueinem festen Körper von bestimmter regelmäßigerForm vereinigen; mehrere aber bilden nach demAbdampfen gummiartige, pulverige oder formloseMassen. Sie sind größtentheils weiß oder farblos,nur einige Metallsalze sind gefärbt, und mit we-nigen Ausnahmen lösen sie sich mehr oder wenigerleicht im Wasser auf. Mehrere finden sich in derNatur, theils in großen Lagen, wie das Steinsalzund der Chilisalpeter, theils in Wasser aufgelöst,oder in festen Körpern vertheilt, aus denen sie ge-schieden werden können. Wird ein Salz der Wir-kung der Voltaischen Säule ausgesetzt, so wird da-durch die Verbindung aufgehoben, das Salz zerfälltin seine Elemente, die Säure tritt an den positivenPol der Säule, die Basis an den negativen (s. Ba-sis). Es ist dabei gleich viel ob die Säure eineSauerstoff- oder Wasserstofssäure ist. Alan unter-scheidet Sauerstoff- und Wasserstoffsalze. Von denersteren hat man neutrale, basische und saure Salze.Die neutralen sind solche, in welchen die Aequiva-lente des Sauerstoffes und der Base in gleichem Ver-hältniß vorhanden sind; bei den basischen Salzen istdagegen das Verhältniß der Base größer als das desSauerstoffes, wie in den sauren Salzen die Säuregegen die' Basis vorherrschend ist. Treten nunSalze mit einander in Verbindung, so entstehenDoppelsalze. Ein Doppelsalz kann bestehen ausder Verbindung von zwei Säuren mit einer Basis,oder von zwei Basen mit einer Säure, oder aus zweiSäuren und zwei Basen. So besteht z. B. Alaunaus schwefelsaurem Kali und schwefelsaurer Thon-erde und wird deshalb zu den Doppelsalzen gerech-net. Es ist nur eine^Säure und zwei Basen in ihmvorhanden. Diejenigen Salze, welche 3 Basen undeine oder mehre Säuren enthalten, nennt man Dril-lt n g s s a lz e; sie sind selten. — Das wichtigste Salz,von dem wir auch hier allein sprechen, ist das Koch-salz oder Küchensalz, 8a1 culinare , in der Che-mie Chlornatrium oder salz säur es Natron,Natron muriaticum , und sonst gewöhnlich tzorzugs-weis Salz genannt. Es besteht aus 39,«g TheilenNatrium und 60, 34 Theilen Chlor. In der Naturfindet es sich in außerordentlicher Menge, und zwarentweder in festen Massen als Steinsalz, oderaufgelöst in dem Wasser vieler Quellen, Quell-salz, oder im Meerwasser, Seesalz, und auch indem Wasser vieler Landseen, an deren Rändern essich oft als fester Salzstein ansetzt. Das Stein-salz oder Bergsalz, 8al gemmae oder Sal fossile,ist gewöhnlich weiß, oft aber auch gelblich, röthlich,blau oder grau von Farbe, durchscheinend bis durch-sichtig , hat Glasglanz und muscheligen Bruch. Esfindet sich in vielen Gegenden in großen Massen inder Erde und wird auf bergmännische Art zu Tagegefördert. Oft ist es ganz reines Chlornatrium undkann unmittelbar, wie es aus der Erde kommt, ge-braucht werden; häufiger aber ist es mit ftemden

Bestandtheilen gemischt, was auch der Grund fernerFärbung ist, und muß dann gereinigt werden, in-dem man es in Wasser auflöst und abdampft; zu demEnde wird gewöhnlich das Tagwasser in die Gru-ben geleitet und wenn es mit Salz geschwängert ist,durch einen Stollen oder auf andere Art wieder zuTage gefördert und dann eingesotten. Eines der be-deutendsten Steinsalzlager Europas befindet sich urden nördlichen Karpathen und erstreckt sich von Kra-kau aus durch einen Theil Ungarns und Siebenbür-gens bis in die Moldau. Es wird hauptsächlich ?uden großen und merkwürdigen Salzwerken von Wre-liczka und Bochnia unweit Krakau und außerdemnoch an vielen anderen Orten in Galizien, Ungarnund Siebenbürgen ausgebeutet. Das beste unoreinste Salz, welches man in Wieliczka, jedoch uurin geringer Menge, findet, heißt Krystallsalz; eswird ohne weitere Bearbeitung gestoßen und ver-braucht, theils als Küchen- und Tafelsalz, theils rnFärbereien, Druckereien und zum Bleichen; aumverfertigt man allerhand Gegenstände, wie FiguremLeuchter, Kruzifixe und dgl. daraus. Dann folg)das weiße Sch acht salz oder Schybiker, fernerdas grünliche, welches die größte Quantität aus-macht , und das duukelgraue S p i z a s a l z, das amnnreinsteu ist und aus kleinen Körnern oder W''ßigen Krystallen besteht. Auch findet sich, aber nurnoch selten, rosenrotstes Salz. Die zusammen^kehrten Abfälle, welche nur für das 'Vieh gebrauchtwerden, nennt man Kehr-oder Fußsalz. Dasunreine Salz wird in Wasser ausgelöst und dttiekünstliche Soole dann eingesotten. Man nennt die-ses dophiren und das dadurch gewonnene SalzD o p h i r s a l z. Das Salzwerk von Wieliczka tieferjährlich allein gegen 1 Mill. Ctr., ebenso viel die üo-rigen Gruben in Galizien; die ungarischen 700 ,wCtr. und die siebenbürgischen gegen 900,000 Etr-Bedeutende Steinsalzlager finden sich auch in denAlpen von Salzburg, wo besonders bei Haüstnd,Jschl und Hallein, ferner bei Aussee in Steiermau»bei Berchtesgadeu in Baiern und bei Hall in Tiregroße Salzwerke sind; sie enthalten jedoch ein unreines Salz, das durch Wasser, welches man inchGruben leitet, ausgelöst und dann ausgesotten wir -Ein solches Salzwerk heißt ein Sink werk. irigenannten Sudwerke liefern jährlich gegen lVaCtr. Salz. Ein merkwürdiges Steinsalzlager mdet auch der 500 Fuß hohe und gegen 3 Meilen,Umkreis haltende Salzberg Cardona in Catalon" ;wo das Salz kaum y 2 Fuß dick mit Erde bedeckt iund von dem ein großer Theil Spaniens und chy*des südlichen Frankreichs mit Salz -versorgt w> 'Das dortige Salz ist krystallhell, zum Theil 'besonders roth, und wird auch zu verschießKunstsachen verarbeitet. — Außer den gsnan»gibt es noch in vielen anderen Ländern LagerSteinsalz; auch findet es sich auf der Lava am Asund Vesuv, und auf vielen Steppen am kasPMMeere, am Aralsee, in Arabien und imAfrika wittert es aus dem salzhaltigen Boden aus'Das Quell salz ist in dem Wasser der Salzgue^enthalten, die sich in vielen Ländern der Erde mund meist aus großen unterirdischen Wasserbehakommen, die in ihrer Nähe befindliche Steinsal zauflösen. Das mehr oder weniger Salz enthanWasser, die Salzsoole, quillt entweder P ü ' l aU gder Erde, oder wird durch Pumpwerke u. dg,»-.. n gderselben gefördert. Wenn die Soole nicht wenM j3% Salz enthält (Nöthig ist), trägt sie in der