Schweden
520
Schweden
einen recht lieblichen Anblick, sind auch ziemlich starkbewohnt; am Kattegatk und Skagerrak aber bietensie den traurigen Anblick der Verwüstung dar, indemsie aus ganz kahlen, von aller Vegetation entblößten,durch gewaltige Naturkräfte zerrissene und durch ein-ander geworfene Klippen bestehen, die aber nichtsdestoweniger bewohnt sind, weil das fischreiche 'Meerden Bewohnern eine nie versiegende Nabrungsqnelledarbietet. — Die ganze skandinavische Halbinsel istein Gebirgöland; besonders steigt in Norwegen, imWesten und Norden das Land schroff empor ausdem Weltmeere und bildet ein zusammenhängendesHochland, 3500—4C00' hoch. aus welchem sich ein-zelne Spitzen bis zu einer Höhe von 8ü00' erheben;wo aber dieses Hochland ansängt, sich terrassenför-mig gegen S. und S.-O. zu senken, dort beginntSchweden, welches längs dem bottnischen Meerbuseneinen breiten, niedrig liegenden Küstengürtel besitztund überhaupt im S- von der Dalelf gar keinen Bergbesitzt, der sich auf >500' erhebt. Hier im südlichstenTheile ist das höchste Plateau im Innern der Land-schaft Smaland zu suchen (kaum 1100' hoch), üb-rigens aber ist das Land ziemlich eben und dabei einTiefland, aus welchem sich jedoch einzelne Punkte,wie der Eisenberg. Taberg, der Omberg, der schöneKinnekulle, der Billing n. a. zu einer Höhe von fast1000' erheben. Die südlichste Landschaft Skäue(Schonen) ist ein reiches Getreideland, das den dä-nischen Inseln und dem nördlichen Deutschland ziem-lich ähnlich siebt; übrigens aber trifft man selbst aufden besten schwedischen Ackerfeldern größere und klei-nere Granitblöcke an. Schweden ist ein sehr wasser-reiches Land. Man berechnet die mit Wasser bedeckteObersiäche im Innern auf 774, 6 geogr. ^Meilen;wovon die zahllosen Landseen den größten Raumeinnehmen. Unter diesen sind die bedeutendsten undbekanntesten: der Wen er, 94.», der Wetter, 33,7,der Mälar, 22, 2 (feilte 1300 Inseln nicht gerechnet)und der H j e l m a r, 8.» ^Meilen. Unter den Flüs-sen (Elf, Mehrzahl Elfvar) sind von N. nach S. diebedeutendsten: die Torneä- mit Muonio-, Aalix-,Raneä-, Lulea-, Pitea-, Skellesteä-, Umeä-. Änger-manna-, Jndals-, Ljusna-, Dal- und Göta-Elf.Bon diesen Flüssen, die sich sämmtlich öfter zu Land-seen erweitern, sind wegen der vielen Wasserfälle nurwenige theilweise schiffbar: die herrliche Angerman10 schweb. Meilen aufwärts, die Lnlna wird jetzteben so weit schiffbar gemacht durch 2 an Wasser-fällen hinführende Kanäle, von wo dann eine Eisen-bahn nach dem aus gediegenem Eisen bestehendenBerge Gellivare gebaut wird; auch die Ljusna istauf einige Meilen, doch nicht unmittelbar vom Meereaus, schiffbar; bis dahin leitet eine 2 Meilen langeEisenbahn von Söderhamn aus, und die Götaelf istdadurch bis an den großen Wenersee schiffbar ge-macht, daß an 4 Stellen Kanäle mit Schleusen anden Wasserfallen vorbei führen. Unter diesen Wasser-fällen sind die unmittelbar auf einander folgenden,112' hohen, 5 Troühättasälle weltberühmt, und derdaneben in den Felsen gesprengte Trollhätta-kanal ist ein ungemein großartiges Werk. In denWenersee münden viele Flüsse, von denen man dieClara-Elf als den oberen Lauf der Götaelf betrachtenkann. Im N.-O. sind durch den Sefle-Kanal mehreLandseen schiffbar mit dem Wener verbunden, sodaß zu Wasser man bis Arvika fahreu kaun, unddas große System von Landseen weiter südlich inder Landschaft Dalsland wird jetzt durch Kanäleunter einander, so wie mit dem Wener an der einen i
und nach Norwegen zu mit dem schon kanalisirtenFrederikshaldschen Wassersysteme verbunden. Vonder Claraelf führt eine kurze Eisenbahn an den lau-gen Landseen Fryken und von Christinehamn eineähnliche nach einem kleinen Landsee, der wiederumtheils mit Eisenbahnen, theils mit Kanälen mitvielen unter einander verbundenen Landseen Zu-sammenhängt , welche man das Philipstad'sche Sy-stem nennt. Unter den Kanälen ist bei weitem derbedeutendste, zugleich der bedeutendste in ganz Euro-pa,der Göta-Kanal. angelegt 18l0—32, welcheran der Ostsee am Meerbusen Slätbaken, unweitSödcrköping bei Mein beginnt, durch die LandseenAsplangen, Noxen, Boren, Wetter und Bottensjönach dem Wiken hinaufführt unv sich von dort tuden Wener hinabsenkt; aus diesem See fährt manauf der erwähnten Götaelf und den neben derselbenangelegten Kanälen hinab nach Göteborg und indas Skagerrak. Durch diesen Kanal wird eine52 deutsche Meilen lange Wasserstraße durch dasHerz des Landes und die fruchtbarsten Provinzendesselben eröffnet; doch ist davon wirklicher gegrabe-ner oder gesprengter Kanal au der Ostseite desWettersees nur 4^/g und an der Westseite desselben3y a schweb. Meilen; das übrige sind Landseen unddie Götaelf. Bon Süden kommend, mündet berLinköping der Fluß Slang, der die schönen,^» ziem-lich in gleichem Niveau liegenden Laudseen Asunden,Emmern, Striern, Nimmern, Jernlunden undRegnen durchstießt; diese hat man durch kurze Ka-näle mit einander verbunden und so einen über 5schweb. Meilen langen Wasserweg im Innern desLandes gewonnen. In den Mälar ergießt sich vonNorden herabkommend der Fluß Kolbäcks bei deMkönigl. Schlosse Strömsholm; diesen Fluß hat man1777—1795 durch einen Kanal, den Strömsholnis-kanal, erweitert und den Fluß, sowie die von iMdurchstoßenen Landseen möglichst benutzend, ca. ^Meilen schiffbar gemacht. Am westlichen Ende desMälar fällt die 2 Meilen aufwärts bis Arbogaschiffbare Arboga in den Mälar; unweit letztge'nannter Stadt führt der schon von Gustav AvolPdangelegte, 1821—1830 aber umgebaute Hjelmare"kanal in den großen Hjelmarsee. Bemerkenswertist auch der Södertelgekanal, der den Mälar boiSödertelge mit der Ostsee verbindet. Andere Kanatein der Nähe von Stockholm sind: der Waddo-,Akers-, Wermdö-, Thiergarten- und Karlbergs-Ka-nal. Die Länge der sämmtlichen, jetzt vorhandenemwirklich gegrabenen und gesprengten Kanäle betrag55 schweb. Meilen. — In der Gegend von ME'in der Nähe der südlichen Stammbahn, sollen Mdie Seen Asa, Helga, Sälen und Asnen durch lelwausführbare Kanäle in schiffbare Verbindung gosttz.und der zuletzt genannte durch eine Eisenbahn ">Karlshamn an der Ostsee verbunden werden.Hauptprodukte zur Ausfuhr liefern: 1) der 2t o*bau. Während noch vor 40 Jahren Schweden meiner Bevölkerung von nur 2'/ 2 Millionen kinerdeutenden Getreidezufuhr bedurfte, kann es I ßgroße Quantitäten ausführen, und dochAreal des jetzigen Kulturlandes nur 1 /wfläche. Da es überall noch viel unbenutztes Kult 'land gibt, so ist mit Gewißheit zu hoffen, daßAckerbau noch länger in eben so bedeutender p"gression, wie in der letzten Zeit fortschreiten W» .
Dagegen vermag die Viehzucht die BedürfnisseLandes nicht zu befriedigen, und es müssen g"»Quantitäten dahin gehöriger Produkte, als: BU » >