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Zweiter Band.
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Schweden 521 Schweden

Käse, Talg, Speck, Fett, Fleisch, Häute (zubereitetes<eder und Pelzwerk ungerechnet) eingeführt werden;dennoch ist der Viehstand relativ ganz bedeutend.Die Schuld liegt an der schlechten Pflege des Viehes,doch ist auch hierin ein Fortschritt zu bemerken. Dankden Bemühungen der laudwirthschaftlichen Auskal-bn. 2) Die Forst wirthschaft. Die Wälder,Welche nach einer sehr niedrigen Berechnung, nachAbzug des nnwirthbaren Landes und der Lapp-charken, wenigstens 2300 deutsche (^Meilen bedecken,dilden einen sehr großen Reichthum Schwedens, undks ist daher trotz des starken Verbrauchs im Lande,die Ausfuhr der Waldprodukte sehr bedeutend. Zwarsind jetzt die Wälder in der Nähe des Meeres undder Flüsse sehr stark gemißhandelt (1858 gab es 3600Sägemühlen) aber da diese Produkte durch diehöheren Preise nunmehr größeren Werth erhaltenhaben und man begonnen hat, durch Anpflanzungendie Lücken zu ergänzen und eine rationellere Wald-wirthschaft einzuführen, auch durch die verbessertenCommunicationen den innern Provinzen die Mög-lichkeit eröffnet wird, ihren Waldreichthum zu ver-werthen, so hat man kaum einen Holzmangel zubefürchten. 3) Der Bergbau. Schweden besitzteinen ungemein großen Reichthum an Metallen, be-sonders an dem vortrefflichsten Eisen. Es wurden1863 aus 525 bearbeiteten Eisengruben 10.542,330^tr. Eisenerz zu Tage gefördert (am meisten in den6 Ländern: Oerebro, Wermland u. Stora Koppar-berg oder Dalarna), dazu 129,500 Ctr. Sumpseisen(ausschließlich in der Landschaft Smäland). Davonwurden in 297 Hochöfen 4,394,628 Ctr. Roheisen(lncl. 125,260 Ctr. Gußgüter) geblasen; außerdemvon den eigentlichen Gießereien 192,657 Ctr. Guß-lliiter geliefert. Zur Veredlung des Roheisens zuStabeisen dienten bei 499 Hüttenwerken 898Schmelzbeerde, welche 2,939,619 Ctr. lieferten. AnStahl, Platten, Nageln und Manufakturwaaren

wurden von 299 Werken 549,340 Ctr. geliefert. Diebedeutendsten Kupferwerke sind der Stora Kcppar-bcrget (d. i. der große Kupferbergl bei Falun inDalarna und Atvidaberg in Ocstergötland. Außerdiesen gibt es noch 15 Kupferwerke, uud es .betrugdie ganze Kupfergewinnung, das Rohkupfer in Gar-kupfer reducirt, 44,450 Ctr. Garkupfer. Nickelwurde in 2 Gruben gebrochen; Messing lieferten3 Fabriken 3044 Ctr.; 13 Kupferhämmer undWalzenwerke 7255 Ctr.; von Blei wurden 11,258Ctr.; von Zink in 15 Gruben bei Ammeberg amnördlichsten Ende des Wettersces 212,500 Ctr. ge-wonnen n. ungeschmolzen exportirt; außerdem wer-den Kobalt, Braunstein, Schwefel. Kupfervitriol,Eisenvitriol, Braunroth, Alaun, Wafferblei, Porphyr,Marmor u. Steinkohlen ausgeführt. Das in aller-neuester Zeit entdeckte, im Innern von Schonenbelegene. mächtige Steinkohlenlager ist von großerWichtigkeit für das Land. An edlen Metallen wur-den in 1863: 8, 38 Pfd. Gold uud 2683,54 Pfd. Silbergewonnen. Im Ganzen beschäftigt das Berg- uudHüttenwesen 22,300 Arbeiter. — Die Fischerei wirdzwar längs der ganzen Küste und auch in den Bin-nengewässern mit Erfolg getrieben, ist jedoch nur inden Skären des Skagerrak uud Kattegait so ergiebig,daß sie eine Hauptbeschäftigung genannt zu werdenverdient; dort werden Heringe, Kabeljaue, Makre-len, Flundern, Lachse n. a., sowie auch Austern,Krabben und Hummern in bedeutender Menge ge-fangen, vermögen jedoch den großen Bedarf desLandes an gesalzenen und getrockneten Fischen nichtzu befriedigen, daher bedeutende Quantitäten vondiesen 1863: 587,418 Ctr., besonders aus Norwegeneingeführt werden. Von Hummern werden jährlichetwa 150,000 Stück ausgeführt, eben so auch vieleAustern. Die Jagd ist nicht so ergiebig, daß sie an-ders als zum Nebengeschäft oder zum Vergnügenbetrieben werden kann.

Die Fabriken und Manufakturen Schwedens sind in bedeutender Zunahme begriffen, es gab:

1830. 1840. 1850. 1862.

Zahl der FabrikenZahl der ArbeiterWerth der Fabrikate

1857 2176 2513

11,887 15,410 23,427

13,174,705 21,199.576 37,091,523

2521

30,725

70,426,774 Rth.

letzterer außer der mechanischen Werkstatt in Motala,beren Fabrikate auf 1,145,850 Rth. geschätzt wurden.Die hauptsächlichsten Arten der Manufakturen nebstbem Werthe ihrer Fabrikate in 1000 Rth. waren1862 folgende: 104 Tuchfabriken 11,571 (die meistenund bedeutendsten in Norrköping, 85 mit 9588>;81 Wollen-, Halbwollen-, Baumwollen - und Lei-Umzeugfabriken 6796; 21 mechanische Baumwollen-spinnereien 8384, 6 Seidenfabriken, sämmtlich inStockholm 1023; 470 Färbereien 1272; 10 Zucker-raffinerien 12,653; 93 Tabaks- und Schnupftabaks-sabriken 5230 ; 610 Lederfabriken 4018; 23 Glas-eriken 1610; 83 Papierfabriken 2780; 42 Oel-Ichlägereien 1264; 77 mechanische Werkstätten 5043,U- s- w. Mehrere Gegenstände, die wohl dahin ge-^vren sollten, sind gar nicht mit gerechnet, z. B. die^'anntweinbrennereien, welche (1864) 16,215,103q^Kett und dem Staate eine Einnahme von^.'40,762 Rth. lieferten; ferner die bedeutendenr^vfuuereien, die jetzt anstatt des früheren dicken!> 7 /Us?lschen Bieres ein vorzügliches bairisches liefern,^Schiffbau, die Säge- und Mehlmühlen, Kalk-ennereien, Ziegeleien u. a. Eben so kommen die

bedeutenden Produktionen des Haussteißes an We-bereien, Schmiede-, Tischler-, Böttcherarbeiten unda. m. nicht mit in Berechnung. Wenn aber Schwe-den auch in seiner Industrie bedeutend höher steht,als die angrenzenden Länder Dänemark, Norwegenund Rußland, so bedarf es doch immer noch einerbedeutenden Zufuhr an Fabrikaten aus dem Aus-lande; diese hat aber trotz der- ansehnlichen Vermeh-rung der Bevölkerung in den letzten Jahren abge-nommen , und es läßt sich erwarten, daß Schwedenin dieser Hinsicht bald selbstständig sein wird. Derinnere, äußerst lebhafte Verkehr wird befördert:1) durch die lauggestreckte Küste mit vielen gutenHäfen, so wie im Lande durch die Flüsse, Kanäle undsegelbaren Landsecn, von denen viele eigene Dampf-boote besitzen. Zu diesem Verkehre wurden 1863benutzt: 1933 Segelfahrzeuge von je über 3 Neu-lasten Tragfähigkeit mit zusammen 24,040 Neulastenund 134 Dampfschiffe von 1545 Neulasten Trag-fähigkeit (17 derselben, als nicht angegeben, unge-rechnet) mit 3877 Pferdekräften; es kamen in denStapelstädten aus inländischen Ortschaften an:25,007 Fahrzeuge von 320,214 Neulasten und es