Seide
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Seide
Tripolis, Brussa und Konstantinopel sind dieHauptplätze des Handels damit und in Europa be-greift man die von diesen Plätzen, sowie aus dereuropäischen Türkei und von den Inseln kommendeunter dem allgemeinen Namen levantische oderlevantiner Seide. Die bemerkenswerthestenSorten, welche meist nach den Erzeugungsorten be-nannt werden, sind: die B r u s s a s e i d e aus Nato-uen, meist weiß, sehr fein und geschmeidig; Say-davi, eine leichte syrische Seide aus Sayda;Chouf, Chousfetten oder Chouffetseide,rme sehr schöne seine Art, ebenfalls aus Sayda, dieeine schöne, glänzende Farbe annimmt; Satalia,eine weiße Sorte von geringerer Qualität; Pa-lasse oder B a j a s s e i d e aus der Gegend vonAeppo, ist silberweiß und schwer; arabische oder-osduinewseide ist vorzüglich schön und glänzendlueiß; Tripoline und Castravane, zwei guteWeiße Sorten aus Syrien; Bromsia, ebendaher,w noch besser und feiner; Barutiner ist theilsWeiß, theils citronengelb. — Ueber Smyrna, Tri-polis, Konstantinopel, Trapezunt rc. kommt auchwel persische Seide, welche dann ebenfalls mitUnter dem Namen levantischer begriffen wird; außer-dem wird sie hauptsächlich über Bassora und Abn-lchw, sowie über Tiflis und Astrachan versendet.Die Seide ist eines der Hauptprodukte Persiens, dieQualität derselben aber sehr verschieden. Die besteund feinste wird in der Provinz Ghilan erzeugt; sie‘U meist gelb, doch auch weiß und silbergrau, welchewhr geschätzt ist; dann folgt die von Schirwan, Eri-wan und Astrabat, welche letztere die geringste istUnd auch nur selten ausgeführt wird. In Persienunterscheidet man folgende Hauptarten: Hayla,die beste und feinste / die aber selten in den aus-wärtigen Handel kommt; S a n d uk a, die beste vonins Ausland gehenden Sorten; Miane diewittlere und Kaschanska die ordinaire. Beim^wärtigen Handel zerfallen diese wieder in folgendeGattungen: Scher bassi, Cherbossi oder^ourbaste aus der Provinz Ghilan, die schönsteund feinste Sorte mit sehr zartem, weichem Faden,st gelb, selten weiß oder silbergrau; Ardaffinencht ihr wenig nach, ist ebenfalls meist gelb und hat..'wn sehr feinen, außerordentlich glänzenden Faden,Jf ^er nicht so fest als die vorige. Die perlfarbene./dassine heißt Ablague oder Perlseide, und/ geringste Sorte oder der Ausschuß Finastrel"r Frize. Legis- oder Legirseide aus Ghi-^ , kommt in 3 Sorten von verschiedener Feinheitfc 1 '- Ardanne und Katwary aus Ghilan, und/°usfette aus Tripolis sind weniger häufig vor-- wntenbe Sorten. — Die asiatische Seide aus der
^ante, Persien rc. wird jetzt in Frankreich, derchweiz und am Rhein häufig verbraucht und machtdj- ^alienischen eine fühlbare Concurrenz; doch wirdletztere zu feinen Stoffen immer vorgezogen. —g jüdische Seide oder gewöhnlich bengalische;_uannt, weil die meiste und beste aus Bengalenu .? m 5, ist zum Theil von vorzüglicher Qualität% c^. rb . großentheils in England verarbeitet,ten.d^udien unterscheidet man sechs Hauptsor-der ^^ouedbunder, die beste, Chestabun-Sawaudbunder, Assorcebunder,nwo^^uuber und Maugbunder; für dena . etl Handel aber haben die Sorten anderewieder^ ^uuni oder Tani ist die feinste, welcheAd/. 6 Sorten zerfällt; etwas geringer ist die^ungia,CabegadeMora oder Cab esse,
>von der man 3 Sorten unterscheidet; dann folgtBaringa de Mora, welche etwa 10% wenigerwerth ist als Cabesse; Tanna Banna und Raya-pour kommen jetzt selten nach Europa. Moutal oder M u ta ist der allgemeine Name für Floretseide.— In Aegypten ist der Seidenbau erst seit 1816eingeführt und liefert ein gutes Produkt, das abermeist nicht sorgfältig behandelt ist und viel Abganggibt. Auch in Nordamerika wird die Seiden-zucht, besonders in den Staaten Massachusetts, Con-necticut, Pennsylvanien und Ohio mit gutem Erfolgbetrieben und die dortige Seide zeichnet sich vorzüg-lich durch blendende Weiße aus. China erzeugtsehr viel Seide, meist von ausgezeichneter Qualität,wovon es bei weitem den größten Theil selbst ver-arbeitet, aber auch noch viel ausführt. Die chinesischeSeide ist auch in Europa wegen ihres Glanzes, ihrerweißen Farbe, ihrer Feinheit und ihres festen Fadenssehr geschätzt und ist zu verschiedenen seinen weißenZeugen kaum zu entbehren. Die meiste und bestewird in den Provinzen Nankin und Tschekiang er-zeugt; die Kantonseide ist gegen 25"/» wohlfeiler, alsdie Nankinseide, die von einer besonderen Gattungdes Seidenwurmes kommt und von der man 3 Sor-ten unterscheidet. Auch eine silbergraue Art aus derProvinz Schangtnng zeichnet sich aus, die äußerstglänzend und sehr weich ist und deren natürlicheFarbe man sorgfältig zu erhalten sucht. Dagegenwissen die Chinesen der gelben Seide ihren Farbe-stoss größtenteils zu entziehen. Die Seide wird inChina keineswegs durch reiche Grundbesitzer in groß-artigen Etablissements gewonnen, sondern durchMillionen Landwirthe, von welchen ein Jeder nurwenigen Morgen Landes sein eigen nennt und mitMaulbeerbäumen bebaut und so der Biene gleich,sein Theil beiträgt, den allgemeinen Borrath zuschwellen und zu vermehren. In der geeignetenJahreszeit sind in den Seidendistrikt Alt und Jung,Groß und Klein emsig bemüht, Seidenwürmer zupflegen und Seide abzuhaspeln. Die großen Kauf-leute in den Haupthandelsplätzen senden zur Zeitder Ernte ihre Agenten nach allen Theilen der Sei-dendistrikte, um diese kleinen Quantitäten (von be-greiflicherweise sehr verschiedenem Werthe) zusammenzu kaufen u. nach gewissen Lagerplätzen abzuführen,wo dieselben nach ihrer Güte sortirt werden. Hier-auf wird die Seide in Ballen zu 80 Katis oder un-gefähr 106 Pfund verpackt und nach ^shanghai zumVerkauf gebracht, wo es wieder in jedem Handels-hause eigene „801 ln-pootortzs" oder „801 Itesters"gibt, welche die Quantität der Seide prüfen unddiese für den europäischen Markt sortiren. — Japan,die hinterindische Halbinsel und mehrere ostindischeInseln erzeugen ebenfalls viel Seide, welche derchinesischen meist an Güte gleichsteht, aber in derRegel nicht nach Europa kommt. — Die zum Nähenund Sticken bestimmte Nähseide besteht aus 3 bis8 doppelten Fäden, welche auf der Zwirnmühle zu-sammengedreht sind; eine feine Art derselben, die zuSpitzenarbeiten bestimmt ist, wird Cuserino ge-nannt. Zur Strickseide, auch gedrehte odercordonnirte Seide genannt, werden zuerst 2,3 oder 4 Fäden und dann 2 solcher gezwirnter Fädenzusammengedreht. Die Nähseide kommt theils ge-färbt, theils ungefärbt aus Italien-, namentlich ausTurin, Mailand, Como, Verona, Neapel rc., wirdaber auch an vielen Orten in Deutschland: in Wien,Berlin, Frankfurt a- M., Nürnberg rc., sowie auchin Tirol, in der Schweiz, in Frankreich rc. verfertigt.