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Zweiter Band.
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Siegellack

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Silber

sonderen Stempel: einen Halbmond, ein Kreuz,erne türkische Inschrift, 3 Thürme rc.

Siegellack ist eine auf verschiedene Art zusam-mengesetzte, gefärbte und in Stangen geformteHarzmischung, deren man sich zum Siegeln bedient.Die feineren Sorten bestehen in der Hauptsache ausSchellack, venetianischem Terpentin und einer mine-ralischen Farbe, dem man auch zuweilen noch Storax,-^astch, Benzoe oder ein anderes wohlriechendes Harzhinzufügt. Zu den mittlen und geringen Sortenwird feine Kreide, Magnesia oder Marienglas, undM den ganz ordinären auch Colophonium, gelbesPech und dgl. zugesetzt. Außer dem rothen Siegel-lack, das am häufigsten gebraucht und mit Zinnobergefärbt wird, verfertigt man auch schwarzes, braunes,blaues, gelbes, grünes und mit kleinen Blättchenvon Gold- oder Silberschaum gemischtes; das ge-ringste, welches Packlack heißt und größtenteilsaus Harz besteht, ist nicht gefärbt und braun vonFarbe. Zum Versiegeln von Flaschen hat man auchordinäre, verschiedentlich gefärbte Sorten, welcheFlaschen lack genannt werden. — Gutes Siegel-lack muß am Lichte leicht schmelzen, ohne Kohle an-zusetzen, doch auch nicht zu leicht fließen, damit esnicht zu früh abtropft; es muß die Eindrücke desPetschafts scharf wiedergeben und fest an dem Pa-ssiere haften. Auch wohlfeile Sorten müssen eigent-lich, wenn auch in etwas geringerem Grade, dieseEigenschaften haben. Siegellackfabriken gibt es fast"l allen größeren und auch in mehreren kleinerenStädten.

Siegwurzel, runde, oder Siegmarswur-zel, Itadix victorialis rotunda, sind dieseinen Zwiebelknollen von Gladiolus palustris,^sier in manchen Gegenden Deutschlands, aber nichtbaufig, auf sumpfigen Wiesen wachsenden Pflanze,^ie hat ohngefähr 'die Größe einer Bohne, ist mitMehreren Schichten bogenartig in einander greifen-de Fasern umgeben und hat einen süßlichen Ge-schmack. Sie wird mit einem Stück Stengel in!kleine Bündel gebunden und noch hin und wiederm den Apotheken geführt, indem sie noch zuweilenbon Landleuten zi^ abergläubischen Zwecken gebrauchtmwd. Auch die Zwiebel der in Gärten gezogenen^adiolus communis wird zuweilen gesammelt;mese hat gegen 2 Zoll im Durchmesser und gerade-laufende Fasern, welche nicht so viel Lagen bilden,als die der kleinen. Lange Siegwurzel ist der^llermannsharnisch (s. d.).

Sienaerde oder Sienaocher, s. Bolus,rother. *

Siget nennt man in Westphalen ein feines Lei-nengarn, das zu Band und Schnürriemen verwen-det wird.

c>.^tgnan heißt ein grüner Marmor mit rothendecken aus den Pyrenäen.

..Signatur oder Signum, s. Marke; daherIsgniren, mit einem Zeichen versehen, undMgnirt, bezeichnet. — Signatur wird auch zu-'ellen für Unterschrift gesagt.

. Stlber, Ar gen t um, das allgemein bekannteMetall von weißer Farbe, das überall in großerzu den meisten Münzen, zu allerhand Ge-^thschafteu, zu Beschlägen und Verzierungen, zuancheu feinen Instrumenten, zum Versilbern rc.^/^aucht wird. Es findet sich, wenn auch nicht soal« die geringeren Metalle, doch viel häufiger* das Gold in der Erde, theils gediegen, jedoch nie

ganz rein in kleineren oder größeren Massen, bis zumehreren hundert Pfund an Gewicht, oder bäum-,draht-, haar-, moosförmig, traubig, blätterig rc.,auch zuweilen mit Gold, Kupfer, Spießglanz, Queck-silber, Arsen, Schwefel, Chlor, Jod, Selen rc. ver-mischt, theils vererzt, als Silberglanz (Glanzerz,GlaSerz oder Weichgewächs), Rothgültigerz (Silber-blende), Schwarzgültigerz (Sprödglaserz oder Po-lybasir), Weiß- und Graugültigerz, Spießglanzsil-ber, Silberhornerz rc., auch häufig mit anderenMetallen, namentlich Blei und Kupfer, und mitSchwefel, Selen, Chlor rc. verbunden. Das gedie-gene Silber hat eine mattweiße Farbe und ist auchzuweilen gelblich, bräunlich oder schwärzlich ange-laufen; es hat einen hackigen Bruch und wird durchden Strich glänzender. Sein spec. Gew. beträgt10,50—10,5«. — Das Silber ist weicher als Kupfer,härter als Gold, nach diesem am meisten dehnbar,übertrifft es aber an Zähigkeit; es läßt sich zu einemBlättchen von Vioooo Zoll Dicke auswalzen und auseinem Gran kann man einen Faden von mehr als400 Fuß Länge ziehen; ein Draht von 1 / 3 LinieDurchmesser trägt ein Gewicht von 20 Pfd. undselbst darüber, ohne zu zerreißen; das feine Blatt-silber aber hat nur Vimsoo Wiener Zoll Dicke. —Durch Schwefelwasserstoff, Phosphor und Phos-phorwasserstoff läuft es schwarz an; durch Schwefel-säure, welche mit chromsaurem Kali gemischt ist, ent-steht auf dem echten Silber ein rother Fleck; nichtauf unechtem. Man kann damit die Versilberungenprüfen. Das Silber ist leichter schmelzbar alsKupfer und Gold, ist in Pflanzensäuren unlöslich,auch in Salzsäure und in Königswasser, dagegenleicht in Salpeter - und in heißer concentrirterSchwefelsäure; in der Brennspiegelhitze kocht es undverflüchtigt sich, indem es sich auf einer kalten Me-tallplatte als ein weißer Staub niederschlägt. Einin Salpetersäure aufgelöstes Silber, das durchKupfer niedergeschlagen ist, wird Schmalzstlber ge-nannt und zum Versilbern verschiedener Gegen-stände gebraucht. Das in den Silberhütten durchAbtreiben oder durch Amalgamation gewonueuereine Silber wird Äapellensilber, auch Pro-beblick oder Blicksilber genannt; es ist jedochnur selten vollkommen rein, sondern enthält in derRegel etwas Gold. Chemisch rein gewinnt man esdurch Galvanismus aus Chlorsilber. Indessen wirddas reine Silber nur zum Versilbern von Kupfer undMessing, zu Draht und Lahn, zu Blattsilber und zuchemischen Geräthschaften verwendet; außerdem wirdes stets mit Kupfer versetzt, wodurch es härter wirdund sich leichter poliren läßt, aber seine Geschmeidig-keit behält, doch bekommt es einen um so deutlicherenröthlichen Schein, je stärker der Kupferzusatz ist.Die Größe desselben wird in mehreren Ländern da-durch bezeichnet, daß man angibt, wie viel Loth rei-nes oder feines Silber in der Mark von 16 Loth desgemischten oder legirteu Silbers enthalten ist (f.Fein); ganz feines Silber heißt daher 16löthig,sind in der Mark 12 Loth desselben und 4 LothKupfer enthalten, so heißt es 12löthig rc. InDeutschland wird nach den Bestimmungen des Wie-ner Münzvertrages jetzt fast überall der Feingehaltin Tausendtheilen ausgedrückt und es sollen dieVereinsmünzen im Mischungsverhältniß von 900Tausendtheilen Silber oder Gold und 100 Tausend-theilen Kupfer ausgeprägt werden. In den meistenLändern bestehen gesetzliche Vorschriften darüber,welchen Feingehalt das zu Geräthschaften verarbei-

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