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Zweiter Band.
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Silberoxyd

tete Silber haben muß und jedes Stück muß dahermit einem besonderen, von dem Lande oder derStadt angenommenen Stempel bezeichnet sein, demauch zuweilen eine den Feingehalt angebende Zahlbeigefügt ist. Um den Feingehalt des Silbers zuprüfen, bedient man sich meist der Strichprobe mitProbirnadeln, wobei man so verfährt, wie schon indem Artikel Gold angegeben ist. Genauer ist jedochdie Schmelzprobe, wobei man Silber mit Blei zu-sammenschmilzt und dann durch verstärkte Hitze dasletztere und zugleich das im Silber enthaltene Kupferverflüchtigt; der Gewichtsverlust, den das Silber da-bei erlitten hat, zeigt die Quantität des darin ent-halten gewesenen Kupfers an. Zu ganz genauenUntersuchungen bedient man sich jedoch der nassenProbe, indem man das Silber in «Salpetersäureauflöst und dann mit Kochsalz fällt, wobei sich nurdas reine Silber abscheidet. Das unverarbeiteteSilber wird in B a r r e n oder in Planchen (s. bei-des) gegossen, auf denen gewöhnlich vermittelst einesStempels der Feingehalt angegeben ist, und so bildetes besonders auf den großen Handelspätzen einenbedeutenden Handelsartikel. Das meiste kommt ausMexiko, welches überhaupt das silberreichste Landder Erde ist. In Californien ist die Silberproductionin stetigem Aufschwünge begriffen und wird noch er-höht durch die Beilegung der Streitigkeiten, welchedie Entwickelung der neuen Quecksilberminen vonAlmadan so lange unterbrochen halten. Eine aus-gedehnte silberbergende Gegend ist ferner in der Ar-gentinischen Republik am Fuße der Anden in derProvinz St. Juan entdeckt worden, und es gebenamtliche Nachweise die Fläche, auf der Silberlagergefunden wurden, bereits auf 4000 (englische) Ge-viertmeilen an. Auch bei St. Arnaud in der ColonieVictoria hat eine Gesellschaft mit der Ausbeutungvon Silberadern begonnen; überhaupt mehren sichdie Anzeichen, daß die Production dieses Metallsmit der in neuerer Zeit so rasch gestiegenen Gold-production bald gleichen Schritt halten wird. InEuropa wird das meiste Silber in Ungarn. Sieben-bürgen, Böhmen, Sachsen, Preußen, Hannoverund Braunscbweig (auf dem Harz) gewonnen. DerGesammtwerth des in Europa befindlichen Silbersin Barren und Münzen wird auf 200 Mill. Psd.Sterling geschätzt. Das Silber oxydirt nicht; nurauf künstlichem Wege läßt es sich mit Sauerstoff ver-binden und zu Oxyd machen, leichter noch nnt Ozon;außerdem geht es Verbindungen ein mit Chlor,Brom, Jod, Phosphor, Schwefel, Selen, Cyan,Rhodan, Fluor, Kohlenstoff. Mit Metallen läßt essich leicht zusammenschmelzen und gibt dann dieSilberlegirungen. Am meisten wird dazu Kupfergenommen; doch auch Nickel, Aluminium, Gold u. a.— In der Chemie wird das Silber namentlich zurBereitung mehrerer Oxyde verwendet, von denenauch einige im Handel vorkommen, die wir nachfol-gend unter Silberoxyd aufführen.

Silberätzstein, s. H ö l l e n st e i n.

Silberchlorid, Chlorsilber, Argentum mu-riaticum chloratum, wird dargestellt, indem einSilberoxydsalz durch Salzsäure oder Kochsalz nieder-geschlagen wird. Es ist eine weiße, käseartige, schwereMasse von 5, 45 spec. Gew., ohne Geschmack, unlös- >lich in kaltem, wenig löslich in heißem Wasser, leichtlöslich in Ammoniak. Am Lichte wird es violett,zuletzt schwarz. Man gebraucht es in der Medizin,,zum Färben von Perlmutter und zur Darstellungvon reinem Silber. Das Silberchlorür ist eine

braune Masse, die beim Trocknen schwarz wird, ausreinem Silberoxydul mittelst Salzsäure dargestellt.

Silberdorsch, Weißling oder Merlan, Ga-dus Merlanus, ein in der Ost- und Nordsee,im atlantischen Meere rc. lebender, gegen 2 Fußlanger Fisch von silberweißer, aus dem Rücken oliven-grüner Farbe, der ein wohlschmeckendes, leichtver-dauliches Fleisch hat und daher auch eingesalzen undgeräuchert versendet wird.

Silberdraht, s. Draht.

Silbergaze wird die Glanzgaze (s. d.) zu--l weilen genannt.

! Silhergespinnst nennt man Fäden von offenerj Seide, welche mit feinem Silberlahn umwickelt sindl und aus welchen Tressen u. dgl. verfertigt werden.

! Silberglätte , s. B l e i g l ä t t e.

! Silbergroschen, Scheidemünze in Preußen! (s. d.) und mehreren kleinen norddeutschen Ländern.I Silberhan/, s. Flachshanf.

Silberzodür, Jodsilber, Argentum jodatum,: dargestellt durch doppelte Zersetzung von Jodkaliumund Silbersalpeter, ein gelblich weißes, schweres! Pulver, das unlöslich ist, gleichfalls Arzneimittel! und hauptsächlich in der Photographie gebraucht,j Silberkali, salpetersaures, Argentumnitri-; cum et Kali nitricum, wird bereitet durch Mengen; und Schmelzen beider. Es wird dann wie der! Höllenstein zu Stiften ausgegossen und zum AetzenI benutzt. Es verändert sich wenig an der Lust und1 ist milder als Höllenstein.

Silberlahn ist geplätteter Silberdraht, der zurj Sßexfertigung von Silbergespinnst, Krepinen, Sil-«berspitzen, zu Stickereien, zum Weben in reiche! Stoffe rc. benutzt wird. Man hat davon ächten undi unächten. (S. auch Lahn.)

! Silberlöwe, s. Löwenthaler,i Silberoxyd, Argentum oxydatum fuscum, wirdbereitet durch Zersetzung deö Silbersalpeters in! Kalilauge oder Kalkwasser. Ist das Präparat rein,

\ so hat es eine bräunlichgrüne, olivenbraune Farbe?unrein ist es grau; leicht durch Luft und Licht zer-setzt, in Wasser etwas löslich. Es findet in derMedizin Anwendung. Mit Säuren entstehen darausdie silberoxydsauren Salze.

Silberoxyd, cyansaures, Cyansilber,Blaustoffsilber, Argentum eyauieum, Arg-hydroeyanicum, cyanogenatum, Cyanidum, Cyanu-retum argenti, wird dargestellt durch Fällung desSilbersalpeters mit Blausäure, ist weiß, geschmack-los, unlöslich in kaltem, wenig löslich m heißemWasser, leicht in Amonniak und wird als Arznei-mittel benutzt.

Silberoxyd, essigsaures, Argentum aceti'cum purum, wird durch Auflösen des kohlensaurenSilberoxyds in Essigsäure und Abdampfen, oderdurch Niederschlagen von salpetersaurem Silberoxyomit essigsaurem Kali bereitet und bildet weiße, ps^mutterglänzende Nadeln von scharfem, metallisch^Geschmack; es löst sich schwer in Wasser auf,giftig und wird durch das Licht geschwärzt. Manbraucht es nur in der Chemie und Photographie.

Silberoxyd, kohlensaures, Argentum ß ar;fonicum , ist ein blaßgelbes Pnlver, welches dnrcyLicht zersetzt und grau wird. Es wird aus salpete -saurem Silber und kohlensaurem Kali bereitet unfindet bei der Photographie ausgedehnte AnwendungMan muß es sorgfältig bei der Aufbewahrung vodein Lichte schützen. ,

Silberoxyd, milch säur es, Argentum Ia