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Zweiter Band.
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Spanien

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Spanien

und Ardila; der Guadalquivir mit dem Gua-dalimar, der Guadiana menor und dem Lenil;außerdem eine Anzahl Küstenflüsse, von denen derGuadalaviar oder Turia, der Lucar und dieSegura die größten sind. Seen und Sümpfesind von keiner Bedeutung, an der Ostküste aber gibtes zahlreiche Lagunen. Die spanische Küste besitztverschiedene vortreffliche Häfen, namentlich die vonCadix, Ferrol, Bigo, Algesiras, Carthagena, Mala-ga, Barcelona und Rosas. Das Klima ist nach dergrößeren oder geringeren Erhebung des Bodens sehrverschieden ; in den südlichsten Küstenstrichen afri-kanische Wärme, auf den dürren, waldlosen Hoch-ebenen , denen es oft Monate lang (in Estremadurawohl 7—9 Mon. lang) an Regen fehlt, sehr heißeSommer und im Winter oft Frost; dagegen herrschtan der Ostküste fast steter Frühling, auf den Gebir-gen aber ist das Klima ziemlich rauh. — Feldbau istnoch entschieden der Hauptproductionszweig derSpanier. Das Land erzeugt viele werthvolle Pro-dukte, welche zum Theil wichtige Ausfuhrartikel bil-den. Wein wird überall gebaut und ist im Südenvon vorzüglicher Güte, wo auch viel Rosinen aus-geführt werden. Noch im Jahre 1841 wurden nurfür I 81/2 Mill. Franken Weine exportirt, während1860 die Ausfuhr einen Werth von 54 Mill. Fran-ken überstieg. Sodann sind als wichtig anzuführen:Olivenöl, Mandeln, Orangen, Feigen, Granaten,Kapern, Korkeichen und Eichen mit eßbarer Frucht,Weizen, Reis, Mais, Gerste, Zwiebeln, Flachs,Hanf, Waid, Krapp, Safran, Espartogras, undim Süden auch Zuckerrohr, Baumwolle, Datteln,Johannisbrod, Aloe, am mittelländischen Meere vielSalzpflanzen, aus denen Soda bereitet wird. DieViehzucht liefert vortreffliche Pferde, viel Esel, Maul-thiere und Ziegen, und ausgezeichnete Schafe mitvortrefflicher Wolle; die berühmten Merinos sindjedoch sehr ausgeartet, so daß man, um die Schaf-zucht wieder zu verbessern, sogar ächte Merinos hataus Sachsen kommen lassen. Wild gibt es wenig,aber viel Wölfe in den Gebirgen, auch'Bären, Gem-sen, wilde Katzen, Genettkatzen, Marder, Luchse,Affen bei Gibraltar und bei Cadix Chamäleons; dieSeefischerei ist bedeutend, besonders auf Thunfischeund Sardellen; Seide wird viel gezogen, auch Bie-nen und in einigen südlichen Gegenden Cochenille,und es gibt spanische Fliegen, Kermcs, Skorpione rc.Spanien besitzt reiche Mineralschätze, die aber nochnicht hinreichend ausgebeutet werden, theils weil esim Innern noch sehr an guten Straßen fehlt, theilsin Folge der fehlerhaften Bergwerksverfassung, dennes werden an einen Unternehmer oder an eineActien-gesellschaft nur immer sehr kleine Grubenfelder ver-liehen. Doch ist in der neueren Zeit auch in dieserBeziehung sowohl von der Regierung als von Pri-vatpersonen viel Gutes geschehen. Namentlich istder Silberbergbau wieder sehr emporgebracht wor-den , besonders seit man in Granada und Murciareiche Erze entdeckt hat. Platina findet man hinund wieder in den Silbergruben. Sehr wichtig istdas Quecksilber, von dem Spanien bei Almaden inder Mancha die reichsten Gruben in Europa besitzt,auch hat man in der nämlichen Gegend neue undsehr ergiebige Adern bei Alcarina und im Thal vonAzoques entdeckt. Ferner gibt es viel Blei, Eisen,Kupfer, Kobalt, Steinkohlen, von denen erst inneuerer Zeit mehrere bedeutende Lager aufgefundenworden sind; viel Stein-, Quell- u. Seesalz, Alaun,Vitriol, Salpeter, Marmor, Alabaster re. Im

Ganzen sind gegenwärtig beim Bergbau 32,000Arbeiter und 52 Dampfmaschinen, beim Hütten-wesen 11,000 Arbeiter und 138 Dampfmaschinen inThätigkeit. — Der schlimmste Feind aller Kultur-fortschritte in Spanien war die Abgeschlossenheit dereinzelnen Provinzen von einander, der gänzlicheMangel an Verbindungswegen zwischen den mehroder weniger mit Handel und Gewerbe beschäftigtenKüstengegenden und dem ausschließlich ackerbauendenBinnenlande. Diesem Uebelstande konnte nur durchdie möglichst schleunige Ausführung eines über alleTheile des Landes sich erstreckenden Eisenbahnnetzesin wirksamer Weise begegnet werden. Daß mandiese Aufgabe mit Eifer in Angriff genommen hat,zeigt die Ausdehnung der fertigen Eisenbahnstreckenin den letzten Jahren. Im Jahre 1848 besaß Spa-nien nicht mehr als 29 Kilometer Eisenbahnen(Barcelona-Mataro); bis 1862 hatte es 2600 Kilom.und 1864 3076 Kilom. und mit den projectirtenBahnen wird es bis 1867 4076 Kilom. (548 Mei-len) Schienenstraßen haben. Bis zum Jahre 1864waren folgende Linien im Betrieb: 1) Madrid-Alicante, mit den Zweigbahnen: Caudete-Valen-cia; Alcazar-Ciudad Real; Toledo-Aranjuez; 2) M a-drid - Saragossa - Barcelona - Mataro - Gerona;3) Barcelona -Mariorell; 4) Alagon-Mi-randa-Bilbao; Alfaro-Pamplona; 5) Jrun-S. Sebastian-Vittoria-Miranda -Madrid; 6 ) dieNordbahn: S a n t a n d c r -Reinosa-Valladolid-M a -drid mit der Flügelbahn Palencia-Leon; 7) Cor-doba-Sevilla-Cadix; 8 ) Montblanch-Reus-Tarragona; die Anschlüsse: Gerona bis PortVendres und Jrun bis S. Jean de Luz an derfranzösischen Grenze sind im'Bau; ebenso: Pamplonanach Olazagoitia zur Bahn Nr. 5; 9) Gijon-S a m a; 10) M n r c i a - C a r t h a g e n a. 7 -So bedeutend auch die Flüsse Spaniens sind, so istdoch eigentlich nur der Ebro und der Guadalquivirschiffbar, denn auf den übrigen wird die Schifffahrtdurch Wafferfälle, Felsen, Stromschnellen und seichteStellen verhindert und von den kleineren Gewässerntrocknen mehrere im Sommer ganz aus. Auchistnur wenig gethan, um diesem Mangel durch Kanäleabzuhelfen, denn Spanien besitzt nur den längs desEbro zwischen Tudela und Saragossa schon vonKarl V. angelegten Kaiserkanal zur Vermeidung derSchifffahrt auf dem Flusse selbst; 6 weitere Kanälesind zwar begonnen, aber noch nicht vollendet. DreIndustrie Spaniens hat in der neueren Zeit einenbedeutenden Aufschwung genommen und ist seitdemin stetem Fortschreiten begriffen. Dies hat besondersdie im I. 1850 stattgefundene große Industrieaus-stellung in Madrid dargethan, welche alle fünf Jahsewiederholt werden soll. Vorzüglich in der Verferti-gung von Leinen- und Haufgeweben, von Tüchernaus Landwolle, noch mehr aber in der Seidenwaa°-renfabrikation hat das Land bedeutende Fortschrittegemacht. Auch die großen Schmelzwerke stattenausgezeichnete Erzeugnisse ausgestellt u. die Probender außerordentlich reichen und in Fülle vorhande-nen Mineralien in der ganzen Halbinsel lassen ernegroße Zukunft für alle Zweige der metallurgischeIndustrie hoffen. Ueberhaupt hat es allen Anschein,daß Spanien in den nächsten Jahrhunderten rn in-dustrieller u. agricoler Beziehung das werden wtt ,was es im 15. und 16. Jahrh, im Kriege war. *>Nation hat den Zauberschlaf, der auf ihr lastete, a 'geworfen, sie sängt an, ihre Kräfte zu prüfen. ^der neueren Zeit sind industrielle Gesellschaft? ,