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Zweiter Band.
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Spanien

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Spanien

Mallarca oder die balearischen Inseln,das Königreich Navarra und die baskischenProvinzen.

Neucastillen bildet sowohl durch seine Lage,als weil es die Hauptstadt enthält, das Centrum desLandes und ist wenigstens in dieser Beziehung diewichtigste Provinz, obgleich es in Bezug auf Frucht-barkeit, Produkteureichthum und Naturschöuheit aufdiesen Namen keinen Anspruch machen kann. Esist eine dürre, fast baumlose Hochebene, auf der imSommer drückende Hitze und im Winter rauhesKlima herrscht. Sie enthält niedrere Gebirge, vondenen aber nur wenige bewaldet sind und an denender Tajo, die Guadiana, der Lucar und viele kleine,im Sommer meist versiegende Nebenflüsse derselbenentspringen. Die wichtigsten Produkte sind Oel,Wein, Feigen, Mandeln, Kastanien, Sumach, Saf-ran, Espartogras, Soda, Salpeter, Steinkohlen,Eisen, Quecksilber, Spießglanz, Gips, Schafe, Zie-gen und Esel (überhaupt starke Viehzucht), vielWölfe, sonst aber wenig Wild. Die Industrie istnicht ausgezeichnet, doch haben außer der Hauptstadtnoch einige Städte Fabriken, auch wird viel Seiden-weberei getrieben und besonders ist der Bergbau unddie Bearbeitung der Metalle von Wichtigkeit. — Diebedeutendsten Städte sind: Madrid (s. d.). —% o leb o am Tajo, mit 16,000 Einw., Fabriken vonSeidenwaaren und in der Nähe eine große berühmtekönigl. Fabrik der „Toledoklingen." Die Stadtführt berühmten Marziban nach Frankreich, Englandund Amerika aus. — Talavera de la Reynaam Tajo, mit 8000 Einw. und bedeutenden Seiben-fabriken. — Ocana, 12,000 Einw. mit Seiden-fabriken und einem Steinsalzwerke in der Nähe. —Guadalaxara am Henares, 14,000 Einw., hatwichtige Tuchfabriken.— Al maden, 10,000 E.,mit den berühmten Quecksilbergruben, welche 5000Arbeiter beschäftigen und jährlich 22,000 Centnerliefern.

Altcastilien liegt nördlich vom vorigen understreckt sich bis an den biscayischen Meerbusen. Esist ebenfalls größtentheils dürre Hochebene, welchedurch das biscayisch-asturische Gebirge von demnördlichen Küstenlande geschieden wird. Der Ebround der Duro nebst mehreren Nebenflüssen und klei-nen Küstenflüssen im Norden haben hier ihre Quel-len; am rechten Ufer des ersteren sind die fruchtbar-sten Landstriche. Das Land erzeugt Wein, Flachs,Hanf, Krapp, Johannisbrod, spanischen Pfeffer,Potasche rc.; es wird bedeutende Schafzucht, etwasSeidenbau und starke Fischerei getrieben und derBergbau liefert Silber, Blei, Eisen und Stein-kohlen. Die Industrie ist nicht erheblich. Die be-deutendsten Städte sind: Burgos, 24,000 Einw.,mit berühmtem, gothischem Dom, Papierfabrikation,bedeutendem Wollhandel. — Santander (s. d.).— Soria am Duero, mit 7000 Einw. und starkemWollhandel. — Segovia am Eresmo, 12,000Einw., mit vielen Tuchfabriken. — Avila amAdaja, 12.000 Einw. Schloß La Granja mitgroßer königlicher Spiegelfabrik.

Leon, zwischen Galicien, Asturien, Altcastilien,Estremadura und Portugal, ist eine Fortsetzung dercastilischen Hochebene, im Norden und Süden vonzwei Hauptbergketten eingeschlossen, in der Mittedürre, baumlose Ebenen. Hauptfluß ist der Duero,welcher mehrere nicht unbedeutende Nebenflüsse auf-nimmt und auf einer bedeutenden Strecke die Grenzegegen Portugal bildet. Die Provinz ist eine der

ärmsten Spaniens, indessen wird Getreide, Wein,Hanf, Krapp, in den südlichen Ebenen auch Oel,Feigen und Mandeln erbaut; man sammelt Jo-hannisbrod, Sumach, Isländisch Moos und treibtstarke Viehzucht, auch etwas Bergbau auf Eisen.—Städte Balladolid an der Pisuerga, 42,000Einw., hat Fabriken, eine große Herbstmesse undeine der ältesten und berühmtesten Universitäten. —Leon an der Esla, 10,000 Einw., mit prachtvollemDom, ist Mittelpunkt des in neuerer Zeit sehr ge-sunkenen Leinwaudhandel. — Palencia am Ca-non und dem castilischen Kanal, 9500 Einw. —Medina del Rio secco, mit 4800 Einw. undMessen, die früher sehr berühmt waren. — Sala-manca am Tormes, 14,000 Einw., mit altbe-rühmter Universität. — Bejar mit 5000 Einw.und Tuchfabriken. — Ciudad Rodrigo, 11,000Einw,., Grenzfestung gegen Portugal.

Asturien, Fürstenthum, im Norden des Landesam biscayischen Meere gelegen, 137 Meilen mit460,000 Einw., meist aus Gebirgen bestehend, dienur ein schmales Küstenland übrig lassen, aberfruchtbare Thäler haben, in denen fleißig Getreidegebaut wird und deren Klima, sowie das der Küste,selbst im Winter mild ist. Es gibt nur einige Küsten-flüsse, wie der Nalon, Canero, Navia rc. Die Pro-dukte sind: Getreide, namentlich Mais, aber nichthinreichend, etwas Wein, Obst, Zider, Orangen,besonders viel Kastanien, Schiffbauholz aus dengroßen Gebirgswäldern, Orseille, Rindvieh, Schweineund vortreffliche Pferde, viel Wild, Fische, Kupfer,Spießglanz, Steinkohlen (die bedeutendsten GrubenSpaniens), Blei, znm Theil silberhaltig, doch nichtgehörig ausgebeutet, Bernstein rc. Die Provinz be-sitzt große Steuerfreiheit; die Einwohner sind sehrthätig, der Handel ist aber nicht von Bedeutung.Hauptstadt Oviedo, unweit des Nalon, 10,000Einw,, Universität, große Kohlenlager, Glasfabri-kation, Steinölbereitung. — Ferner: Gijon,Hafenstadt, mit 3000 Einw., Ziderbereitung undGagatschleifereien in der Nähe, und noch mehrerekleinere Hafenstädte.

Galicien, den nordwestlichsten Theil des Lan-des bildend, im Norden und Westen vom atlan-tischen Meere umgeben, südlich an Portugal, östlichan die Provinzen Asturien und Leon grenzend;Größe 750 sl) Meilen mit 2 Mill. Einw. Dasasturische Gebirge verbreitet sich über die ganzeProvinz, bildet die Sierra Segunduro, Sierra deMamed u. a., und endigt in den Vorgebirgen Orte-gal, der nördlichsten, und Finisterre, der westlich-sten Spitze von Spanien. Die Küste bildet zahlreicheBuchten und Meerbusen. Der Hauptfluß ist derM i n h o, welcher im Norden entspringt, gegen Süd-osten stießt und zuletzt die Grenze gegen Portugalbildet. Nebenflüsse desselben sind der Sil, Cadre,Ferreyra u. a.; außerdem die Küstenflüffe Ulla,Mandro, Eo rc. Das Klima ist rauher als in irgendeinem anderen Theile Spaniens, an der Küste jedochmild. Das Land hat große Waldungen; es wn'vviel Obst, Hanf, ausgezeichneter Flachs, der aberfür die Weberei des Landes nicht ausreicht, Wein be-sonders an den Küsten, Getreide, aber nicht hm-länglich, erbaut; auch wird bedeutende Vieh- unBienenzucht getrieben. Die Gebirge enthalten Me-talle, Steinkohlen, Marmor rc., die aber nicht aus-gebeutet werden. Die Einwohner, Galleg os ge-nannt, sind sehr arbeitsam und treiben besonverbedeutende Leinenweberei und Gerberei; viele vo