Band 
Zweiter Band.
Seite
575
JPEG-Download
 

Spanien

575

Spanien

ihnen wandern zur Arbeit nach anderen Provinzenaus. Auch Glas, Papier und Cremortartari werdenverfertigt. Die Weine von der nördlichen Küste sindleicht und säuerlich, die von der westlichen dagegengeistreich und von angenehmem Geschmack. DieFischerei ist bedeutend und ebenso der Handel, derdurch gute Häfen begünstigt ist, und besonders vonder Hauptstadt Coruna (s. d.) aus, welche auchDampfschifffahrt nach England und Cnba hat, leb-haft betrieben wird. — Santiago de Com-postella, 27,000 Einw., WaÜfahrtsort mitUniversität, einer Bank, Spitzenfabriken, vielenGerbereien, Verfertigung von Silbersachen, leb-hafter Handel mit Leinwand, Seide, Garn undLederwaaren. In der Nähe sind Papierfabriken. —Der nächst Coruna wichtigste Hafen Galiciens ist dervon Bigo, an einer Meeresbucht der Westküste ge-legen, mit 7000 Einw., großen Quarantaine-An-stalten und Lazarethen, sowie lebhaftem Seehandel.Im Jahre 1862 kamen 1326 Schiffe mit 236,097Tonnen an; die Einfuhr betrug 23,429,157 Realen,die Ausfuhr 4,672,030 Realen. Die Vorstadt istvon catalonischen Schiffen bewohnt, welche hier denSardinen- und Thnnfischhandel im Großen be-treiben.

Estremadura grenzt westlich an Portugal,nördlich an Leon, östlich an Alt- und Neucastilienund südlich an Andalusien; Größe 675 Meilenmit 750,000 Einw. Es ist eine Fortsetzung dercastilischen Hochebene, die sich aber hier nach Westensenkt ; es hat daher im Winter milderes Klima alsEastilien, im Sommer ist es sehr heiß, oft regenlos,aber mit kalten Nächten. Es wird vom Tajo undvom Guadiana, beide mit mehreren Nebenflüssen,durchströmt. Der Boden ist meist dürr und unfrucht-bar; die kleinen Flüsse trocknen im Sommer aus,die großen Ebenen sind sandig und wie die meistenGebirge baumlos. Einige Thäler sind jedoch sehrfruchtbar, aber mir mangelhaft angebaut. Die Ein-wohner treiben nur wenig Acker- und Gemüsebauund sind daher arm; bedeutender ist die Viehzucht,besonders die Schaf- und Schweinezucht, und manverfertigt gute Würste und Schinken; auch Honigund Wein wird gewonnen, der letztere aber meistsu,Branntwein verwandelt. Die Gebirge enthaltenSilber und Blei, doch wird der Bergbau nurschwach betrieben; auch Platina findet sich; Salzsihlt. Die Industrie ist gering und beschäftigt sichuur in den Städten mit der Bearbeitung von Wolle,>>eide, Hanf. Leder rc.— DieHauptstadt ist Bada-1° ö- Festung, an der Guadiana, mit 22.000 Einw.,Hut-, Seifen-, Leder- und Fayencefabriken. —■® st8 Portugiesische Estremadura ist westlich vomAtlantischen Meere, übrigens von den Provinzen Beiraund Alentcjo eingeschlossen, enthält 341 1/2 ^Meilen^ud 800,000 Einw. (S. Portugal.).

Andalusien (die 3 Königreiche Sevilla, Cor-bova und Jaen), südlich von Neucastilien und Estre-madura, umfaßt das Gebiet des Quadalquivir, undm eine der fruchtbarsten und produktenreichsten Pro-mnzen des Landes, dennoch aber zum Theil wüstund mit armen Einwohnern. Der östliche Theil istUoch völliges Hoch - und Gebirgsland, weiter west-mh aber ist es fast überall sehr fruchtbar und dieKornkammer Spaniens, jedoch noch nicht überallzugebaut. Die Bewohner treiben wichtige Viehzucht!besonders Pferde), Seiden -, Wein - und Oelbau, j^ „außerdem wird Getreide, Hanf, Flachs, Baum-!wolle, Sumach, Agaven, Caccus, Zwerg- und :

Dattelpalmen, Zuckerrdhr rc. erbaut, und es wirdÄermes-, Cochenille- und Bienenzucht getrieben.Der Bergbau liefert Gold, Silber, Kupfer, Blei,Zink; namentlich liefern die reichen Minen in derSierra de Almagrera jährlich allein 3—400.000 Mk.Silber, und außerdem Blei und Zink; ferner Mar-mor, Schmirgel, Schwefel, Salpeter, Steinkohlen rc.und es wird viel Seesalz gewonnen. — Städte:Sevilla (s. d.). — Huelva und Ayamonte,Hafenstädte mit 8000 und 6000 Einw. und starkemSardellenfang; ersterer Platz führt hauptsächlichOrangen aus. — Serez de la Frontera, unweitdes Guadalete, 40,000 Einw., mit wichtigem Wein-und Oelbau. — Cadix (s. d.). — Puerto deSantaMaria, an der Mündung der Guadaleta,Cadix gegenüber, 20,000 Einw., Seifen - und Hut-fabriken, Gerbereien, Ausfuhrhafen des Serez-weines, mit ungeheueren Weinniederlagen.— Rota.Hafenstadt mit 6000 Einw. und Weinbau. —Gibraltar (s. d.), Besitzung der Engländer. —Ecija am Senil, mit 35,000 Einw. und starkemBaumwollenbau. — Ossuna, 15,000 Einw. —Sau Lucar de Barrameda am Guadalquivir,17,000 Einw., gleichsam der Hafen von Sevilla, hatWein-, Oel- und Salzhaudel. — Cordo va amGuadalquivir, 38,000 Einw., mit prachtvoller, vonden Mauren erbauter Kathedralkirche, hat Fabrikenvon Metallarbeiten, Seife, Tuch, Leinwand rc.;

f lachsspinnereicn, bedeutende Pferdemärkte. —aen, 20,000 Einw. — Andujar am Guadal-quivir, in einer wein - und ölreichen Ebene, 20,000Einw., u. a.

Granada oder Grenada, auch Oberan-dalusien genannt, südöstlichste Provinz Spaniens,nördlich, östlich und westlich an Andalusien, südlichan das mittelländische Meer grenzend, 452 HjMeilen,1,230,000 Einw. Das ganze Land ist gebirgig undenthält unter anderen die Sierra Nevada, derenhöchste Spitzen (bis 11,100 Fuß) mit Schnee bedecktsind, und die Alpujarras (bis 6800 Fuß) rc.Das Gebirge fällt an manchen Stellen steil insMeer ab und bildet eine völlig öde Küste, welche nurvon den fruchtbaren Thälern der Flußmündungenunterbrochen wird; im Westen haben die Berge einensanfteren Fall. An den Küsten, welche viele Vor-gebirge und Buchten bilden, herrscht eine afrikanischeHitze, auf den Bergen ist das Klima gemäßigt. DieThäler sind durch zahlreiche Flüsse, den Senil,Guadix, Almeria, Almanzor, Guadiaro, Guadal-medino rc. reich bewässert und haben eine üppigeVegetation, und auch die Gebirge sind, obgleich un-bewaldet, doch nicht so dürr wie die von Castilien.Die Einwohner treiben den besten Ackerbau inSpanien; außerdem erzeugt das Land vortrefflichenWein, Rosinen, Südfrüchte, eßbare Eicheln, Zucker-rohr, Aloe (wird zu Umzäunungen benutzt), Sumach,Korkholz, Baumwolle rc. Das Thierreich liefert be-sonders Seide, Schweine und Esel; das Mineral-reich viel Blei, besonders in dem Gebirge vonGabor, welches über 500,000 Ctr. liefert, wenigSilber, Ouecksilber und Eisen, doch wird jetzt derBergbau thätiger betrieben als früher; ferner Mar-mor, Alabaster, Reißblei, Soda, Seesalz rc. DieIndustrie beschäftigt sich außerdem besonders mitBearbeitung der Seide und Baumwolle, und diezahlreichen und werthvollen Handelsprodukte er-zeugen einen lebhaften Handelsverkehr.— Außer derHauptstadt Granada am Senil und Darro, mit100,000 Einw., Universität, unbedeutendem Handel