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Stahlfedern
Stahl
solche Klingen, aber häufig Gewehrläufe fabrizirt,die auf verschiedene Art damascirt und dem Zer-springen bei weitem weniger unterworfen sind. InSolingen, Mailand und anderen Orten werden sienachgeahmt; doch haben die abendländischen Waffendie Güte der orientalischen noch nicht erreicht (s.Waffen). — In Deutschland wird in mehrerenGegenden Stahl verfertigt und zwar meist Schmelz-stahl und nur an einigen Orten auch Cementstahl.Den meisten und besten Stahl liefern Steiermarkund Kärnthen, und die preußische Rheinprovinz undWestphalen. Die steiermärkischen Stahlhütteuwerke,deren Besitzer in einem gesellschaftlichen Verbändeunter dem Namen der Junerberger Hanptgewerk-schaft zu Eisenerz stehen, verdanken ihren aus-gebreiteten Ruf theils dem großen Reichthum anvorzüglichem Raseueisenstein, theils der besonderenSorgfalt bei der Sortirung und Bearbeitung desRoh - und Gärbstahls. Der Rohstahl wird daselbstin 3 Gattungen sortirt , nämlich: Zwittereisen,ein stahlartiges Stabeisen, das zu Wagenreifen u.dgl. verarbeitet wird; Mock- oder Sensenstahl,ein zäher, eiserner Stahl, welcher theils zu ordi-nären Schneidewaaren, wie Sensen, Sicheln rc.verarbeitet, theils versendet wird, und Rohstahl,wozu die besten und reinsten Stahlstücke genommenwerden, die man zum Raffiniren verwendet. Derraffinirte Stahl wird wieder genau sortirt und derweichste in 4 — 5 Fuß lange und 1 Va Zoll starkeStäbe geschmiedet, welche Zweckschmiedestahlgenannt werden; eine etwas härtere Sorte, die manin flache Stäbe schmiedet, heißt M i t t e l st a h l < unddie reinste und härteste Sorte, die in den ver-schiedensten Arten und Formen in den Handelkommt, wird S ch ar s a ch st a h l genannt. Besondersberühmt sind die fürstlich Schwarzenbergscheu Stahl-fabriken in der Paal und zu Murau und die Jnner-berger Gußstahlsabrik zu Eisenerz: außerdem gibtes Stahlhütten für Roh- und Gärbstahl in Gulling,Weißenbach und Donnersbach, für Gußstahl inMurau, ferner in Jnnebach in Tirol , in Mayrhöfelin Kärnthen, in Wien, in Hainfeld in Niederöster-reich rc., und Schmelzstahl wird in Kärnthen beson-ders in und um Wolssberg, St. Veit, Ferlach rc.,sowie auch an einigen Orten in Krain verfertigt.Die Fabrikation von Gußstahl ist in Steiermarkund Kärnthen erst in neuerer Zeit eingeführt wor-den und das Fabrikat ist von so vorzüglicher Güte,daß die meisten Sorten den englischen gleichkommenund Ihnen zu manchen Arbeiten sogar vorgezogenwerden. Zwei vorzügliche Schmelzstahlsorten ausKärnthen und Steiermark kommen unter den NamenMilanostahl und Brescianstahl in den Han-del; der erstere ist in 3/« Zoll starke Stäbe geschmiedetund geht besonders nach Mailand, sowie über Trieftnach der Türkei; der letztere, der auf eine von dergewöhnlichen etwas abweichende Art bereitet wird,ist eine Nachahmung des berühmten bei Brescia inder Lombardei verfertigten Stahles. — Preußen hatbedeutende Stahlfabriken, besonders in und umHagen und Siegen in Westphalen, in Essen, Rem-scheid und bei Saarbrücken in der Rheinprovinz, inCarlswerk bei Neustadt-Eberswalde im Regierungs-bezirk Potsdam rc., welche sowobl vorzüglichenGußstahl, als auch Schmelzstahl verfertigen und be-sonders von ersterem die englische Concurrenz völligbesiegt haben. Unter den preußischen Fabriken zeich-nen sich besonders aus: Fr. Krupp in Essen, jetztdie bedeutendste in Deutschland, Fr. Huth und C.
Asbeck LComp. in Hagen, C. F. Werner mCarlswerk. — Außerdem wird in Deutschland nochbei Mägdesprung am Harz, in Dohlen bei Dresden(Wolframstahl), bei Uslar im Hannöverschen, aneinigen Orten in Baiern, namentlich in München,in Friedrichsthal in Württemberg rc. Stahl ver-fertigt. — In England wird sehr viel Stahl, jedochnur Cementstahl, aus schwedischem und deutschemEisen verfertigt, der aber zum größten Theil in denzahlreichen Stahlwaarenfabriken des Landes verar-beitet oder in Gußstahl verwandelt wird. Der letz-tere , der als der beste anerkannt ist, wird in einergroßen Anzahl Fabriken verfertigt und in Menge tuallen möglichen Formen nach allen Ländern Europasund anderer Welttheile versendet. Zu vielen Ar-beiten können die englischen Fabriken jedoch denrafftuirten Schmelzstahl nicht ganz entbehren, densie daher aus Steiermark und anderen GegendenDeutschlands und aus Schweden beziehen. — Frank-reich verfertigt Schmelzstahl, Cementstahl und auchGußstahl, besonders in den Departements Loire,Seine und Oise, Jsöre u. a., und es versorgt nichtallein seine eigenen zahlreichen Stahlwaarenfabriken,sondern führt auch ziemlich viel aus. — In Schweden,das einen so großen Reichthum des vortrefflichstenEisens besitzt, ist auch die Stahlfabrikation bedeutend-Man verfertigt daselbst an mehreren Orten sowohlSchmelzstahl als Cementstahl und versendet denmeisten davon nach Rußland. Er wird meist in derForm des steiermärkischen ordinären Scharsachstahleögeschmiedet und auch mit dem Zeichen desselben ver-sehen, außerdem jedoch mit zwei 8 über 3 Strömen.— Außer tu den genannten Ländern wird auch sNRußland, Norwegen, Ungarn, Belgien, der Schweiz,in der Lombardei rc. Stahl verfertigt, jedoch nichtin so bedeutender Quantität, um für den größerenHandel Interesse zu haben.
Stahlfedern zum Schreiben haben jetzt den Ge-brauch der Gänsefedern großentheils verdrängt, unddie Zahl der Gegner derselben vermindert sich immermehr, da man sie nicht allein zu sehr billigen Preisen,sondern auch in vielen Hundert verschiedenen Sortenverfertigt, so daß fast Jedermann eine für seine Handpassende Feder finden kann. Die meisten in den Hambei kommenden Stahlfedern werden in Birminghantin England verfertigt, denn die dortigen Fabrikenversehen die Federn, welche die Wiederverkäufe! "sDeutschland und anderen Ländern, die sich oft Fa^brikanten nennen, in Quantitäten von ihnen kaufen,auf Verlangen mit deren Firma. Diese Fabrikenverarbeiten jährlich gegen 150 Tonnen oder 325,7preuß. Pfd. Stahl dazu, was, da im Durchschnitt1500 Federn aus deut Pfunde verfertigt werden,gegen 489 Mill. Stück ausmacht. Die größte FabrmI o s. Gi llo tt, verfertigt allein jährlich 180 Mm-Stück mit 500 Arbeitern, dabei 400 Mädchen- DwFedern werden aus raffinirtem Cementstahl verfemtigt, der in 3—5 Fuß langen, 2—3 Fuß breitemBlechtafeln aus Sheffield bezogen wird. Aus diesenwerden die Blechstückchen zu den einzelnen Federn ver^mittelst eines Prägewerks ausgeschlagen; jedes Blew^stück wird dann auf eine cylindrisch ausgehöhlte Unter-lage gelegt und durch einen niedergehenden SteMpfin diese Höhlung gedrückt, wodurch es nicht alletgebogen, sondern auch die Oeffnung über demdurchgeschlagen und der Name, die Firnia rc. ausge^drückt wird, während eine Art Scheere einen ovmehrere Spalte einschneidet. Dann werden die o 'dern noch, um die Rauhheiteu der Ränder zu glatte ,