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Zweiter Band.
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Staubkohle 600 Stechpalme

Staubkohle , s. Steinkohle.

Staubroth wird zuweilen der Mullkrapp ge-nannt; s. Krapp.

Stauen heißt die in einem Schiffe verladenenGüter mit der nöthigen Sorgfalt im Raume unter-bringen , so daß Alles gehörig fest liegt, nichts be-schädigt wird und auch jeder Raum benutzt ist. Anmanchen Seeplätzen, besonders am mittelländischenMeere, sind beeidigte Stauer angestellt, welche demSchiffer bei der Stauung beistehen und die ihm dannein Stauerattest darüber ausstellen, durch wel-ches er gewöhnlich von den Ansprüchen, die wegender Stauung gegen ihn erhoben werden könnten,befreit wird.

Stavanger, alte Handels - und Hafenstadt ander Westküste von Norwegen und an der Nordsee,mit 12,000 Einw., einer Domkirche und höhernSchulanstalt, Gerbereien, Färbereien, Brauereien,Schiffsbau, Schifffahrt und sehr bedeutender Fischerei.Im I. 1862 umfaßte die Schiffsbewegung 1303 be-ladene und 411 mit Ballast eingelaufene Fahrzeuge,jene von 31,926 Commerzlast, diese von 7924 Com-merzlast Tragfähigkeit. Der Export bestand fastausschließlich aus gesalzenen Fischen, worunter haupt-sächlich Heringe mit 296,468 Tonnen. Außerdemwurden 2247 Fäßchen Anchovis, 230,660 Stücklebende Hummern, 233,273 Pfd. Knochen, 12,010Pfd. getrocknete Häute verschiedener Art ausgeführt.Der Werth aller zum Export gebrachten Waarenbeträgt 1,420,848 preuß. Thlr.' Der Importstellte sich im gedachten Jahre dem Werthe nach aus1,427,668 Thlr. preuß. Wichtigere Einfuhrartikelwaren: Baumwollenwaaren, Branntwein, Butter,Kaffee, Dachziegeln, Hanf, Hopfen, Weizenmehl,Reis, Stangeneisen, Häute, Segeltuch, Salz,Sirup u. s. w.

Platzgebräuche. Der Waareuumsatz erfolgtgegen baar und auf Kredit, doch wird der größteTheil der eingehenden freinden Ladungen gegen baareZahlung in Wechseln auf Hamburg oder Londonberichtigt.

Rechnung, Münzen, Maße u. Gewichte,s. Norwegen.

Stearin oder Talg st off ist der feste Bestand-theil der thierischen Fette und der Oele, welcher derGrund des festen Zustandes des Talges und desSchmalzes bei gewöhnlicher Temperatur und desGerinnens der Oele bei niedriger Temperatur ist(s. auch Oel). Es kann durch bloßes Pressen deshalb geronnenen oder halb geschmolzenen Fettes vondem Elain oder Olein oder dem Oelstoffe ge-trennt werden und bildet eine feste, dem Wachsähnliche, alabasterartig durchscheinende Masse, welchezwar noch fett ist , sich aber nicht schmierig anfühlt,nicht fleckt und eines viel höheren Wärmegrades zurSchmelzung bedarf, als der Talg. Da es mit Hülfeeines Dochtes ebenso brennt wie Wachs und dabei diemeisten Borzüge desselben vor dem Talg hat, aber vielwohlfeiler ist als jenes, so bediente man sich desselbenfrüher zur Verfertigung von Stearinkerzen (s.Lichter); jetzt aber verwendet man dazu allgemeindie Stearinsäure oder Talg säure, gewöhnlichauch Stearin genannt, welche man erhält, indemman das mit dem «Stearin verbundene Glyceryloxyddavon trennt. Dies geschieht durch Vermischungdes geschmolzenen Talges mit ohngefähr 14"/« ge-löschtem und zu Milch zerrührtem Kalk und durchZersetzung der sich auf der Oberfläche der Flüssigkeitbildenden Kalkseife vermittelst 187*% Schwefelsäure,

die mit ihrem 60- — 70fachen Volumen Wasser ver-dünnt ist. Dadurch schlägt sich der schwefelsaure Kalkvon der Fettmasse nieder, welche ein Gemenge vonOel- und Talgseife ist und aus welcher nach demErstarren die erstere von der letzteren durch mecha-nisches Auspressen getrennt wird. Bei diesem Ver-fahren erhält man aus dem Talg ca. 92"/« Stea-rinsäure; eine neuerdings erfundene Verbesserungdesselben besteht jedoch darin, daß man sich anstattder Schwefelsäure des schwefeligen Gases bedient,wodurch man 96, 8 % Stearinsäure erhält. Dieseerscheint in der Form blendendweißer, perlmutter-glänzender, alabasterartig durchscheinender Kuchenvon elegantem Ansehen, aus welchen die jetzigenStearinkerzen, die also eigentlich Stearinsäurckerzensind, verfertigt werden; die ausgepreßte und ge-wöhnlich noch ziemlich viel Talg- und Margarin-sänre enthaltende Oelsäure aber wird zur Verfer-tigung von Seife und zum Entfetten der Spinnwollebenutzt. Die Stearinsäure gebraucht man auch zumTränkendes Gipses, der dadurch einigermaßen durch-scheinend wird und nachher eine sehr gute dem Ala-baster ähnliche Politur annimmt. Obgleich man ausjedem festen und flüssigen Thier - und PflanzenfetteStearin erhalten kann, so verwendet man doch aus-schließlich Talg dazu, weil dieser das meiste Stearinenthält und verhältnißmäßig am wohlfeilsten ist. Eswixd daher besonders viel Stearin in Rußland ver-fertigt, woher ihn die Kerzenfabrikeu zum Theilbeziehen.

Stearinkerzen, s. Lichter.

Steatit, s. Speckstein.

Stechapfel oder Rauhapfel, vatura 8tra-monium, eine aus Amerika stammende, jetzt aberin ganz Europa verbreitete und auf wüsten Stellen,in Kartoffelfeldern rc. wildwachsende einjährige Gift-pflanze mit 2—3 Fuß hohem , sehr ästigem Stengel,großen, dunkelgrünen, eiförmigen, buchtig gezahnten,unbehaarten Blättern, großen, weißen, trichterför-migen Blumen und dunkelbraunen, nierenförinigen,runzeligen, in einer eirunden stachligen Kapselenthaltenen Samenkörnern. Aus den Blättern wieaus den Samen werden Tinkturen und Extractebereitet; letztere dritter Consistenz und giftig. Dieganze Pflanze hat frisch einen widrigen betäubendenGeruch (der Samen nur wenn er zerstoßen wird)und enthält ein betäubend giftiges Alkaloid, dasDaturin (s. d.), daneben Oel, Gummi, Extractiv-stoff und Salze. Das darin noch gefundene Stra-mo nin ist geruch- und geschmacklos, krystallisirbar,weiß. Das Pyrodaturin ist ein Oel, welches durchtrockne Destillation dargestellt wird. Die Blätterund die Samen werden in der Medizin gebraucht;die ersteren haben einen ekelhaft bitteren Geschmack,die letzteren schmecken schwach bitterlich und ölig-Die Ersteren werden bei manchen Krankheiten mitSalveiblättern gemischt, als Tabak geraucht. Auchwerden die Blätter zu Cigarren benutzt, die mitPapier umwickelt werden.

Stechdorn oder geflügelter JudendornUllamnu» oder Zizyphus paliurus, ein mden Bergwäldern Deutschlands und des südlichenEuropas wachsender Strauch mit glatten, eirundenBlättern und paarweis stehenden Dornen, dessen Ho«)zu Drechölerarbeiten und zu Stöcken benutzt wird.

Stechkanne, s. Stekan.

Stechkörner nennt man zuweilen den Samender Mariendifiel s. d.

Stechpalme, Hülsenstrauch oder Hülsen,