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Zweiter Band.
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Storax

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Stralsund

häufig vorkommt, ist der Storax in Massen,Storax ia inassis, welcher aus hellbraunen harzigen,zusammenklebenden Stücken besteht, und das vonden Bäumen abgekratzte und von der Erde zusam-mengesuchte Harz sein soll, das Angeschmolzen undgereinigt worden ist. Er kommt ebenfalls in Schach-teln, zuweilen in Blasen oder Schilf verpackt, aberauch in Säcken. Am häufigsten kommt derRLhren -storax oder Calamitstorax, 8tvrax oalamitaoder Loobs storaoina, in den Handel, über dessenEntstehung man aber nicht einig ist. Nach Einigensoll er der aus Holztheilen und Erde bestehendeBodensatz sein, der beim Ausschmelzen des ebenerwähnten geringen Storax zurückbleibt, nach An-deren der Rückstand beim Auskochen des schwarzenPerubalsams, gewöhnlich aber hält man ihn für einGemisch von Sägespänen und der gepulvertenRinde des Storaxbaumes, mit deni sogleich zu er-wähnenden flüssigen Storax und zuweilen mit einemZusatz von etwas Weihrauch. Er kommt in rundeschachteln von ca. 20 Pfund gepreßt in den Han-del, zuweilen aber auch in Ballen von ca. 100 Pfd.Es ist eine zerreibliche Masse von rothbrauner odervioletter Farbe und angenehmem Geruch nach Va-nille, peruvianischem Balsam und Beuzoe, undbesteht gewöhnlich aus unregelmäßigen Klumpen.Den Namen hat er daher, weil er früher in Schilf-röhren verschickt wurde. Der Bogota Storaxkommt in großen, runden Stücken von 1 —Länge und Va' Dicke in den Handel. Er hat eineröthliche Farbe, ist durch beigemengtes Holz un-eben, auf dem Bruche dunkel, gepulvert röthlich,riecht angenehm nach Vanille und Beuzoe, und derGeschmack ist aromatisch, nicht bitter. Der in Mar-seille verfertigte Storax wird Ltorax en sarillesgenannt. Der flüssige Storax oder flüssigeAmber, Ltorax liquida, .4mbra liquida ober Li-quidambra, kommt von einem ganz anderen Baume,als der in Körnern, nämlich von dem in den Wäl-dern Nordamerikas und Mexikos wachsenden Am-ber- oder Storaxbaume, lüquidambar styra-ciflua_, der auch im südlichen Europa fortkommt;doch sind die Ansichten auch hierüber sehr verschieden,denn nach Anderen soll er von dem in der Levantewachsenden orientalischen Amberbäume,Liquidambra orientalis oder imberbis oder vonnoch anderen Bäumen kommen, da man ihn haupt-sächlich ebenfalls von Trieft erhält. Er fließt aus derRinde des Baumes von selbst oder aus Einschnittenals eine gelblich graue, durchsichtige, klebrige, ter-pentinähnliche Masse von angenehmem, benzoe-artigem Geruch und gewürzhaftem, scharfem Ge-schmack, die sich in Weingeist ziemlich auflöst. DurchAlter wird er rothbraun und zuletzt schwarz; auchfindet man häufig Pulver der Rinde des Storax-amberbaumes beigemischt. Er enthält ein ätherischesOel und das Styracin (färben- und geruchlosePrismen), Zink- u. Beuzoesäure. Das Styraxöl,Cinnamen oder Styrol kann auf verschiedeneWeise dargestellt werden, aus zimmtsaurem Baryt,Kupferoxyd oder aus Storax. Es ist ein sehr aroma-tisches, farbloses Oel von 0,95 spec. Gew. u. geht mitBrom, Chlor, Salpetersäure rc. verschiedene Ver-bindungen ein. Eine geringere Sorte ist dickflüssiger,röthlich oder bräunlich und kaum durchsichtig. Beider Aufbewahrung muß man ihn stets mit Wasserbedeckt erhalten, weil er sonst trocken und bröckligwird und an Geruch und Werth verliert. Manbraucht den flüssigen sowohl, als den Röhrenstorax

hauptsächlich zu Parsümerien, zu Räucherpulverund Räucherkerzchen, zu Tabakssauceu rc.; den er-steren auch zuweilen sowohl äußerlich als innerlichin der Medizin. Aus dem flüssigen Storax erhältman durch Destillation das Wasserhelle Storaxöl,auch bereitet man die Storax salbe daraus. WirdStyracin mit Aetznatroulauge destillirt, so bildetsich.das Styracon, ein ätherisches Oel, das sehrlieblich riecht. Als ZersetzungsProdukt des Styra-cins entsteht ferner das Styron, seine, glänzendeNadelkrystalle mit dem Gerüche nach Hyacinthen.

Storno, storniren, s. Ristorno.

Stoß bedeutet in Frankfurt a. M. bei Hol;4 Klafter.

Ltraeliiuo, s. Käse.

Strähn, Strehn, Strang oder B und, einGarnmaß in Deutschland; s. Leinengarn.

Stragelkaffee, s. Astragalus.

Stralsund, Hauptstadt des gleichnamigen Re-gierungsbezirks in der preußischen Provinz Pom-mern, mit einer Eisenbahn nach Angermünde undStettin, hat 26,700 Einw., incl. Militair, und liegtganz vom Wasser umgeben, an der hier etwas übereine halbe Stunde breiten Meerenge Gellen, welchedie Insel Rügen vom Festlande trennt. Die Stadtbesitzt ein Gymnasium mit Bibliothek und Münz-kabinet, eine Schifffahrtö - und Gewerbeschule, einSeebad, eine Commandite der preußischen Bank inBerlin, hat eine Eisengießerei, Dampfmühlen, großebaierische Bierbrauereien, Webereien, Fabriken vonZucker, Stärke, Spielkarten, Strickgarnen, Watten,Cement und landwirthschaftlichen Maschinen, Schiff-bau und Dampfschifffahrt nach Stettin, Flensburgund Ustadt. Der hiesige Seehasen ist ziemlich starkbesucht. Im Laufe des Jahres 1864 sind in Folaeder Blokade im Ganzen nur 249 Schiffe mit 12,349Normal Lasten eingegangen, davon beladen 180,mit Ballast 38, leer 31. Ausgegangen sind 219Schiffe mit 12,760 Normal Lasten, davon beladen135, mit Ballast 40, leer 44. Im Jahre 1863 be-trug die Anzahl der hier eingekommenen Seeschiffe503 von 23,541 Lasten Gehalt, die der ausgesegel-ten Schiffe 334. Ausgeführt zur See wirdhauptsächlich Getreide, Knochen, Lumpen, Mehl,Brennholz; Eingeführt: Steinkohlen, Eisen,Heringe, Schiefer. Seit Eröffnung der Bahn hatder Handel mit frischen Fischen und Böcklingen einenlebhaften Aufschwung genommen. Der Kriegs-hafen befindet sich in dem eigens zu diesem Zweckangelegten Bassin im Dänholm, einer kleinen Inselsüdöstlich von der Stade belegen, worauf sich auchdas ganze Etabliffement der hiesigen Marine-Depotsbefindet. Am 1. Januar 1865 bestand die Rhederelaus 176 Schiffen. — Als Handelsstadt gehörteStralsund zu den angesehensten des Hansabundes.

Stückgüter. Der Decher hat 10, das Man-del 15, die Stiege 20, das Zimmer 40, daö Schock60, das Wall 80 Stücke, das Laken 24 Ellen. D'«Last wird bei Waaren, die in Tonnen verpackt sind,zu 12, bei ungehöhten Heringen zu 13 Tonnen ä e *rechnet.

Platzgebräuche. Die Commissiousgebuhrist in der Regel 2»/g; die Courtage bei Wechsel- unvGeldgeschäften für beide Theile Vf,%; die Waaren-courtage ebenfalls von jeder Seite y 6 %; bei Ge-treide aber für Käufer und Verkäufer 6 Silber-groschen für die Last von 3 Mispeln.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.