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Zweiter Band.
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Stralzio

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Straußfedern

Stralzio sagt man in Süddeutschland und be-sonders in Oesterreich häufig für Liquidation oderAuflösung eines Geschäfts; daher stralziren fürnquidiren.

Stramin oder Stamin, s. Etamine.

Strandgut nennt man diejenigen Güter oderSchiffstrümmer, welche beim Stranden eines Schif-fes ans Land getrieben werden, und auch die, welchebon dem Schiffe absichtlich über Bord geworfen wor-den find, um es während eines Sturmes K. zu er-leichtern. Man unterscheidet dabei jedoch: Strand-gut, solche Güter, die auf der Oberfläche desWassers schwimmen und aufs Land geworfen wor-den sind; Wrackgut, solche, die ins Meer ver-sunken waren und heraufgeholt werden mußten;Seefund, über Bord geworfene und versunkeneGüter, an die man ein Tau mit einem auf demWasser schwimmenden leichten Körper, einem StückKork, einer leeren Tonne oder Boye rc. befestigthatte, um sie wieder auffinden zu können; See-lrift, Alles was in Folge eines Schiffbruchs auf.dem Wasser herumschwimmt, es seien Theile der"adung oder Schiffstrümmcr.

Strandrecht bedeutet im Allgemeinen das Recht,welches der Besitzer eines Strandes hat, alle Vor-teile, die aus der Benutzung desselben hervorgehenkönnen, für sich in Anspruch zu nehmen, namentlichsich als den Besitzer alles dessen zu betrachten, wasdon dem Wasser an den Strand getrieben wird,

B. Fische, Taug, Bernstein, Talg rc. Haupt-sächlich aber versteht man darunter das früher inden meisten europäischen Ländern bestehende Rechtdes Besitzers einer Küste oder auch der Bewohnerderselben, sich aller an derselben gestrandeten SchiffefUrd der charin enthaltenen, sowie auch der aus einem^chiffbruche an die Küste getriebenen Güter zu be-dächtigen, um sie entweder für sich zu behalten oderUm sie den Eigenthümern gegen eine Vergütungwieder zurückzugeben. Dieses Recht wurde meistMit der empörendsten Barbarei ausgeübt; dieStrandbewohner versagten nicht allein den in Nothgerathenen Schiffen allen Beistand, sondern sie such-en sie sogar des Nachts durch angezündete Feuer^'re zu führen rc., und leider hat es namentlich aufder Insel Helgoland, auf den lievländischen Inselnsind im Kirchenstaate noch bis auf die neueste Zeitkortbestanden. Jetzt ist es überall abgeschafft; eösind Gesetze erlassen und Veranstaltungen getroffen,um den schiffbrüchigen Beistand zu leisten, die ge-strandeten Güter in Sicherheit zu bringen und sieden Eigenthümern gegen Erlegung eines Berge-mhns zurückzugeben. Nur existiren über die Höhedes letzteren noch nicht überall die nöthigen Be-stimmungen, daher die Eigenthümer von Schiff-druchgütern nur zu oft durch willkürliche und über-Uiaßige Ansprüche gedrückt werden. — An den Ufernder Flüsse existirte sonst hin und wieder ein ähnlichesbrecht, welches Grundruhr genannt wurde.

. Strandung heißt das Auflaufen und Festsitzeneines Schiffes auf einem niedrigen Strande öder-es einer unter dem Wasser verborgenen Sandbankdder Klippe. Oft läßt auch der Kapitain das Schiff,^.dadurch einer größeren Seegefahr zu entgehen,u.dsichtlich auf den Strand laufen; geschieht dadurchin Schade am Schiffe oder der Ladung, so gehörts.rselbe zur großen Havarie. In allen civilisirtenZandern sind an den Seeküsten Veranstaltungen^iroffen, um gestrandeten oder sonst in Noth ge-iithenen Schiffen zu Hülfe zu kommen; es sind

>L>trandwächter angestellt, welche für Herbeischaffungvon Hülfsmannschaften und für Rettung undSicherung des Schiffes und der Ladung zu sorgenhaben; es ist den Strandbewohnern zur Pflicht ge-macht, den verunglückten Schiffen gegen eine ver-hältnismäßige, meist gesetzlich festgestellte Vergütung,das B e r g e l o h n, zu Hülfe zu kommen rc.

Strang, s. Strähn.

Straß, s. Glasflüsse.

Straßlmrg, Hauptstadt des franz. Depart. desNiederrheins, S U Stunden vom linken Rheinuferentfernt, an der Jll und Breusch, mit 82,000 Einw.Sie ist nicht besonders schön gebaut, hat aber mehrerebedeutende und merkwürdige Gebäude, namentlichden berühmten Münster, em schloß, eine sehr be-suchte Universität, ein reiches, naturhistorisches Mu-seum, prächtiges Schauspielhaus, Arsenal, großeKasernen rc., ferner eine Münze, eine Handelskam-mer, Handelsgericht, ein Filial der Bank von Frank-reich, mehrere Versicherungsanstalten rc. Die Fa-brikindustrie ist nicht unbedeutend; es gibt Fabrikenvon Tuch, Seiden-, Baumwollen- und Leinenwaa-ren, Leder und Lederwaaren, Seife und Lichtern,Seilerwaaren, Chemikalien, Stärke, Nadeln, Stroh-hüten, Spielkarten, Porzellan, Fayence, Gewehren,Gold-, Silber- und Metallwaaren, Brückenwagen,eine kaiserliche Tabaksfabrik und Kanonengießerei,Bierbrauereien, Oelmühlen, Wachsbleichen rc. Sehrlebhaft ist der Handel, namentlich mit Elfaffer Wei-nen, Hopfen, Hanf, Krapp, Oel, Getreide, Colonial-waaren, den berühmten Gänseleberpasteten rc. Be-sonders wichtig ist die Spedition zwischen Frank-reich, Deutschland und der Schweiz, denn Straßburgist durch seine Lage am Rhein, die es mit dendeutschen Handelsstädten an diesem Flusse und mitden Niederlanden in Verbindung setzt, durch den indie schiffbare Jll mündenden Rhein-Rhonekanal undMarne-Nheinkaual, sowie durch die hier zusammen-treffendeu wichtigen Eisenbahnen nach der Schweiz,nach Paris und nach der baierischcn Rhcinpfalz, so-dann durch die Verbindungsbahn auf schöner, eiser-ner Brücke über den Rhein bei Kehl mit der badischenEisenbahn, der Hauptpunkt zur Vermittelung desHandelsverkehrs zwischen Frankreich und seinennordöstlichen Nachbarn. Die neu eröffneten Vici-naleisenbahnen nach Molsheim, Wasslenheim undBarr befördern den Verkehr mit der industrie - undproduktenreichen Umgegend. Jährlich werden hierzwei unbedeutende Messen gehalten, welche am26. Juni und 26. December beginnen und 14 Tagedauern.

Wechselpreise. Die Coursnotirungen sindwie in Paris.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,,s. Frankreich.

Straußfedern vom afrikanischen Strauß, sinddie beliebtesten und am häufigsten gebrauchtenSchmuckfedern. Am meisten geschätzt sind dieweißen, viel weniger die schwarzen und grauen.Die schönsten sind die Flügelschwungfedern desMännchens; die des Weibchens, welches überhauptnur wenig weiße liefert, sind weniger rein und auden Spitzen gewöhnlich etwas grau. Die Schwanz-federn, ital. Coda, sind nicht so zart und geschmeidigals die Flügelfedern und haben daher einen viel ge-ringeren Werth. Die schwarzen sind die Rücken -federn des Männchens, die grauen die des Weib-chens. Die Straußfedern werden von allen Häfender afrikanischen Küsten und auch aus Arabien aus-