Thran 647 Thunfisch
auch auf den Schiffen oder am Lande in der Gegenddes Fanges aus, namentlich bei Neufundland; wenner aber in den Fäsfern in eine Art von Gährungkommt, so trennt sich das Fett besser von dem Zell-gewebe und den Fleischtheileu und es wird gegenVs mehr Thran gewonnen, als wenn jenes nichtgeschieht; doch ist dieser von etwas geringerer Qua-lität. Die bei dem Aussieden zurückbleibendenGrieven oder Speck sinken werden als Hunde-sutter, zur Bereitung von Leim und Salmiak undzum Düugen benutzt; der dicke Bodensatz, der sichin den Trögen bildet, in denen man den Thran ab-kühlen läßt, und den man in Norddeutschland undHolland Prutt nennt, wird nochmals gesotten undein ordinairer brauner Thran daraus gewonnen.Der Thran ist ein Gemenge von verschiedenartigenFetten und flüchtigen Fettsäuren, von denen wievon den darin enthaltenen und sich zersetzendenthierischen Stoffen der schlechte Geruch herrührt. Zubrauchen Zwecken wird er auch auf verschiedene Artgereinigt, wodurch er eine hellere Farbe erhält undseinen unangenehmen Geruch größtentheils verliert.Das Reinigen geschieht am Meisten durch Gerb-säure und Metallsalze und der schlechte Geruch wirdam Besten durch Laugen u. Chlorkalk genommen. —Es gibt besonders folgende Arten des Thrans:
Wallfischthran vorn Wallfisch, Pottfisch,Finnfisch und einigen anderen Wallfischarten, istbräunlich von Farbe, durchsichtig, nicht sehr dick-fiüsstg und riecht weniger unangenehm als die!Meisten anderen Arten. Man unterscheidet davonhauptsächlich grönländischen, brasiliani-schen und Südseethran. 2) Delphinthran,bom schwarzen Delphin, ist blaßgelb und hat einensehr thranigen Geruch. 3) Meerschwein thrän,vom Meerschweine, einer Art des Delphins, ist eben-kalls blaßgelb, hat aber einen Sardellengeruch.4) Heringsthran oder Heringsöl, zuweilenauch Fisch öl genannt, wird aus ganzen Heringenund aus den Eingeweiden der ausgenommenengesotten, ist dünnflüssig, fast weiß und eignet sichvorzüglich zum Brennen; außerdem wird er beson-ders zum Eiuöleu von feinem Leder benutzt, da ervas stärkere nicht geschmeidig genug macht. Manbereitet ihn besonders in Schweden und Norwegen,o) Isländischer Meerkalbsthrau soll nicht»us dem Fette des Meerkalbes, sondern aus Hai-mchlebern bereitet werden; er ist weißgelb von Farbe jund wird besonders in den Ostseehäfen als Brenn- iMaterial benutzt. 6) Schwedischer Drei-kro ne n t hr an ist aus mehreren guten Thransorten !Zusammengesetzt und geläutert, und wird in dendeutschen Gerbereien am häufigsten verbraucht. Erwird in Tonnen von 280 Psd. Zollgewicht ver-endet. Geringere Sorten sind der schwedische^-tnkronenthran und der kopenhageneral.skr» neu thrän. 7) Leberthran, Leber-6 Kabeljauthran, Stockfischleberthran,n j eu mJecorisAselli,01eumMorrliuae, l |Jecoris Morrhuae, ist ein fettes Oel, !Elches aus den Lebern mehrer Gadusarten, z. B.Ullus Llorrüua oder Asellas major, Kabeljau, Ga-us Molva, G. carbonarius, G. Merlangus, G.lrens , G. minutus und andere gewonnen und ineuerer Zeit sehr häufig angewendet wird. Dieseit-nK (s- Kabeljau) die ungemein häufig vorkommenSnt s E'Uugen werden, haben in der Leber eine fette ;lan ä' auf verschiedene Weise herausgezogenv und dadurch die verschiedene Qualität des
! Leberthranes, wie dieselbe genannt wird, bedingt: Nachdem den Fischen die Leber ausgeschnitten ist; werden diese in größeren Gefäßen in die Sonne ge-, stellt, durch deren Strahlen eine Flüssigkeit sich ab-scheidet, die ähnlich dem Mohnöl, von grünlicherj Farbe und süßlichem Fettgeschmack ist. Dies ist die. erste Sorte, die mau hellblanken Thran nennt.: Die Lebern läßt man nun auf einandergeschüttetI stehen, wodurch sie in Fäulniß übergehen, und es
- scheidet sich nun eine zweite Sorte Oel, von kastanien-brauner Farbe, fischartigem, nicht gerade unange-nehmem Geruch ab: der braunblanke Leber-thran. Nachdem man auch dies Oel abgenommen
hat, werden die Lebern in eisernen Gefäßen aufsj Feuer gestellt und die Reste des Oels durch Kochen; oder Braten ausgezogen. Die Farbe dieser letztenSorte ist verschieden 'bei längerer Einwirkung desFeuers, oft dunkel wie Dinte, auch hat sie einenhöchst widerlich fischartigen Geruch und unange-j nehmen, scharfen Geschmack, ist dickflüssig u. wenigeri durchsichtig als die Vorige. Der Leberthran findetgegenwärtig hauptsächlich in der Medizin Verwen-| düng, bei Skropheln, Lungenschwindsucht, Rhachitis,l Gicht und vielen andern Krankheiten, besondersauch bei Kindern. Man hat deshalb den Leberthranchemisch genau analpsirt u. in den verschiedenen Ar-ten auch verschiedene Bestandtheile gefunden, derenhauptsächlichste folgende sind: Oel-, Butter-, Essig-,Margarin-, Choliu-, Phosphor- u. Schwefelsäure,Glycerin, Gaduin, verschiedene Extractivstoffe undSalze, wie Spuren von Jod, Chlor und Brom.Bei der großen Nachfrage nach Leberthran hat manPflanzenöle mit Jod und Brom versetzt und diese\ Mischung für Leberthran verkauft. Diese Fälschungist sogleich durch Schwefelsäure nachzuweisen, indernj einige Tropfen davon ihn zuerst violett und dannrothbrann färben (wegen der darin enthaltenenGallenbestandtheile), was bei keinem andern Oele derFall ist. In der hellblanken Sorte hat man mehrJod und Brom, in der braunblanken dagegen mehrGallenstoffe gefunden; der letzteren Sorte werdenoft noch kräftigerer Heilwirkungen zugeschrieben..Außerdem findet der Leberthran noch bei manchenGewerben Verwendung, insbesondere in der Roth-und Weißgerberei; auch hat man damit Vieh, wieGänse, Schweine, Schafe mit gutem Erfolge ge-mästet. Mit Alkalien verseift er sich vollständig undgibt Leberthranseife. Der meiste Leberthran wirdan der Küste von Norwegen, besonders bei denLaffodeninseln gewonnen und über Bergen versendet,außerdem auch in England, bei Neufundland u. s. w.
— Thransiedereien gibt es in Deutschland besondersin Hamburg, Altona und Bremen, ferner in denmeisten deutschen Ostseehäfen, in Petersburg, Arch-angel, in Kopenhagen, in Gothenburg in Schweden,in Bergen in Norwegen rc., sowie in Holland,Frankreich, England rc. In Deutschland wird dermeiste Thran von Hamburg, Kopenhagen, Stettin,.Bergen, Gothenburg und Petersburg bezogen.
Thränenwein, 's. Lacrymae Christi.
Thridacium , s. Lacstucarium.
Thujetin, Thujin, s. Lebeusbaum.
Thumerstein, s. Axinit.
Thunfisch, Thon fisch oder Thun in, 8 oo rü-der Thynnus oder Thynnus vulgaris, einin den europäischen, asiatischen und nordamerikani-schen Meeren, besonders häufig aber im mittellän-dischen und schwarzen Meere lebender Raubfisch, dersehr dick, auf dem Rücken stahlblau, am Bauche