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Zweiter Band.
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Toi leiten schwämme 650 Toluvalsnm

Böhmen, der Schweiz rc. ein dem Gingham ähn-licher Baumwollenzeng unter dem Namen Toile dunord verfertigt. Toile cremee nennt man jenesLeinengewebe, welches aus ausgelauchtem und daherschon halbgebleichtem Garne gewebt wird. Es kommthauptsächlich von England nach Westphalen, wirdhier fertig gebleicht und dann in alle Welt verschickt.Diese halbgebleichten Zeuge sind leichter, geben daherweniger Steuer.

Toilettenschwämme, s. Badeschwämme.

Toilettes nennt man in Frankreich die rohen,ungebleichten feinen Leinenzeuge, wie Battist, Linon,Cambray rc.; außerdem auch eine leichte geglätteteLeinwand zu Tuchkappen u. dgl.

Toiiinet ist ein aus hartem, glattem Kammgarnverfertigter seiner Wollenzeug, der besonders alsWestenzeug gebraucht wird. Er wird glatt, gestreiftund verschiedentlich gemustert, meist mit hellfarbigemGrunde verfertigt, auch hat er oft seidene Streifen,Gitter rc. Die schönsten werden in England verfer-tigt, außerdem auch an mehreren Orten in Sachsen,Böhmen, in Wien rc. Die Breite ist gewöhnlich5 / t Leipz. Elle.

Toiöl wird in Japan aus dem Samen derBignonia tomentosa gepreßt und die feine Sortedesselben, Cok genannt, zu Lackfirnissen, die ge-ringere, I a ck o , znr Appretur der aus der Rinde desPapiermaulbeerbaumes verfertigten Zeuge benutzt.

Torfe, früheres französisches Längenmaß; s.Frankreich.

Tokaier ist ein süßer, feuriger, likörartigerWein, der in der Umgegend der Stadt Tokai in derZemtzliner Gespannschaft erbaut wird und die ersteStelle unter den ungarischen Weinen einnimmt,von Manchem sogar für den edelsten Wein derWelt erklärt wird. Er wächst auf einem Vorgebirgeder Karpaten, Hegyalya genannt, das 15 ^WeilenOberfläche hat, von denen 5 mit Wein bepflanztsind. Die Pflanzungen liegen sämmtlich gegenMittag und find völlig gegen die Nord-, Ost - undWestwinde geschützt. Der Distrikt umfaßt 21 Ort-schaften , darunter 11 kleine Städte und Markt-flecken', von denen außer Tokai, Tarczal, Zombor,Mad, Kisfalud (besonders an der Südseite desSchloßberges), Talya, Szerencs und Liszka diebesten Weine erbauen. Die edelste Sorte kommt voneinem Berge, welcher Mezes Male (Honigseim)heißt. Die Trauben sind in der Regel schon EndeSeptember reif, aber man läßt sie noch 4 Wochenam Stocke hängen und nimmt die Lese gewöhnlicherst am 28. October vor, obgleich bis dahin meistschon starke Fröste eingetreten sind und die Stöckedie Blätter verloren haben. Die Beeren sind dannmeist getrocknet, braun oder bläulich und den Ro-sinen ähnlich. Diese werden sorgfältig von den nochgrünen Beeren gesondert und zur Bereitung derEssenz, des Ausbruchs und des Maslasch (s. Un-garwein) verwendet; die grünen und saftigenTrauben aber werden in einem Sacke ausgetretenund der Most auf Fässer gefüllt. Das sorgfältigeTreten der Beeren wird als eine Hauptsache be-trachtet, weil der ausgezeichnet gewürzhafte Ge-schmack des Weines von einem in den Häuten der-selben enthaltenen harzartigen Stoffe herrühren soll.Der Tokaier hält sich auf Flaschen 100 und mehrJahre lang und verliert mit dem Alter die Süßig-keit , gewinnt aber an Geist, weil sich der darin ent-haltene Zucker iu Alkohol verwandelt. Die Essenzwird nur in kleinen Quantitäten bereitet und die

Flasche wird je nach dem Alter mit 4—8 Dukatenbezahlt. Aber auch der gewöhnliche Wein steht immerin hohem Preise und deshalb wird er nicht seltennachgeahmt, indem man andere gute ungarischeWeine mit Sirup oder Farinzucker rc. versetzt. Manverkauft den Tokaier an Ort und Stelle nach demFaß (Antalka) von 260 ungar. Halben = 193 preuß-Quart, in Preßburg nach dem Faß von V-U Preßb.Eimern oder 80 ungar. Halben = 59, 43ö preuß-Quart.

Tola , T o l a h, ein Gewicht für Gold und Sil-ber m Ostindien.

Toleranz , s. Münze n.

Tolft (Dutzend), in Schweden bei zählendenGütern eine Anzahl von 12 Stück.

Tolin, s. Toluol.

Toll, ein Garnmaß in Königsberg.

Tollkirsche, Tollkraut, Wolfskirsche,Wuth beere, Belladonna, Atropa Bella-donna, eine in den Gebirgswäldern des südlichenund mittlen Europa wachsende Giftpflanze von5 — 6 Fuß Höhe, mit handgroßen, kurzgestielten,eiförmig spitzigen, fast ganzrandigen, auf der Ober-seite dunkelgrünen, auf der unteren helleren und ausden Adern weichhaarigen Blättern, glockenförmigen,schmutzigvioletten Blüthen und kirschenähnlichen,glänzendschwarzen, zweifächerigen Beeren mit einemröthlichen Safte und vielen bräunlichen Samen-körnern. Die ganze Pflanze enthält ein heftiges nar-kotisches Gift, doch wird das Kraut und die Wurzel,Herba und fiadix Belladounae, vielfach in der Me-dizin gebraucht. Aus ersterem bereitet man einengrünlichen, giftigen Extract, dritter Consistenz; dieletztere ist lang, daumendick, rund, hart, ästig, außenschmnziggelb, innen weiß, hat einen unangenehmscharfen, honigartigen Geruch und widerlich süßenGeschmack. Getrocknet wird sie mehr röthlichbraunund hat eine Aehnlichkeit mit der Alantwurzel. Derwirksamste Bestandtheil der Pflanze ist das Atro-tz i n, ein giftiges Alkaloid, das in der Gestalt weißer,durchsichtiger, seidenglänzender Nadeln oder einerglasähulichen, durchsichtigen Masse dargestellt wird,geruchlos, aber von äußerst widerlichem, bitteremund scharf kratzendem Geschmack ist, sich nur wenigin Wasser, leicht in Weingeist und schwerer in Aetherauflöst. Sein Preis ist noch sehr hoch und es kostetdas Quentchen 5 Fl. Mit Schwefelsäure oderBaldriansäure bildet sich das schwefel- und baldrian-saure Atrotzin. Es wird am vortheilhaftesten ausdem «Damen gewonnen und in der Medizin ammeisten in der Augenheilkunde angewendet. Ausihr wird noch dargestellt: P s e u d o t o x i n, ein bräun-lichgelber, im Wasser löslicher Stoff, und das Bel-ladonin, welches als ein flüchtiges Alkaloid nlchrmit dem Atrotzin identisch ist. Außerdem enthält dwPflanze viele Salze, Wachs, Gummi, Stärkemehl,Eiweiß.

Tokubalsam oder tolutanischer Balsam,Balsam um de Tolu oder tolutanum, Op 0-balsamum siccum, kommt Don Myroxylon to'luiferum oder Toluifera Balsamum, einem in Sud-amerika, besonders bei Carthagena in Neugranavawachsenden Baume, und fließt aus Einschnitten udie Rinde. Er ist frisch von der Consistenz des Ter-pentins und braunröthlich von Farbe, wird aber ader Luft hart und kommt als ein bräunlichgelveo,sprödes, oft aber noch weiches, zwischen den Fii^weich werdendes Harz von angenehmem, dem Ber -zoe und der Vanille ähnlichem Geruch und scharfem,