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Zweiter Band.
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Trippel 659 Tschcrkcssicn

Kantar 125 Rottet oder 50 Oke oder l 1 /* tripolit.Kantar.

Trippel, s. Tripel.

, Trippsammet, Tripp oder Trip nennt maneine Art Plüsch mit aufgeschnittener Poile von seinerWolle oder mit Baumwolle gemischt, und einemGrunde von Leinen--, Hanf- oder Baumwollen-garn.

Trocken Gut, s. Gut.

Trockner Wechsel, s. Wechsel.

Trommeln, s. Musikalsche Instrumente.— Kleine hölzerne Kindertrommeln werden in Sei-ten, Grünhaynichen, Sonnenberg, Nürnberg rc.verfertigt.

Trompeten, s. Musikalische Instrumente.

Trona, s. Soda.

, Tropfstein ist ein durch Verdunsten von kalkhal-tigem Wasser, das von einer Höhe herabtropst, ge-bildeter Kalksinter, der sich vorzüglich in Höhlenfindet und meist den Eiszapfen ähnliche Figuren,Säulen rc. bildet. Er ist weiß, röthlich, grau oderschwärzlich von Farbe. Die zum Theil sonderbargeformten Stücke desselben werden für Mineralien-sammlungen verkauft.

Troquiren bedeutet Tauschen, barattiren; auchsagt man zuweilen Tr ok für Tauschhandel, Baratt.

Trotz, eine Rechnungsmünze in Cochinchina.

Troyes, Hauptstadt des französischen Departe-ments Aube, am linken Ufer der Seine. Stationder Route Paris-Mühlhausen, welche die südlichstgezogene Westbahn ist, mit 33,000 Einw., einemHandelstribunal und Fabrikgericht, einer Handels-kammer, einem Generalhandelsrath, einem 6onsei1de Prud’hommes, einer Filiale der Bank vonFrankreich, einer Lehranstalt für Chemiker, einerZeichnenschule, zahlreichen Fabriken von Strumpf-wirkcrwaaren, Handschuhen, Tricots, Zwillich,Pique, Moll, Leinwand, Callicos, Perkal, Tuch,wollenen Couverts rc., ferner von Maschinen, Pa-pier, künstlichen Blumen, Hornkämmen, Saiten,Nähnadeln, Seife, Senf, Garnen, Siegelack undWachs, vielen Woll - und Flachsspinnereien, Ger-bereien, Färbereien und Bleichen. Der Handel,welcher sehr ausgedehnt ist, beschäftigt sich außerobigen Fabrikaten hauptsächlich mit Getreide, Wür-sten, Wein, Branntwein, Hanf, Wolle, Blauholz,Golonialwaaren, Steinkohlen, Eisen, Blei undZink^ Die hiesige Messe währt 15 Tage. — Von die-ser Stadt hat das englische Troh - Gewicht seinenNamen erhalten.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s- Frankreich.

Tropgewicht, s. Großbritannien und Nie-derlande. — Der Name stammt von der altenMark der Stadt Troyes in Frankreich, welche späterUl diesem ganzen Lande, dann auch in England,Holland und der Schweiz als Gold-, Silber- undMünzgewicht eingeführt wurde.

Trübaiche, Tresteraiche oder Trübaich-w aß nennt man im südwestlichen Deutschland dasfür Most und ungeklärten Wein, dasMtmer etwas größer ist als die Hellaiche oder daslautere Maß, mit welchem der gegohrene Weinund andere Flüssigkeiten gemessen werden.

Trüfette oder Trüfsette heißt eine feine fran-^vstsche weißgebleichte Leinwand, welche besonders inund um Beauvais im Deport. Oise verfertigt und!L.?llensörmigen, in braunes Papier geschlagenenstucken verkauft wird.

Trüffel, Leckertrüffel, Inbor cibariumoder gululosum, ist ein in der Erde wachsenderPilz von der Größe einer Erbse an bis zum Gewichteines halben Pfundes und darüber, von kugelför-miger Gestalt mit einer rauhen, schwärzlichen, erd-farbenen, zuweilen auch weißröthlichen, warzigenOberhaut, inwendig dicht, fleischig, fast wachsartigund bräunlich geordert, frisch von angenehmein,eigenthümlich bisamartigem, zuweilen knoblauch-ähnlichem Geruch und süßlich gewürzhaftem Ge-schmack. Sie wachsen in schattigen Laubhölzern mitfruchtbarem Boden, vorzüglich unter Eichen, welcheauch arn besten sein sollen, im südlichen Europa,namentlich in Frankreich, Spanien, Oberitalien, inBaiern, Württemberg, Baden, Tirol und Thü-ringen rc. und werden durch besonders abgerichteteTrüffelhunde, oder auch durch Schweine, denenman, damit sie die Trüffeln nicht fressen, einenRing um das Maul legt, aufgesucht. Sie werdenals beliebte Delikatesse besonders in Saucen, Paste-ten und Füllseln, doch auch allein in Wasser gekochtoder in heißer Asche gebraten, vorzüglich häufig inFrankreich und in Italien, gegessen und deshalb ge-trocknet und in Wachspapier eingeschlagen, oder inScheiben geschnitten, oder auch mit Baumöl über-gössen versendet. Die besten kommen aus Frank-reich, wo die Perigordtrüffeln aus dem jetzigenDepartement Dordogne die berühmtesten find; auchfindet man sie in der Provence und in der Gegendvon Avignon. Außer den gewöhnlichen braunenoder schwarzen Trüffeln unterscheidet man nochweiße Trüffeln, von weißgraucr, etwas gelblicherFarbe, glatter Oberfläche, inwendig ähnlicher Farbeund mit feinen rothgelben Adern, feinem, zartemFleisch, und mit etwas knoblauchartigem Geruch.Sie wachsen besonders in Piemont und werden denschwarzen vorgezogen. In der Gegend von Veronafindet sich auch eine rothe Art, nur von der Größeeiner Nuß, inwendig röthlich und weiß geardert,von angenehmem Geruch und Geschmack und dahersehr geschätzt.

Trümmerwolle, s. W o l l t r ü m m e r.

Tschaa, s. Thee.

Tscha.qirischer Thee nennt man in Rußlanddie zweijährigen abgestorbenen Blätter des in Sibi-rien einhcinnschen und auch bei uns in Gärten ge-zogenen diüblätterigen Steinbrech Saxi-fraga crassifolia, die wie Thee gebraucht werden.

Tschakder ist ein ordinairer weißer baumwolle-ner Zeug, der in der Bucharei von den Frauen ge-webt wird.

Tschang, eine Goldmünze in Siam ----- 72 Thlr.preuß. Courant.

Tschau, Tscho, Tsuy, Tau, Flüssigkeitsmaßin China.

Tschekmen sind wollene, moltonartige Zeuge,weiß, grau oder schwarz von Farbe, die in Tscher-kessten und der Tartarei verfertigt werden und theilsin Stücken, theils zu Kleidungsstücken verarbeitet,nach der Türkei und oft auch bis nach Galizien rc.gehen.

Tschemberts oder Tschimberts sind lange,weiße oder gefärbte Mnsseliutücher, die m mehrerenSorten von verschiedener Feinheit in Konstantino-pel verfertigt werden und über die Häfen des schwar-zen Meeres nach Taurien, der Tartarei u. a. asia-tischen Ländern gehen, wo sie zum Kopfputz derFrauen gebraucht werden.

Tscherkessien oder Circassien ist der nord-42 *