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Zweiter Band.
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Tschernobnrye

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Tuch

westlichste Theil der russischen Provinz Kaukasieuan der Nordküste des schwarzen Meeres; s. Ruß-land.

Tschernobnrye nennt man in Rußland dieFuchsfelle mit dunklem Grunde und eisgrauenHaarspitzen.

Tschetwert, Tschetwerik, Tschetwerka,Hohlmaße in Rußland; s. d.

Tschi, Tschil, Tschang, s. Covid.

Tschin, Tschiang, Tschun, eine chinesische Rech-nungsmünze.

Tschikelhäute oder Zschigelhäute nenntman in Oesterreich die aus Ungarn und der Türkeikommenden getrockneten Füllenhäute, aus denenHandschuhe, Mützen, Ueberröcke, Westen rc. verfer-tigt werden.

Tschilim heißt in der Türkei eine Art Stockfisch,der in Striemen geschnitten, eingesalzen, getrocknetund geräuchert verkauft wird.

Tschimberts, s. Tschemberts.

Tscho, s. Tschau.

Tschopä, ein Maß für Getreide im KönigreichAtschin auf der Insel Sumatra.

Tschuma, s. Chinagras.

Tschuri heißt das Oel aus den Samenkernender Bassia butyracea, eines im nördlichen Ostindienwachsenden Baumes, das besonders in der Gegendvon Dutti in Nepaul bereitet und nach den um-liegenden Provinzen versendet wird. Es ist bei16° R. weich wie Butter und schmilzt bei 39". Eswird theils zum Brennen gebraucht, theils unter diezerlassene Butter (Ghi) gemischt, weil es wohlfeilerrst als diese; auch benutzt man es, mit wohlriechen-den Oelen vermischt, zum Einreihen gegen rheuma-tische Gliederschmerzen u. dgl., und nennt es indiesem Zustande Phulwa.

Tsjov , ein Längen - und Flächenmaß in Japan.

Tsun oder Pant, ein Längenmaß in China.

Tsune sasi, ein Ellenmaß in Japan.

Tmtura nennt man in Siebenbürgen die Flaschenvon Ahornholz, die besonders in und um Kronstadtin großer Menge verfertigt werden.

Tsuy, s. Tschau.

Tuanse heißt ein chinesischer atlasartiger, glatterund faponnirter Seidenzeug.

Tubee, Tjubih, Tüben, Toque, Rech-nungsmünzen im birmanischen Reiche.

Tuberaster, Polyporus Tuberaster, eineßbarer Löcherpilz mit flachem, kleinschuppigemHute von Hirschbrauner Farbe und kurzem, inwen-dig blaßbraunem Stiele, der besonders in Unter-italien häufig gegesien wird.

Tuberosenöl. Die sehr fein und wohlriechendenBlüthen der Tuberose, Polianthes tuberosa, läßtman in feinem Olivenöl eine Zeit lang maceriren.Das Oel nimmt den Wohlgeruch an und dient dannzn Parfümerien.

Tubus, s. Ferngläser.

Tuch, in Norddeutschland auch Laken, nenntman bekanntlich einen dichtgewebten, ungeköperten,gewalkten Stoff von Streichgarn, der besonders inden Ländern der gemäßigten und kalten Zone amhäufigsten zu Kleidungsstücken der Männer verwen-det wird. Das Weben desselben geschieht noch immergrößtentheils auf Handwebstühlen; nur hin undwieder hat man in größeren FabriketablissementsWebemaschinen eingeführt. Die Qualität des Tuchs !wird theils durch die Feinheit der dazu verwendeten jWolle und die Gleichheit des Garns, theils durch!

die Dichtigkeit des Gewebes, sowohl der Kette alsdes Einschlags, und außerdem durch die Farbe undAppretur bestimmt. Ordinaire Tücher, welche ge-wöhnlich bedeutend schmäler verfertigt werden alsdie feineren, haben 12—1500, breite auch 18—2200Fäden in der Kette, mittelfeine 24—2800, seine3 — 4000 und darüber. Den Einschlagsaden gibtman, je nachdem das Tuch mehr oder weniger dichtwerden soll, 1, 2 oder 3 Schläge mit der Lade. DwDichtigkeit und Festigkeit erhält das Gewebe jedochhauptsächlich durch das Walken mit Thon oderWalkererde und Auswaschen, wodurch das vor demSpinnen in die Wolle gebrachte Oel wieder darausentfernt wird, und wodurch die Fäden theils mehrzusammengezogen, theils inniger vereinigt und ver-filzt werden. Das Tuch verliert dadurch 7 6 > Vß ^1/4 von seiner ursprünglichen Breite und verhältniß-mäßig eben so viel von der Länge. ?Die weitere Zu-richtung besteht in dem Rauhen oder Aufkratzen derWollfasern vermittelst Tuchkarden und durch dasStreichen mit Bürsten, wodurch die Fäden in eineparallele Lage nach der Länge des Stücks gebrachtwerden; dann durch das Scheeren vermittelst großerScheeren oder Scheermaschinen, mit denen von denFasern auf der Oberfläche so viel abgeschnitten wird,daß sie nur eben noch die Fäden des Gewebes be-decken; hierauf wird das Tuch noch zwischen Preß-spähnen und erwärmten Eisenplatten gepreßt, end-lich zusammengeschlagen, mit weißem Bindfadengeheftet und die feineren Sorten mit Kappen vongeglätteter lockerer Leinwand oder Kattun überzogen.Die meisten dieser Arbeiten werden jetzt durch Ma-schinen ausgeführt. Die Farbe gibt man entwederschon der Wolle vor dem Spinnen, oder man färbtdas Tuch nach dem Weben und entweder vor odernach dem Walken. Das erstere geschieht gewöhnlichbei den feineren Tuchen, welche dann wollfar-bene genannt werden; das Färben im Stück hatden Nachtheil, daß das Gewebe weniger vollständigvon der Farbe durchdrungen wird und der Schm»daher meist weißlich ist; Tücher mit hellen oder zar-ten Farben aber können nur nach dem Walkenfärbt werden, weil die Farbe durch dieses ihre Leb-haftigkeit verlieren würde. Nach dem Färben undbei den wollfarbenen Tuchen vor und nach der Walkewird das Tuch g e n 0 p p t, d. h. es werden vermit-telst einer kleinen Zange, dem Noppeisen, allekleinen Knötchen oder sonst ungleichen und unreinenTheilchen, die sich noch im Tuche finden, heraus-gezogen. Jedes Stück Tuch erhält an den beidenKanten eine Sahlleiste, welche durch starke Fädenvon grober Wolle in der Kette erzeugt wird undwöhnlich von anderer Farbe als das Tuch, oder auchmehrfarbig ist. Wenn diese beim Färben im Stn»nicht mitgefärbt werden soll, umwickelt man sie M»Papier und Leinwand und umnäht diese mit Bind-faden, oder man näht auch wohl eine ungefärbteSahlleiste, nachdem das Stück gefärbt ist,'an, unddaran, sowie im ersten Falle an den mehr oder we-niger sichtbar gebliebenen Löchern, durch welche derBindfaden gegangen ist, kann man das im -DtNagefärbte Tuch erkennen, wenn es für wollfarbeneausgegeben werden sollte. Das Ende des Tuchstüchs,

welches, nachdem dasselbe zusammengeschlagen 0,außen zu liegen kommt, wird das Mantel endoder der Spiegel genannt und gewöhnlichenWeben etwas stärker geschlagen als das ganze Stn -Der äußerste, etwa V-t Elle breite Streifen, der dur^einen schmalen Streifen von anderer Farbe avg '