Türkei
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Türkei
Meeres), Salpeter, Marmor, Walkererde, Siegel-erde, Erdfarben, Meerschaum rc. Die meisten Ein-wohner beschäftigen sich mit Ackerbau und Vieh-zucht. Letztere, d. h. die Pferde-, Rindvieh- undBüffelzucht wird auf den größeren Gütern in großemMaßstabe betrieben, dagegen ist wenig Hoffnungvorhanden, daß die Landwirthschaft jemals empor-blühen werde. Drei Hauptfactoren stehen diesemBemühen als unüberwindlich entgegen: die Naturdes Klimas, die negative Thätigkeit der Regierungund die Indolenz der Bewohner. In den größerenStädten werden auch mehrere Industriezweige leb-haft und in ziemlicher Vollkommenheit betrieben,namentlich die Lederbereitung, die Verfertigung vonWaffen und Stahlarbeiten, das Weben von Seiden-und Baumwollenwaaren. Unter diesen Gegenstän-den , in denen die Türkei mit den Jndustrieerzeug-nisfen des Occidents die Concurrenz mit Erfolgauszuhalten im Stande ist, spielt die Teppich-erzeugung zweifelsohne eine der hervorragendstenRollen; außerdem aber liefert die Industrie nur dieunentbehrlichsten Gegenstände und auf dem Landefehlen die Handwerke fast ganz. Der Handel in dengrößeren See- und Grenzstädten ist sehr lebhaftund auch im Innern ist der Verkehr bedeutend, ob-gleich er durch den Mangel an Landstraßen unddurch die Unsicherheit derselben erschwert wird. AnEisenbahnen ist das Land noch sehr arm, denn bisjetzt hat es nur eine 7^ deutsche Meilen lange,wiewohl sehr wichtige Linie: die Strecke Tscherna-woda an der Donau nach Küstendfche am schwarzenMeere, welche den seitherigen Weg auf der unternDonau bedeutend abkürzt. Regelmäßige Dampf-schiffsverbindungen unterhalten die französischenund österreichischen Lloyddampfer. Die Ausfuhrbesteht fast nur aus Rohprodukten, namentlich Ge-treide, Wolle, Baumwolle, Tabak, Häuten, Meer-schaum, Hausthieren, Seide, Wein, Rosenöl, ver-schiedenen Droguen, Leder, Waffen, Seidenzeugen rc.Das Getreide nimmt wohl den ersten Rang ein.Die gesammte Getreideausfuhr mag in den Jahren1862 und 1863 den Werth von 130 Mill. Francserreicht haben. Auch Wolle bildet einen Haupt-exportartikel. Die Tabaksproduction ist sehr bedeu-tend und nimmt mit jedem Jahre zu. Der Handelist fast allein in den Händen von Griechen und Ar-meniern , der auswärtige Seehandel aber wird meistvon fremden Schiffen besorgt. Der Gesammtbandeldes türkischen Reiches, einschließlich der Vasallen-staaten, wird für die Jahre 1862 und 1863 nichtzu hoch auf 2500 Mill. Franken veranschlagt wer-den. Auf die Einfuhr werden ca. 1300, auf dieAusfuhr ca. 1200 Mill. Franken zu rechnen sein.Man theilt die Türkei gewöhnlich in die ProvinzenRomani en oder Rumini, Bulgarien, Bos-nien, Albanien, Macédonien, Thessa-lien und die Inseln. Die bedeutendsten Städtesind folgende: Hauptstadt Konstantinopel (s. d.).Adrianopel (s. d.). — Philippopel, ca.100,000 Einw., mit wichtiger Seiden-, Baum-wollen- und Wollenweberei, starkem Wein-, Obst-,Baumwollen- und Reisbau. — Kirkekklesi mit80,000 Einw., Wein-, Melonen- und Obstbau,Butter- und Käsehandel. — Selimnia, 20,000Einw., hat Tuchweberei, Fabrikation von Rosenölund Flintenläufen und eine Messe. — Gallipoliam Marmorameere, 40,000 Einw., Kriegshafen,wichtiger Handel, Fabriken für Baumwollzeuge, Kor-duan, Maroquin u. Töpferwaaren. — Sofia oder
Triaditza am Jsker, 50,000 Einw., hat Fabrikenin Wolle, Seide, Leder u. Tabak, Obstbau, Handel.
— Ruschtschuk an der Donau und Lom, mit30,000 Einw., Fabriken in Tabak, Saffian, Seiden-,Wollen- und Baumwollenwaaren, und lebhaftemHandel theils auf der Donau, theils zwischen Buka-rest und Schumla, Hauptübergang über die Donau.
— Silistria an der Donau, 20,000 Einw., starkeFestung, hat Weberei, Gerberei und Handel. —Tschernawoda an der Donau, hat im Augusteine bedeutende Messe. — Warna am schwarzenMeere, mit 26,000 Einw., wichtigem Hafen undlebhaftem Handel, da von hier aus die Produkteder nordöstlichen Provinzen nach Konstantinopelgehen. — Schumla, 60,000 Einw., wichtigeFestung, Messe, Wein- und Getreidebau, Ger-berei, berühmte Blech- und Kupferschmiede. —Scrajewo am Bosna, 60,000 Einw., Haupthan-delsplatz von Bosnien, in der Nähe Eisengruben,die das Metall für die hiesigen Fabriken liefern.Mo star an der Narenta, 10,000 Einw., fabrizirtDegenklingen und hat lebhaften Handel mit Vieh rc.
— Scutari (s. d.) — Avlona oder Valona,5000 Einw., mit gutem Hafen am Meerbusen gl. N-,Wollenweberei, Waffenfabriken und Seesalzbe-reitung. — Berad an der Krevosta, 12,000 Einw.,hat starken Oel- und Weinbau. — Janiua^aneinem See, mit 25,000 Einw., Seiden - und Saf-fianfabrikeu und bedeutendem Handel. — A rt a amFlusse gl. N., 8000 Einw., treibt Wollenwebereiund lebhaften Handel über die Hafenstadt Sala-gora an der Mündung der Arta. — Am Eingängedes Busens von Arta auf einer Halbinsel liegtP r e v e s a mit 8000 Einw., welche lebhaften Handeltreiben. — Salonicht (s. d.). — Seres, 30,000Einw., in einer durch Baumwollpflanzuugen be-rühmten Gegend, mit starker Baumwollenweberel,Baumwollenhandel und Reisbau. — Kesrje,18,000 Einw., treibt viel Weinban. — Larissaam Salambria, 20,000 Einw., hat wichtige Tür-kischroth-Färbereien, Seiden- und Baumwollen-weberei, Tabak - und Safftanfabriken, Handel undWeinbau. — Trikala oder Tirhala am Sa-lambria, 10,000 Einw., hat starken Baumwollen-bau, Färbereien und Gerbereien. — Von den zureuropäischen Türkei gehörenden Inseln im ägäischenMeere sind folgende die wichtigsten : C a n d i a , diesüdlichste, 190 HsMeilen, mit 266,000 Einw. (früher1 Mill.), ist ihrer ganzen Länge nach von einemhohen Gebirge durchschnitten und nur 7s des Bo-dens kultursähig; sie hat schöne Waldungen nnvWiesen und erzeugt Getreide, Wein, Oliven, Suß-holz, Rindvieh, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine,Gemsen, Kaninchen, Bienen, Salz rc., würde aberohne den despotischen Druck der Türken viel mehrprodnciren. Die Hauptartikel der Ausfuhr fin"Oel, Seide, Honig, Wachs, Seife, Rosinen, Suo-srüchte, Süßholz rc. Die bedeutendsten Städte,welche an der Nordküste liegen, aber meist versandtHäfen haben, sind: Candia oder Megaloka-stron, 12,000 Einw.; Eanea, 8000 Einw.,, nmschönem Hafen und lebhaftem Handel; Rettnno-4000 Einw. In der Nähe liegen die kleinen JnsemGozzi,Dia,Caxo, Skarpanto, 4 f,mit der Stadt Arkasso, weiter nördlich Astro-palia rc. — Tasos oder Tasso an der SüdlNlvon Macédonien, 4 sH Meilen, mit 6000erzeugt Oel, Wein, Südfrüchte, viel Holz, Ma ^mor rc., mit der Hafenstadt Kastro. —