Türkei
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deren langes Haar zu verschiedenen starken Gewebenund Strickwerk verarbeitet wird, viel Pelz- undSpeisewild, Geflügel, besonders Wasservögel undFische. Dagegen ist die Vegetation dürftig; es gibtnur wenig Wälder, auch Obstbäume, Weiden u. dgl.und Gras sind selten. Ackerbau wird zwar, wo esN'gend möglich ist, getrieben, und bringt meist euro-päische Getreidearten hervor, kann aber die Ein-wohner nicht ernähren; nur die Thäler liefern Reisund Wein, die Produkte Indiens aber würde manvergebens suchen; man baut auch europäisches Obstund Gemüse, und auf dem Hochlande findet sichRhabarber und einige andere Arzneipflanzen. Be-deutend sind die Produkte des Mineralreichs, dieaber hauptsächlich wegen Holzmangel nur wenigausgebeutet werden; es gibt viel Gold, Kupfer,Quecksilber, Eisen, Blei, Arsenik, mehrere Edelsteine,besonders Türkise, Borax, Salz rc. Die Einwohner,welche zum Theil nomatisiren, beschäftigen sichhauptsächlich mit Viehzucht und mit dem Webenvon Wollenzeugen; außerdem werden seidene undeiserne Waaren, Papier aus Baumbast, hölzerneGeräthschaften rc. verfertigt. Lebhaft, obgleich durchdie Gebirge sehr erschwert, ist der Handel mit denangrenzenden Ländern, besonders mit China, wohinjährlich mehrere Karavanen gehen und woher chine-sische und europäische Waaren bezogen werden;über die Gebirgspässe werden die Waaren vonMenschen, Schafen und Ziegen getragen. — Ueberdie Städte des Landes ist nur wenig bekannt; diebedeutendsten sind folgende: H l a s s a oder B a r a n -kola am Wuitsiu, Hauptstadt des Gebiets desDalai-Lama, des nördlichen und östlichen Theilsdes Landes. eigentlich nur ein Dorf, aber von einerMenge großer und prachtvoller Tempel umgeben,Zu denen häufig gewallfahrtet wird; sie treibt wich-tigen Handel. Lad ak oder Leh im Sind, Haupt-stadt von Kleintübet, dem westlichen Theile. Dschi-sUIumbo oder Djaschihlumbo, Hauptstadt desGebiets des Bogdolama, südwestlich vom vorigen,das auch die große Stadt Jigatsa enthält. T a ssi-sudon, Hauptstadt der Provinz Butan, dem süd-östlichsten Theile des Landes, an Assam und Ben-galen grenzend.
Geld Währung, Maße und Gewichte. Ueberdas Münzwesen, sowie über die Maße und Gewichte'st wenig und nur Widersprechendes bekannt; wahr-lAeinlich ist es wie in China. Es soll eine Münze,Dank (ganze und halbe), geben, etwa so groß wieeine Sikkarupie, doch mehr Kupfer als Silber ent-haltend; eine andere Münze, ca. 7 Sgr. an Werth,fall Jndermillih heißen, auch soll man mit Silber-und Goldbarren von verschiedener Größe und mitUenien Beuteln Goldstaub bezahlen. In einigenAgenden werden die Abgaben in Salz und Boraxoder Tinkal bezahlt.
Tuffe! oder Düffel ist ein dicker, langhaariger-^vüenzeug, doch mit etwas kürzerem Haar undauch dünner als der Kalmuck, theils glatt, theilsgeköpert gewebt. Er wurde früher häufig zu Win-terröcken getragen, was aber jetzt nur noch zuweilenv°n den unteren Classen geschieht. Man verfertigthu an einigen Orten in Thüringen, Preußen, Böh-Nam ® at ^ en }C- meist aber jetzt unter anderen
ist ein dem Spitzengrund oder Bobbinethnliches Gewebe von feinen Seiden - oder Baum-iJ* n fäben, mit runden, netzartigen Oeffnungen,a ® auf dem Pettinet - oder Bobbinetstuhle verfertigt
wird. Der letztere wird Tülle anglais genannt. Erist jetzt durch den Bobbinet verdrängt, dieser wirdaber im gemeinen Leben häufig Tüll genannt.
Türkei oder das türki sche Reich umfaßt, wennman alle, mehr oder weniger vom türkischen Kaiserabhängenden Länder dazu rechnet, ein großes Ge-biet in Europa, Asien und Afrika, dessen Oberflächemehr als 90,000 ^Meilen beträgt. Es besteht ausder eigentlichen europäischen und asiatischenTürkei, von der wir hier allein sprechen, und ausden Vasallenstaaten: Moldau, Wallachei,Serbien u. Montenegro in Europa, Aegyp-ten, Tripolis und Tunis in Afrika, wegendenen wir auf besondere Artikel verweisen.
I. Die europäischeTürkei grenzt gegen Nor-den an die österreichische Militairgrenze, 'Serbien,die Wallachei und Rußland, gegen Osten an dasschwarze Meer, gegen Süden an das Meer vonMarmora, das ägäische Meer und Griechenland,gegen Westen an das jonische und adriatische Meerund an Dalmatien; ihre Größe beträgt mit Ein-schluß der dazu gehörenden Inseln 9500 ^Meilenund die Einwohnerzahl 15^2 Mill. Das ganze Landist ein von vielen Gebirgszügen durchschnittenesHochland, das nur wenig Ebenen enthält und dessensüdliche Küste mehrere tiefe Busen und Halbinselnbildet. Das Marmorameer mit seinen beiden Zu-gängen , dem Bosporus oder der Meerenge vonKonstantinopel und den Dardanellen, scheidet esvon der asiatischen Türkei. Grenzfluß gegen dieWallachei und Rußland ist die Donau, gegen dieMilitairgrenze die Sav e und die Unna; in die er-stere ergießen sich der Jsker, Wid, Osna, Jantraund mehrere kleinere Flüsse; in die Save der Ver-bas, die Bosna und Drina. Gegen Süden fließendie Maritza mit der Tundscha und Erkene, derKarassu, die Biftritza, der Vardar mit derBraunitza, dem Egrissu und der Tscherua, weitersüdlich die W ist ritz a und Szalambria; in dasadriatische Meer die Vojussa, der Beratino,Drin, die Narenta u. a. Auch gibt es einigeLandseen, namentlich die von Janina, Scutari,Ochrida, Takinos, die Ramsinseen an der südlichenDonaumündung und einige kleinere. — Das Landist fast durchgängig sehr fruchtbar; selbst die eigent-lichen Gebirgsgegenden sind mit vortrefflichen Wiesenund Waldungen bedeckt. Es bringt fast alle Ge-treidearten, Reis, Hülsenfrüchtc, Gemüse, Obst,Südfrüchte, Wein fauch als Rosinen und Korinthenbenutzt), Mohn, Krapp, Mastix, Süßholz, Gall-apfel, Tragant. Soda - u. a. Farbe- und Arznei-pflanzen, Flachs, Hanf, guten Tabak, Baumwolle,Oel- und Lorbeerbäume, Cedern, Platanen undviele andere Waldbänme hervor. Es gibt Pferde,Büffel, Kameele, Maulthiere, Esel, Rindvieh,Schafe. Ziegen; ferner Roth- und Schwarzwild,Hasen, Kaninchen, Gemsen, Gazellen, Auerochsen,Bären, Wölfe, Luchse, Seehunde und Delphine,wildes und zahmes Geflügel, viel Fische, besondersStöre, Hausen, Welse, Thunfische rc., und andereSeethiere, es werden viel Bienen gezogen undSeidenbau in den südlichen und östlichen Gegendengetrieben, auch spanische Fliegen und Kermes ge-sammelt; Heuschrecken und giftige Schlangen findhäufig. Man gewinnt Gold, Silber, Blei, Eisen,Kupfer, Schwefel, doch wird der Bergbau nur sehrmangelhaft betrieben, ferner viel Stein- und See-salz, Kohlen (in Albanien, Rumelien, auf der InselCandia und am europäischen Gestade des schwarzen